Forschungsanträge à la Sisyphus

12. November 2018 von Laborjournal

„Der Wahnsinn des Antragschreibens“ war Thema unseres letzten Postings unten. Zuvor hatten wir in unserer Heft-Kolumne „Inkubiert“ bereits einen ganz anderen Fall von „Antrags-Wahnsinn“ kommentiert (siehe LJ 1-2/2016). Wir bringen den Kommentar hier nochmals in überarbeiteter Form:

Wenn es um das Antragswesen wissenschaftlicher Projektförderung geht, scheint Effizienz oftmals kein hervorstechendes Merkmal zu sein. Zumindest bestärken einzelne Beispiele immer wieder diesen Eindruck.

Nehmen wir etwa den folgenden Fall, den der belgische Linguist Jan Blommaert in seinem Blog Ctrl+Alt+Dem beschrieb. Demnach ging er so richtig in die Vollen, als vor Monaten im EU-Rahmenprogramm „Horizon 2020“ ein bestimmtes Projektthema ausgeschrieben wurde. Umgehend stürzte er sich zusammen mit seinem Leuten in umfangreiche inhaltliche Vorarbeiten und heuerte überdies europaweit geeignete Partner für das geforderte „Internationale Konsortium“ an.

Logisch, dass für die notwendigen Meetings schnell mal Hunderte von Arbeitsstunden und mehrere Tausend Flugkilometer draufgingen. Ein Mitarbeiter aus Blommaerts Team kümmerte sich etwa monatelang quasi hauptamtlich um Koordination, Vorbereitung und schlussendliche Realisierung des Antrags. Dazu erhielt er umfassende Hilfe von zwei Leuten aus der Uni-Verwaltung: einem professionellen „Grant Writer“ und einem eigens angestellten Fachmann für EU-Angelegenheiten.

Dies alles und noch viel mehr summierte sich am Ende zu einem Riesenhaufen produktiver Zeit und Geld, die mit höchster Wahrscheinlichkeit völlig umsonst investiert — und damit verschwendet — waren. Denn eine Woche, nachdem sie den Antrag fix und fertig abgeschickt hatten, erhielten Blommaerts und Co. aus Brüssel die Nachricht, dass insgesamt 147 Anträge eingegangen seien, wovon jetzt ganze 2 — ZWEI! — bewilligt würden.

Man braucht keine allzu komplizierte Mathematik, um die hirnlose Ineffizienz dieses gesamten Manövers aufzuzeigen. Man multipliziere nur grob die ausschließlich mit Steuergeldern bezahlte Arbeitszeit samt übriger Kosten von Blommaert und Co. mit der Zahl der insgesamt 145 abgelehnten Anträge, addiere dazu die Brüsseler Kosten für Verwaltung und Begutachtung — und setze diese für nahezu Nix investierte Summe wiederum in Beziehung zu den 6 Millionen Euro Gesamt-Fördervolumen. Eine verheerende Bilanz, oder?

Und jetzt haben wir noch gar nicht darüber gesprochen, welches Signal eine Ablehnungsquote von 98,7 Prozent für die Forscher generell bedeutet…

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„Antragschreiben? Ich hasste jede Minute davon!“

5. November 2018 von Laborjournal

Wann sollte man einen Forscher besser nicht ansprechen? — Antwort: Wenn er gerade an einem Förderantrag schreibt.

„Immer wenn ich an einem Antrag arbeite, fühle ich mich wie ein verwundetes wildes Tier“, schrieb einmal sinngemäß ein Betroffener. „Sobald ich irgendwie nicht weiterkomme — und das passiert leider oft —, kauere ich voller Schmerzen in meiner Ecke. Mir wird heiß, ich atme schneller, beiße die Zähne zusammen und blicke mit gehetztem Blick um mich herum — auf der verzweifelten Suche nach Linderung durch die richtige Idee. Wenn dann jemand reinkommt und irgendetwas will, kann er schnell einen Finger verlieren oder sonst etwas — selbst wenn die betreffende Person sich nur Sorgen gemacht hat und mir helfen will.“

Okay, das ist sicher gnadenlos überspitzt. Wäre es tatsächlich jedes Mal so schlimm, müsste sich unser Forscher aus gesundheitlichen Gründen wohl besser bald einen anderen Job suchen. Dennoch dürfte sich jeder, dem das Antragschreiben nicht allzu leicht aus den Fingern fließt, darin prinzipiell wiedererkennen.

Das Dumme ist: Den Meisten fließen die Anträge nicht aus den Fingern. Und so sehen sie sich stets stärkeren „Qualen“ ausgesetzt, da die Frequenz des Antragsschreibens zuletzt immer mehr zugenommen hat.

