Windige Maßnahmen

7. Oktober 2021 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“:

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

 

Werden Corona-Artikel schlampiger begutachtet?

8. September 2021 von Laborjournal

 

Vor einem Jahr schrieben wir in unserem Heft 10/2020 auf Seite 10:

Die Qualität wissenschaftlicher Veröffentlichungen sinkt zu Zeiten der SARS-CoV­2-Pandemie. Das legt eine Metastudie aller COVID19-Publikationen des ersten Halbjahres 2020 nahe (Scientometrics 126831-42). Von 23.594 in Web of Science oder Scopus gelisteten Publikationen mussten 1,3 Prozent korrigiert oder binnen kurzer Zeit zurückgezogen werden, trotz vorherigem Peer Review. Vor 2020 traf dieses Schicksal im Durchschnitt nur vier von zehntausend Publikationen, also 0,04 Prozent. Infiziert SARS-CoV-2 zu allem Überfluss auch noch unsere wissenschaftliche Integrität?

In Heft 6/2021 legten wir dann auf Seite 8 unter „Inkubiert“ folgendermaßen nach:

Leider steht es mit [der Qualität] der Corona-Forschung bekanntlich nicht zum Allerbesten – auch wegen der enormen Dringlichkeit, Ergebnisse zu liefern. So sagen Experten, dass von der enormen Flut an Corona-Preprints rund siebzig Prozent deutliche Mängel aufweisen. Folgerichtig hielt schon vor einiger Zeit eine Metastudie fest, dass von tausend weltweit duchgeführten Studien zur Infection Fatality Rate von COVID-19 nur eine „sehr geringe Zahl“ den normalen methodischen Standards entsprach. Und selbst nach Peer Review und „ordentlicher“ Publikation in einem „richtigen“ Journal bleibt es oft zumindest schwammig. Nicht umsonst wurden innerhalb des letzten Jahres bereits über hundert Originalartikel rund um Corona wieder zurückgezogen.

Der Peer Review war also unter Verdacht. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zurück zur Normalität!

1. September 2021 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“:

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

 

Paradoxe Prävention

4. August 2021 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“:

 

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

 

Evidenz — und dann lange nichts mehr?

21. Juli 2021 von Laborjournal

Ein großer Kritikpunkt im Rahmen der Bewältigung der Corona-Krise lautet, dass die Entscheidungen der Politik zu wenig evidenzbasiert zustandekommen. Dies wiederum – so die Kritiker weiter – liege jedoch mit daran, dass die medizinischen (und auch andere) Wissenschaften zu wenige Daten systematisch nach den Maßgaben der evidenzbasierten Medizin erheben. Mit der Folge, dass sich die Politikberatung nur selten auf echte und robuste Evidenz aus den (medizinischen) Wissenschaften stützen kann.

In seiner Kolumne „Von Botswana lernen, heißt im Kampf gegen Corona siegen lernen!“ schrieb etwa unser „Wissenschaftsnarr“ Ulrich Dirnagl dazu:

Wir haben eine Flut von Studien, die die Wirksamkeit von Corona-Maßnahmen mittels statistischer Modellierung untersuchen – und nicht ganz überraschend zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. […] Dazu gibt es eine Flut von Beobachtungsstudien, welche die Effekte von Corona-Maßnahmen zum Gegenstand haben. Aber solche Beobachtungsstudien liefern nur schwache Evidenz und erlauben keine kausalen Schlussfolgerungen. Was wir deshalb bräuchten, sind randomisierte und kontrollierte Studien (RCT), in denen spezifische Corona-Maßnahmen als Intervention getestet werden. RCTs sind schließlich der Goldstandard zur Überprüfung therapeutischer Interventionen in der Medizin.

Aber ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Brauchen wir zu den diversen offenen Fragen der Corona-Pandemie tatsächlich nur systematisch Studien nach dem Goldstandard der evidenzbasierten Medizin durchführen – und alles wird gut?

Ganz sicher nicht, meint Trisha Greenhalgh, Professorin für Primary Care Health Science an der Universität Oxford, in einem aktuellen Editorial für PLoS Medicine. Mehr noch: Gleich in der Überschrift dreht sie den Spieß komplett um und stellt stattdessen die Gegenfrage: „Wird COVID-19 zur Nemesis der evidenzbasierten Medizin?“    Diesen Beitrag weiterlesen »

Tarnen und täuschen

16. Juni 2021 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“:

 

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

 

Forschers Corona-Frust

19. Mai 2021 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“:

 

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

 

Die Corona-Plastiklawine

12. Mai 2021 von Laborjournal

Wir hatten ja schon mehrfach berichtet, dass der globale Verbrauch an Plastik-Verbrauchsmaterialien für das Labor wegen der Corona-Krise an seine Grenzen gestoßen ist. Die Nachfrage ist aus diesem Grund weltweit stark gestiegen – sodass die Laborausrüster die benötigten Mengen nicht immer schnell genug produzieren können. Als Folge davon gehen einzelne Labore häufig erstmal leer aus und müssen lange auf Nachschub warten – vor allem natürlich diejenigen, die eben keine Corona-Forschung oder -Diagnostik betreiben.