Der US-Computerwissenschaftler Matt Welsh beispielsweise verließ vor einigen Jahren genau aus diesem Grund die Harvard University und arbeitet seitdem für Google. Er schrieb damals dazu in seinem Blog Volatile and Decentralized:

„Die größte Überraschung war, wie viel Zeit ich für die Finanzierung meiner Forschung aufbringen musste. Obwohl es natürlich variiert, schätze ich, dass ich etwa vierzig Prozent damit verbracht habe, irgendwelchen Fördermitteln hinterher zu jagen —  Diesen Beitrag weiterlesen »

Fehlermeldungen

29. Oktober 2018 von Laborjournal

(Im Zusammenhang mit den „Vertrackten Artefakten“ [siehe letzter Post unten] fiel uns ein, dass wir bereits vor knapp zwei Jahren das unten folgende Online-Editorial zu diesem Thema gebracht hatten. Allerdings ging es darin weniger um die beiden geschilderten Artefakte an sich, als vielmehr darum, wie unterschiedlich die Folgen für die Betroffenen sein können, wenn sie aus Unwissenheit darauf reinfallen…)

 

Aus Fehlern lernt man, heißt es. Doch gilt das auch in der Forschung? Hat der immer engere Wettbewerb um Stellen und Fördermittel nicht mittlerweile dafür gesorgt, dass das Forschungsgeschäft mit Fehlern ziemlich gnadenlos umgeht? Auch weil jede kleine Nachlässigkeit oder Schlamperei der wachsamen Kon­kurrenz potentielle und willkommene Angriffs­flä­chen bietet? Und wenn ja: Muss ein solcher „Geist“ nicht vor allem auf Kosten des wissenschaftlichen Nachwuchses gehen, der ja auch — vielleicht sogar gerade — durch Fehler lernen sollte?

Nehmen wir etwa den jungen Doktoranden M. Dieser versuchte vor einiger Zeit ein bestimmtes Membranprotein zu isolieren — und hatte offenbar Erfolg: Nach monatelanger „Putzerei“ präsentierte er in der entscheidenden Bahn des Proteingels eine Bande — und sonst keine. Chef und Doktorand zweifelten nicht: Das musste es sein. Zumal nach der heiligen Regel „n  3“ dieselbe Bande auch in den folgenden Wiederho­lun­gen zuverlässig übrig blieb.

Chef und Doktorand schrieben also ein Paper. Es wurde begutachtet und schließlich publiziert. Was dummerweise weder Doktorand noch Chef oder Gutachter wussten (letztere waren wohl schon zu lange „weg von der Bench“), fiel erfahrenen Proteinfärbern sofort auf: Die Bande entsprach exakt dem 68 kDa-Artefakt, das man oft nach Mercaptoethanol-Behandlung der Proteinprobe erhält.

Nur zwei Monate nach dessen Erscheinen zerpflückte Chefs Erzrivale das Paper in einer „Correspondence“ mit klarem Artefakt-Beweis. Frustriert und voller Scham schmiss M. seine Doktorarbeit hin.

Bei aller Härte am Ende doch gut für die Wissenschaft? Vielleicht.

Allerdings geht es auch ganz anders — wie das Beispiel der Doktorandin K. beweist, der einst ganz Ähnliches widerfuhr. Diese fiel auf ein Artefakt herein, das Ungeübten oft bei der Aufnahme neuronaler Signale mit Multielektrodenarrays droht. Und auch sie hatte ihre Ergebnisse frisch publiziert. Kurz darauf meldete sich einer der „Großkönige“ der neuronalen Ableitung telefonisch bei K.: „Gratuliere zum Paper. Allerdings scheint mir ein Schlüsselbefund nicht zu stimmen. Ich habe meinen Postdoc das Experiment nachmachen lassen — und er meint, Du hättest bei der Elektrodenmessung was vergessen…“

Sein Postdoc wiederum habe jedoch Wichtigeres zu tun, erklärte er weiter — weshalb es besser sei, wenn K. ihren Fehler selbst nachweisen würde. Anschließend weihte der Anrufer K. noch in einige weitere Geheimnisse und Fallstricke bei der Arbeit mit den entsprechenden Elektroden ein und skizzierte überdies noch, wie sie die „Richtigstellung“ seiner Meinung nach am geschicktesten angehen könne.

K. tat wie vorgeschlagen und veröffentlichte bald darauf die „Correction“ ihres eigenen Papers. Heute, über zwanzig Jahre später, gilt sie als herausragende Forscherin in ihrem Feld.

Wer weiß, so weit hätte M. womöglich auch kommen können…

Ralf Neumann

(Anmerkung: Die beiden Beispiele von K. und M. haben sich zwar nicht ganz genau so abgespielt, wie hier beschrieben — aber prinzipiell doch sehr ähnlich.)

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Was interessiert den Ex-Postdoc sein altes Geschwätz?

15. Oktober 2018 von Laborjournal

Wieder einmal landete eine Frage auf unserem Redaktionstisch, zwischen deren Zeilen man eine gewisse Wut förmlich riechen konnte — und die ging so:

Da gibt es etwas, das ich einfach nicht verstehe. Schon vor zwanzig Jahren habe ich Doktoranden und Postdocs immer wieder stöhnen hören, wie schlimm sich das Wissen­schaftssystem entwickelt habe und wie sehr sie unter den Instituts-Hierarchien und -Platzhirschen leiden würden. Jetzt sind die meisten von ihnen selber Gruppenleiter, Instituts-Chef oder sogar noch mehr. Aber nichts hat sich geändert, sie verhalten sich heute genauso wie diejenigen, die sie damals kritisiert haben — vielleicht sogar noch schlimmer. Dabei sind doch sie es, die heute die Dinge tatsächlich ändern könnten, über die sie damals noch so gemeckert haben — wenigstens in ihrem eigenen Umfeld. Da muss man sich schon fragen: Wollen sie das inzwischen vielleicht gar nicht mehr?

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iStock / :Lisa-Blue

Uns fiel daraufhin sofort ein Editorial ein, in dem wir vor gut drei Jahren die Ergebnisse einer Studie zu diesem Thema vorstellten (LJ 4/2015, S. 3) — und aus dem wir im Folgenden quasi als Versuch einer Antwort zitieren wollen:

[…] Zu denken geben sollte diesen aber die Doktorarbeit der Wiener Wissen­schafts­forscherin Lisa Sigl, in der sie untersuchte, wie sich die prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse junger Biowissenschaftler auf deren Forschungstätigkeit auswirken. Sigl beleuchtet zunächst die verschiedenen Unsicherheitsfaktoren, die das Leben der jungen Biowissenschaftler prägen. Etwa die Unwägbarkeiten beim Erkenntnisgewinn, die jeder Forschung innewohnen, sowie die existentiellen Risiken, die durch die Verkettung von Zeitverträgen entstehen. Anschließend kommt sie dann zum eigentlich interessanten Punkt ihrer Dissertation: Wie gehen ihre Probanden und die Arbeits­gruppe insgesamt mit dieser Belastung um und welchen Einfluss hat sie auf die Ausrichtung ihrer Forschung?

Die Wienerin beobachtete vier unterschiedliche Strategien zur Bewältigung des auf den Forschern lastenden Drucks. Die erste und unter Biowissenschaftlern sehr beliebte Variante bezeichnet sie als Clan-Verhalten: Die Gruppe ordnet sich dem dominanten Labor- oder Gruppenleiter unter, der nicht nur die wissenschaftliche Ausrichtung der Gruppe bestimmt, sondern auch die finanziellen Mittel verteilt. Entsprechend groß ist seine Macht, aber auch seine soziale Verantwortung gegenüber den Gruppenmit­glie­dern. Klar, dass hier jedes Mitglied der Arbeitsgruppe versucht, dem Chef nicht unbe­dingt ans Bein zu pinkeln.

Die zweite Bewältigungsstrategie, das zusammenarbeitende Kollektiv, ist sicher die sympathischste Variante, die aber durch den zunehmenden wissenschaftlichen und ökonomischen Druck im Labor immer seltener anzutreffen ist. Bei dieser Form mit flachen Hierarchien und einem häufigen Erfahrungsaustausch unter den Wissen­schaft­lern steht die Gruppenarbeit im Vordergrund.

Und jetzt kommt der Teil, der für die Beantwortung der obigen Frage womöglich am interes­san­testen ist:

Mit zunehmender Forschungserfahrung treten bei Doktoranden und Postdocs neben diesen beiden gemeinschaftlichen, zwei weitere, individuelle Strategien zu Tage: die Manager- und die Tricksterstrategie.

Der Manager verwaltet seine Forschung und versucht die akademische Karriereleiter mit möglichst geringem Risiko emporzusteigen. Für diesen Jungforscher-Typus steht nicht die Forschung selbst, sondern das Karriere-Risikomanagement der Forschung im Vordergrund. Der Trickster hingegen versucht seine prekäre Situation „auszutricksen“ und versteckt seine eigenen Projekte hinter verklausulierten Anträgen, um an Geld heranzukommen. Trickster sind unter Biowissenschaftlern aber eher selten anzutreffen.

Die prekäre Lebenssituation von jungen Biowissenschaftlern fördert also, so das Fazit von Sigl, vermehrt Clan-Verhalten und Wissenschaftler, die vorwiegend Risikomana­ge­ment betreiben. Jungforscher, die aus reiner Neugier riskanten aber spannenden wis­sen­schaft­lichen Fragen und Projekten nachgehen, bringt das aktuelle Wissen­schafts­sys­tem hingegen immer seltener hervor.