Doch wo landen die verbrauchten Verbrauchsmaterialien? Oder anders gefragt: Wie viel Plastikmüll entsteht dadurch gerade?

Allein für die Wegwerf-Materialien, die in der weltweiten SARS-CoV-2-Diagnostik verbraucht werden, referiert unser Redakteur Harald Zähringer in unserem neuen Heft die folgenden Zahlen:

Einen großen Batzen des Plastikmülls aus Laboren macht Verbrauchsmaterial für die PCR aus – dazu gehören insbesondere Pipettenspitzen, PCR-Tubes und Tube-Streifen, PCR-Platten sowie Versiegelungsfolien.

Eine kleine Vorstellung davon, wie viel PCR-Plastikmaterial in Laboren verbraucht wird, vermittelt eine Studie der Biologin Paulina Bahamonde, die an der Universidad de Playa Ancha in Valparaíso, Chile, die Auswirkung von Umweltgiften auf marine Ökosysteme untersucht. Ihr Team versuchte die Plastikmenge abzuschätzen, die allein für RT-PCR-Tests auf SARS-CoV-2 in Diagnostik-Laboren von März bis August 2020 anfiel (Sci. Total Environ. 760: 144167).

Dazu wogen die Chilenen sämtliche Plastikgefäße, die für die Extraktion der RNA und die anschließende RT-PCR benötigt werden, und berechneten daraus das Gewicht des pro Einzel-Test verwendeten Plastikmaterials. Heraus kamen 37,27 Gramm Kunststoff, der größte Teil (33,54 Gramm) davon Polypropylen, gefolgt von etwas Polyester (3,06 Gramm) und geringen Mengen Polyethylen (0,66 Gramm). Bei den Abermillionen Corona- Tests, die weltweit durchgeführt werden, summierten sich die wenigen Gramm Plastik pro Test bis August 2020 auf mehr als 15.000 Tonnen. Den Löwenanteil von fast 10.000 Tonnen verbrauchte Asien, jeweils deutlich mehr als 2.000 Tonnen ging auf das Konto von Europa und den USA.

Rechnet man hierzu noch die unzähligen PCRs in Forschungslaboren hinzu, kann man sich leicht vorstellen, was für ein riesiger Müllberg Tag für Tag allein durch PCR-Verbrauchsmaterialien entsteht.

Im Jahr 2015 errechnete ein englisches Team, dass in der biowissenschaftlichen Forschung weltweit jährlich 5,5 Millionen Tonnen Plastikmüll anfallen (Nature 528: 479). Nur in der Forschung wohlgemerkt, ohne Diagnostik! Nimmt man die dazu, dürfte man in dem zurückliegenden Corona-Jahr wohl locker auf einen Tonnenbetrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich kommen.

Harald Zähringer / Ralf Neumann

(Foto: radiostudent.si)

 

Forschungsförderung in Zeiten von Corona

5. Mai 2021 von Laborjournal

Ist die Art und Weise, wie wir hierzulande Forschung fördern, geeignet, um zeitnah die dringend benötigten Daten und Erkenntnisse zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu generieren? Haben unsere Forschungsförderer flexibel und entschieden genug auf die plötzliche Herausforderung reagiert?

In unserem Heft 3/2021 beschrieben wir unter „Inkubiert“ (S. 7) ein Dilemma zwischen der Kernidee unserer Grundlagenforschungsförderung einerseits sowie den konkreten Notwendigkeiten einer schnellen und gezielten Pandemie-Forschung andererseits wie folgt:

Im freien „Wettbewerb der Ideen“ können Forscherinnen und Forscher Projekte ausspinnen und beantragen. Höchstens in einigen bestimmten Programmen werden allenfalls sehr breite thematische Klammern vorgegeben – beispielsweise um ein wichtiges neues Forschungsfeld auch hierzulande zu etablieren.

Das hat bis jetzt gut funktioniert. Und da die Forschergemeinde sich auch oft genug von alleine für drängende Themen interessiert, kam neben der reinen Erkenntnis auch immer wieder etwas Anwendbares mit heraus – gerade in der Medizin.

Plötzlich verlangt die Corona-Pandemie von der Forschung jedoch so dringend wie nie zuvor ganz konkrete Antworten auf bohrende Fragen – nicht zuletzt, um auf deren Basis praktische Entscheidungen für unsere Gesellschaft treffen zu können. Doch hierbei funktionieren die Förderinstrumente der freien Grundlagenforschung offenbar nur noch suboptimal. Sicher, BMBF und DFG leiten jede Menge ihrer Mittel in Corona-Forschung um. Da sie diese aber wie gewohnt im Wettbewerb ausschreiben, können sie am Ende nur diejenigen Projekte fördern, die die Forscher ihnen anbieten. Und womöglich sind einige wichtige Projekte dummerweise nicht mit im Angebot.

Einfach umschwenken können die Forschungsförderer offensichtlich nicht – und stattdessen klar sagen: „Wir brauchen folgende Daten – wer also das Projekt dazu macht, bekommt Geld!“

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Test-Wahrscheinlichkeiten

21. April 2021 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“:

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

 

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