Gut, die Schlussfolgerung geht damit in eine andere, mindestens ebenso spannende Richtung. Aber könnten Sigls Erkenntnisse hinsichtlich des Strategiewechsels bei zunehmender „System­erfahrung“ nicht auch eine Antwort auf die obige Eingangsfrage liefern — wenigstens in Teilen? Oder gibt es noch andere Aspekte, die dabei mitspielen, dass die „Bosse“ von heute nichts von dem ändern, worüber sie einst als Doktoranden und Postdocs selbst noch heftig meckerten?

Ralf Neumann

16 Gebote rund um die Leitung einer Forschungsgruppe

10. Oktober 2018 von Laborjournal

(Ging es im letzten Posting um die „Zehn ketzerischen Gebote zur wunderbaren Welt der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM)“, kommen hier 16 Gebote rund um die Leitung einer Forschungsgruppe. Der schwedische Evolutionsbiologe Mats Björklund präsentierte sie kürz­lich auf Twitter, wir haben sie für unseren Blog übersetzt:…)

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„Nach 38 Jahren in der Wissenschaft und 19 Jahren als Leiter einer Forschungsgruppe habe ich viel erlebt und einiges gelernt. Hier sind einige meiner Überlegungen und Erfahrungen dazu. Stimme zu oder auch nicht — das ist dann deine Sache…:

  • Wenn Du eine Gruppe leitest, arbeiten nicht Deine Leute für Dich, sondern Du arbeitest für Deine Leute. Ein gewisses Maß an Altruismus ist zwingend nötig.
  • Doktoranden und Postdocs sind nicht Deine Arbeitskräfte, um all das langweilige Zeug zu tun — sie sind Deine Kollegen, nur eben weniger erfahren. Nutze daher vor allem ihre Gehirne zum Wohle der gesamten Gruppe, und nicht nur ihre Hände.
  • Studenten respektieren Dich, wenn du ein inspirierender Lehrer bist. Das Bestehen auf Titel-Hierarchien bringt keinen Respekt, sondern behindert vielmehr einen sinnvollen Dialog. Welchen Sinn haben Titel überhaupt?
  • Pflege gute Verbindungen, vor allem nach „oben“. Gehälter und Ressourcen hängen am Ende mehr davon ab, wen Du kennst, als von dem, was Du tust. Das Schlüsselwort ist „strategisch“.
  • Wenn Du eine feste Anstellung hast, unterstütze die befristet angestellten Nachwuchswissen­schaftler. Sie sind diejenigen, die eines Tages alles von Dir übernehmen werden.
  • Eine Menge Geld auf Kosten vieler nur in wenige zu stecken, steigert nicht den wissenschaft­li­chen Output. Es führt höchstens zu einem Anstieg der Egos — und das ist keine gute Sache.
  • Halte die Vielfältigkeit der Mitarbeiter hoch, um intellektuelle Inzucht zu verhindern. Solche Art von Inzucht ist ein unfehlbarer Weg zu mittelmäßiger Wissenschaft. Darüber hinaus macht es Spaß, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen.
  • Die Zuteilung von Ressourcen folgt dem Gesetz des sinkenden Grenzertrags (Law of Diminish­ing Returns). Der erste Grant an einen Wissenschaftler bringt viel „Rendite“, der x-te fast keine mehr. Das Streuen von Ressourcen unter viele kompetente Wissenschaftler fördert die Wissenschaft.
  • Auch die Arbeitszeit folgt dem Gesetz des sinkenden Grenzertrags (Law of Diminishing Returns). Die Produktivität steigt nicht linear mit der Zahl der Stunden in Büro oder Labor. Geh nach Hause und tu etwas anderes, wenn du für den Tag mit der Arbeit fertig bist. Auch wenn es erst Mittag ist.
  • Meide große Fakultätssitzungen. Sie sind nur ein Ort für eine kleine Gruppe von Extrovertier­ten, um das zu tun, was sie am besten können — nämlich extrovertiert zu sein. Ein paar Laute spiegeln selten die Meinung der breiten Masse wider.
  • Wenn Du den Input anderer für eine Entscheidung brauchst, sind große Meetings meist nutzlos. Vier-Augen-Gespräche liefern Dir die wahre Meinung der Menschen. Das kostet Zeit, aber die ist es allemal wert.
  • Pflege ein Leben außerhalb der Wissenschaft. Was es bringt, das Hirn mal ruhen zu lassen, wird fürchterlich unterschätzt. Work-Life-Balance ist wichtiger, als Du denkst. Daher ist Urlaub auch nicht die Zeit, um Literatur nachzuarbeiten, sondern ist die Zeit für Ruhe.
  • Schreibe Deinen Namen nicht auf alles, was in Deinem Labor produziert wird. Es bläst Deinen Lebenslauf in einem Maße auf, dass Dir ohnehin niemand glaubt, er sei nicht auf Kosten der Lebensläufe Deiner Nachwuchskräfte zustande gekommen.
  • Hör zu. Hör zu. Hör zu. Zu spüren, was zwischen den Zeilen steckt — und auch was die Körpersprache sagt —, ist nicht leicht, aber dennoch fundamental, um zu wissen, wie es Deinen Leuten mit der Arbeit und ihrem Leben geht.
  • Wir haben alle Downs, wenn nichts mehr geht. Die Mitarbeiter dann dazu zu zwingen, trotzdem zu arbeiten anstatt sich zu erholen, bringt keinen Fortschritt — eher im Gegenteil. Pausen zu machen ist der Schlüssel.
  • Vergiss „wissenschaftliche Leitung“. Was ein Wissenschaftler braucht, sind Freiheit, Ressourcen (Geld und Zeit) sowie eine gute intellektuelle Umgebung. Aber keine „Leittiere“.“

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Was hat Björklund noch vergessen?

Foto: Fotolia / Stockwerk-Fotodesign

Wutschrift eines Physikers über die «Forschungskultur» in der Biomedizin

10. September 2018 von Laborjournal

In schöner Regelmäßigkeit erhalten wir von unseren Lesern E-Mails, die man im Englischen als «Rant» bezeichnen würde. „Wutschrift“ oder „Tirade“ würde es im Deutschen wohl am ehesten treffen. Und natürlich sind es meist irgendwelche Zustände im hiesigen Wissenschaftssystem, die den Autoren immer wieder die Zornesröte ins Gesicht treiben.

Mit dieser allgemeinen Einleitung sollte die Neugier auf ein konkretes Beispiel geweckt sein. Also gut, nehmen wir etwa die folgende Mail, die uns ein Physiker bereits vor einiger Zeit zuschickte und in der er zwar nur kurz, aber heftig über die Verhältnisse in der biomedizinischen Forschung ablederte. Geben wir ihm also selbst das Wort:…

Als Physiker, genauer gesagt als Theoretiker, der eher Einzelkämpfertum gewohnt war, geriet ich vor Jahren vom Hamburger DESY, also der Hochenergiephysik, in die biomedizinische Forschung — und ich kann nur sagen: Ein echter Kulturschock! PI-Kult und Impact-Faktor-Fetischismus ohne Ende. Dazu eine ausgeprägte Projektitis: Jedes Projekt kündigt mindestens die ultimative Erklärung für irgendetwas an, wenn nicht dazu sogar noch Firmenausgründungen, Patente und vieles andere mehr. Völlig logisch daher, dass die Antragsteller auf diese Weise schon im Antrag versprechen, was am Ende rauskommen wird (deliverables) — und in welchen Zeitabschnitten (milestones). Reine Beutegemeinschaften, meist mit einem Haupt-Beutegreifer.

Preprints — in der Physik fest etabliert — scheinen in der Biomedizin als Teufelswerk verschrien. Seit zehn Jahren versuche ich meinen Chef von Preprint-Publikationen zu überzeugen. Doch ich höre immer nur: Beim Publizieren fängt man bei Nature, Science und Co. an. Fast immer wird das Manuskript abgelehnt, und man schreibt es für das nächste Journal um, et cetera — um es schließlich nach einem halben Dutzend Versuchen in einem passenden Journal unterzubringen. Am Ende ist dafür dann mehr Zeit vergangen als für die Forschung selbst.

Was für eine irrsinnige Verschwendung von Zeit und Steuergeldern! Und am Ende muss man sich dann anhören: „Associate-Professor wollen Sie werden? Dafür haben sie aber nicht genügend Paper pro Zeiteinheit geschrieben.“

Schlimmer noch trifft’s die Doktoranden und Postdocs: Die sind eh nur Verbrauchsmaterial — fast schon Sklaven, mit denen man machen kann, was man will. (Kürzlich sagte bei uns etwa ein PI zum Erstautor eines Manuskripts: „Ich habe mit meinem PI-Kumpel beim Mittagessen über das Paper geredet, deshalb muss er mit auf die Autorenliste.“ Und das zielgenau nach der zweiten Revision, als klar war, dass das Paper durchkommt…) Ein Aufstand ist nicht möglich, sonst kann man sich den nächsten Zeitvertrag abschminken — nur um dann nach 15 Jahren doch auf der Strasse zu landen.

Programme, die mit viel Geld und Zeit gestartet wurden, verrotten vor solchem Hintergrund mannigfach auf irgendwelchen Servern — weil irgendwann keiner mehr da ist, um sie zu pflegen und weiterzuentwickeln. Wieder viel Steuergeld für die Katz‘! Kontinuierlicher Aufbau von Wissen und Knowhow findet so kaum statt — auch weil es ja keinen akademischen Mittelbau mehr gibt, der ihn weiter tragen könnte. Dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz sei dank!

So wird man die großen Fragen sicher nicht lösen. Sei es die nach der Entwicklung eines ganzen Lebewesens aus nur einer befruchteten Eizelle, oder die, warum wir altern und sterben, oder warum es überhaupt Leben auf der Erde gibt…

Irgendwelche Einsprüche? Bestätigungen? Relativierungen? Oder gleich noch einen «Rant» hinterher? …

Nehmen wir gerne! Als Kommentar hier unten oder via E-Mail an redaktion@laborjournal.de.

Illustr.: DeviantArt / baleshadow

 

„The Scientist Who Scrambled Darwin’s Tree of Life“…

30. August 2018 von Laborjournal

… Diese Titelzeile im Magazin der New York Times machte mich neugierig. Wer das wohl sein soll? „Der wichtigste Biologe des 20. Jahrhunderts, von dem du noch nie gehört hast“, schreibt David Quammen in der NYT.

Und, wer ist es nun?

Es ist Carl Woese, der Ende 2012 verstorbene Experte für molekulare Phylogenie — obwohl dieser Begriff noch gar nicht existierte, als sich Woese mit der frühen Evolution von Bakterien zu beschäftigen begann.

 

Carl Woese, der „wichtigste unbekannte Biologe des 20. Jahrhunderts“, an Thanksgiving 2003. Er kam 1928 in Syracuse, New York, zur Welt, und promovierte an der Yale University in Biophysik. 1969 wurde er Professor für Mikrobiologie an der University of Illinois in Urbana-Champaign, wo er bis zu seiner Emeritierung blieb. Woese starb am 30. Dezember 2012.

 

Der wunderbare 7.500-Worte-Artikel stammt von David Quammen, einem mehrfach dekorierten Journalist und Buchautor. Er ist ein Exzerpt von Quammens neuestem Buch The Tangled Tree — A Radical New History of Life. Quammen liefert einen spannend zu lesenden Abriss über die Entdeckung der Archaeen samt deren Einordnung als neues Reich in den Tree of Life, über die Entstehung der molekularen Phylogenie als Forschungsdisziplin, über den horizontalen Gentransfer und seine Bedeutung für die Evolution — wie auch über die Person Carl Woese.

Quammen selber traf Woese nie, denn er begann erst zwei Jahre nach dessen Tod, sich mit dem Thema und dem Mann zu befassen. Also musste er sich seine Informationen in vielen Gesprächen mit denjenigen besorgen, die Carl Woese kannten. Aus deren Worten bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, wie das war, als Woese und George Fox 1977 in einer Veröffentlichung die Archaebakterien neben den Eubakterien und den Eukaryoten als drittes Reich ankündigten.

Das Paper schaffte es zwar auf die Titelseite der New York Times und Woese stand für „15 Minuten im Rampenlicht“, so Quammen. Aber die Wissenschaftler hielten nichts von seinen Ideen. Ralph Wolfe, Mikrobiologe und ehemaliger Kollege von Woese, erinnert sich: „Wir bekamen viele Anrufe, alle negativ. Die Leute waren empört über diesen Unsinn. Was dazu führte, dass das ganze Konzept um mindestens zehn oder fünfzehn Jahre aufgehalten wurde.“ Und so verschwand der Forscher wieder in seinem Labor.

Woese hatte dennoch Recht, wie die Vergangenheit zeigte. Und obwohl seine Erkenntnisse das Bild vom Tree of Life drastisch veränderte, wurde der Forscher nie wirklich bekannt oder gar berühmt. Was, so Quammen, letztlich auch an seiner Persönlichkeit lag. Er sei ein eigensinniger Wissenschaftler gewesen — unbekannt, aber genial, schrullig, getrieben.

Was mich dann doch verwunderte. Ich selbst konnte Woese 2003 an seinem Wohnort Urbana (USA) persönlich treffen — kurz nachdem er den Crafoord-Preis (den ebenfalls ziemlich unbekannten kleinen Bruder des Nobelpreises) erhalten hatte. Carl Woese — damals mit zerzausten, weißen Haaren, knitterigem Gesicht und in legerer Kleidung — nahm sich drei Stunden Zeit für mich, obwohl es Thanksgiving war. Er wirkte weder schrullig noch eigensinnig. Entspannt, gesprächig, gut gelaunt war der Mann, er lachte viel. Ein sehr angenehmer Gesprächspartner — intelligent und dennoch geduldig, mir die Feinheiten seiner Ideen zu erklären. Und er war überzeugt, dass Darwin, wenn er denn zu der Zeit noch gelebt hätte, bei ihm — Woese — gearbeitet hätte.

(Der daraus entstandene Interviewtext samt einer kurzen Zusammenfassung von Woeses Arbeit stand übrigens Anfang 2013 anlässlich seines Ablebens auch hier im Blog.)

Nachdem ich den NYT-Artikel gelesen hatte, kaufte ich mir sofort das Buch. Ich habe zwar erst ein Viertel geschafft, kann es aber dennoch wirklich empfehlen. Und es sollte übersetzt werden für ein größeres Publikum. Denn Quammen hat eine super Schreibe. Es gelingt ihm, die Forschung von Woese und all seiner Kollegen, aber auch vieler anderer Wissenschaftler lebendig werden zu lassen. Er liefert Details, ohne langatmig zu werden; er schreibt witzig… Aber lesen Sie selber!

Zum Tod von Benno Müller-Hill

22. August 2018 von Laborjournal

Am 11. August starb im Alter von 85 Jahren Benno Müller-Hill, Professor-Emeritus am Kölner Institut für Genetik und einer der Pioniere der Molekularbiologie in Deutschland. Neben seiner Forschungsarbeit, die sich nicht nur, aber insbe­son­dere um den Lac-Repressor von E. coli drehte, wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt durch sein 1984 erschienenes Buch „Tödliche Wissenschaft“, in dem er die Rolle der Forschung im Nationalsozialismus unter­­suchte.

In den Jahren 1998 bis 2000 schrieb Benno Müller-Hill auch immer wieder für Laborjournal. Zwei seiner damaligen Beiträge bringen wir nachfolgend nochmals an dieser Stelle — auch als Hommage an einen einmischungsfreudigen, „politischen“ Forscher, von dessen Typ wir gerade heute durchaus wieder mehr brauchen könnten…

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Aus unserer damaligen Reihe: Wenn ich heute Postdoc wär…

Warum spricht der Mensch?

Von Benno Müller-Hill, Laborjournal 4/2000, S. 14

Was würde ich machen, wenn ich heute Dreißig wäre und als Postdoc nach einem Problem Ausschau hielte? Welches Problem würde ich gerne lösen?

Bevor ich diese Frage beantworte, ist es angebracht, kurz zu berichten, was ich vor vierzig Jahren dachte und tat.

1960 war ich Doktorand bei dem Biochemiker Karl Wallenfels. Ich arbeitete über b-Galactosidase aus E. coli. Im Literaturseminar wurde die Comptes-Rendues-Arbeit aus dem Labor von Francois Jacob und Jacques Monod besprochen, in der zum ersten Mal von Lac-Repressor und von Lac-Operator die Rede war. Ein Assistent, der eine Ausbildung als Mikrobiologe hatte, sagte: „Das sind typisch französische Spitzfindigkeiten. E. coli hat keine Gene, denn es hat keinen Kern“. Wallenfels wiegte den Kopf. Er war sich nicht sicher. Ich und ein paar andere dachten, das Repressor-Operator-Modell muss stimmen. Es ist so elegant.      Diesen Beitrag weiterlesen »

Nur nicht zu viel riskieren

4. Mai 2018 von Laborjournal

Damit die Karriere nicht stockt, brauchen Postdocs und End-Doktoranden zwingend Paper. Und für Paper brauchen sie Ergebnisse.

Sichere Ergebnisse liefern jedoch in aller Regel nur risikoarme Projekte. Risikoarm insofern, als dass gewisse Vorarbeiten schon gezeigt haben, dass das Projekt solide ist und die nächsten Ergebnisse nur darauf warten, hinter der nächsten Ecke abgeholt zu werden.

Ob das dann noch aufregende Ergebnisse sind, ist eine andere Frage. Denn die erhält man in aller Regel, wenn man eben nicht nur hinter die nächste Ecke schaut — sondern sich eher auf Reisen weit über den Horizont hinaus begibt. Was einen dort genau erwartet, weiß man nicht und ist demnach hochgradig unsicher — schließlich ist es ja gerade das Unbekannte, das man erforschen will. Logisch daher, dass das Risiko, am Ende mit leeren Händen dazustehen, nicht gerade klein ist.

Die erwähnten Postdocs und End-Doktoranden können es meist kaum eingehen. Doch wer testet dann wirklich neue Ideen mit entsprechend hohem Fehlschlag-Risiko? Wem ist nicht gleich die Karriere versaut, wenn die Projektidee letztlich in einen „Satz mit X“ mündet? Wer braucht (noch) nicht die ganz runde Story?

Richtig, die „Anfänger“ — Bachelor/Master-Studenten und vielleicht mancher Doktoranden-Frischling.

Ob das aber der Sache gerecht wird? Denn nach welchem Schema das Neue-Ideen-Testen dann ablaufen kann, erzählte uns ein Gruppenleiter vor einiger Zeit an folgendem, selbst erlebten Beispiel…

Demnach erhielt Bachelor A im vierten Anlauf endlich ein halbwegs aussagekräftiges Basisergebnis; die nächsten zwei Mal scheiterte er wieder — danach verließ er das Labor. Später berichtete Master B, er habe zwei von sechs Mal ein positives Ergebnis erhalten und schrieb das auch in seiner Arbeit. Allerdings fiel den Kollegen daraufhin ein, dass niemand ihn derart oft an den Geräten gesehen hatte. Von der Gewissheit, ob die Idee was taugt und ein „richtiges“ Projekt mit vernünftigem Ergebnispotenzial tragen könnte, war man also weiterhin weit entfernt.

In den Händen des etwas erfahreneren Doktoranden C lieferte das vermeintliche Kernexperiment sofort ein positives Ergebnis. Allerdings konnte er es danach mehrere Male nicht wieder bestätigen — bis ihm Kollegin D beichtete, dass sie vor Wochen das empfindliche Schlüssel-Reagenz Z tagelang aufgetaut auf ihrer Laborbank vergessen hatte. Mit frischem Reagenz Z reproduzierte C sein Startergebnis zwar sofort wieder; allerdings verließ er das Labor zwei Wochen später überraschend zugunsten eines Bioinformatik-Jobs in der Industrie, ohne dass er die Ergebnisse je abschließend aufgeschrieben hatte.

Dennoch hielt der Chef den Basisbefund jetzt von A bis C für ausreichend solide belegt — und übergab „das Projekt“ einem neuen Postdoc. Ein knappes Jahr kam er wegen ungeahnter Schwierigkeiten mehr schlecht als recht voran — bis er schließlich befürchten musste, auf dem „Projekt“ nicht rechtzeitig die notwendigen Veröffentlichungen für den nächsten Antrag zusammenzubekommen. Also schmiss er es hin und wechselte aus „Karrieregründen“ doch wieder auf ein sicheres „Just around the Corner“-Projekt.

Nur ein Beispiel, wie schwer das derzeitige System das robuste Testen von wirklich neuen Ideen macht. Es gibt sicher noch mehr.

(Illustr.: Fotolia / pict rider)

Konkurrenz? Oh ja, sehr gerne!

26. Februar 2018 von Laborjournal

Oft klagen sie ja, die armen Forscher, dass das überhitzte System sie in einen gnadenlosen Wettbewerb miteinander zwinge. Gäbe es nicht diese elende Gemengelage aus Kurzzeitverträgen, Publikationsdruck und Job-Engpässen, dann… — ja, dann wären sie durchweg die allerbesten Freunde. Keiner würde dem anderen etwas neiden oder gar Böses wollen. Nein, sie würden fröhlich ihre Ergebnisse und Ideen austauschen, möglichst oft miteinander kooperieren — und sich ein Loch in den Bauch freuen, wenn drüben in Japan der Kollege Hamaguchi endlich das Problem gelöst hat, an dem man schon lange selber dran war. Schließlich ist der Fortschritt der Wissenschaft das Einzige, was zählt — wer konkret sie weiterbringt, spielt da überhaupt keine Rolle.

Klingt zu schön, um jemals Wirklichkeit zu werden? Hmm… — man müsste dazu doch „nur“ ein paar festgezogene Stellschrauben des Systems wieder locker drehen, oder?

Aber ob das alleine reichen würde? Beispielsweise würde so gar nicht dazu passen, was neulich ein Forscher uns gegenüber am Telefon proklamierte: „Wissen Sie, ich bin ein überzeugter Anhänger des olympischen Gedankens!“ Damit meinte er natürlich nicht „Dabeisein ist alles!“ Nein, „Citius, altius, fortius“ — „Schneller, höher, stärker“ — gab Pierre de Coubertin seinerzeit als Motto der Olympischen Bewegung aus. Und genau so wollte der Anrufer seinen Satz auch verstanden haben: Knallharter Wettbewerb mit klaren Siegern und Verlierern.

Den Laborjournal-Redakteur erinnerte das umgehend an einen Vortrag, den er vor Jahren von Marshall Nirenberg, einem der Entzifferer des genetischen Codes, hörte. Darin erzählte er, dass er damals in den frühen 1960ern, als er gerade mit den ersten Experimenten begonnen hatte, plötzlich erfuhr, dass Nobelpreisträger Severo Ochoa sich ebenfalls daran machen wollte, den Triplett-Code zu entschlüsseln. Nirenberg beschloss daraufhin, Ochoa eine Zusammenarbeit vorzuschlagen und besuchte ihn in seinem Labor in New York. Ochoa nahm sich einen ganzen Tag lang Zeit, zeigte dem jungen Nirenberg sein Labor, stellte ihm seine Mitarbeiter vor und diskutierte Forschungsthemen mit ihm.

Die Kooperation kam letztlich nicht zustande. Warum genau, erzählte Nirenberg nicht. Stattdessen schloss er die Anekdote folgendermaßen ab:

An diesem Tag wurde mir klar, dass ich einen mächtigen Konkurrenten haben würde. Doch im gleichen Moment registrierte ich zu meiner eigenen Überraschung, dass mir diese Art Wettbewerb wirklich gefallen würde. Und so war es dann auch.

Es scheint also beileibe nicht nur das System zu sein, das die Forscher in den Wettstreit miteinander treibt.

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