Eulen-Bionik, nicht nur für Kinder

19. Juni 2013 von Ralf Neumann

Wie macht man eigentlich eine Vorlesung für die vielen Kinderuni-Veranstaltungen hierzulande? Zum Beispiel so, wie der Zoologe Hermann Wagner im Dezember an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule RWTH Aachen über seine Arbeit zu “Bionik & Eulen” erzählte:

Sehr schön — und sehr interessant dazu!

Wer’s indes zumindest von der Darstellung her noch ein wenig professioneller haben will: Auch die 3sat-Wissenschaftssendung “nano” hat kürzlich über Wagners Eulen-Bionik berichtet — insbesondere wie sein Team mit einem fahrbaren Kamerawagen, der mit mehreren Hochgeschwindigkeitskameras und Lasermessinstrumenten ausgerüstet ist, den Flug der Schleiereule über eine Strecke von 30 Metern genauestens aufzeichnen kann. Das Video “Vorbild Schleiereule” gibt’s hier in der 3sat-Mediathek.

(P.S.: Auch unsere Lab Times-Eule hat’s genossen ;-) .)

(Zuerst gesehen im Blog Der Nesselsetzer, hier und hier)

Ein ganz normaler Tag im Labor… (1)

17. Juni 2013 von Ralf Neumann

Es ist ein Alptraum. Deine Gelkammer ist verschwunden, samt Gel. Trotz unübersehbarer Signierung: „Pfoten weg, sonst Backe.“ Dabei bist Du heute extra früh raus, um Dir einen der heiß begehrten Elektrophoreseplätze zu sichern — und jetzt ist das Gel weg.

Natürlich ist der Übeltäter schnell gefasst: „Ich muss doch dieses Gel noch fertigkriegen für meine Arbeit“, stammelt Pubsi. „Es sind aber noch zwei Slots frei, wenn Du willst?“ Zwei Slots? Ich brauche sieben…

Na super! Und was nun? Paper lesen? Keine Lust. Puffer machen? Zwecklos. Noch ehe Du zwei Leuten “Guten Tag” gesagt hast, sind die auch wieder leer — natürlich nur “geborgt”, versteht sich. Außerdem hat irgendein Trottel schon wieder meine Pipetten entführt, und ich will nicht jeden Tag aufs neue Ostern  spielen.

Eigentlich müsste ich ja dringend ein paar Kulturen ansetzen. Doch ist der Schüttler genau bis Übermorgen belegt. Hammerversuch von Schmuus — riesige Kolben mit Zeugs, das aussieht wie Urin (und auch so riecht). Diesen Beitrag weiterlesen »

Best of Science Cartoons (14)

14. Juni 2013 von Ralf Neumann

(Von xkcd)

Zeigt her Eure negativen Resultate!

12. Juni 2013 von Ralf Neumann

Sicher eine gute Aktion: Die Open Access-Zeitschrift F1000Research ruft dazu auf, Manuskripte, die negative oder Null-Resultate beschreiben, explizit dort einzureichen. Haben die Editoren sich versichert, dass die jeweiligen “Kein Effekt”-Resultate klaren Fragestellungen und solider experimenteller Arbeit entspringen, veröffentlichen sie die entsprechenden Paper gebührenfrei. Jedenfalls, sofern das Manuskript vor dem 31. August bei F1000Research eingetroffen ist — solange geht vorerst die Aktion.

Warum das eine gute Idee ist, beschreibt F1000Research in seinem Blog selbst sehr gut:

It can be very difficult to get papers presenting negative or null results published.  Many important results from scientific experiments are never published in the traditional peer reviewed literature, but negative and null results present a particular challenge. Despite the fact that many of these experiments are carefully designed and well executed, negative-result papers are regularly turned down by journals simply because they don’t show an exciting new finding.

This is not only a disappointment for the researchers who conducted the work, it’s also damaging to the overall scientific record. Diesen Beitrag weiterlesen »

Paper-Einbruch

10. Juni 2013 von Ralf Neumann

Oft heißt es, heutzutage würden immer weniger Originalartikel tatsächlich gelesen. Wer dies jedoch noch halbwegs regelmäßig tut, dem dürfte es beim Paperlesen ziemlich sicher schon mal folgendermaßen gegangen sein:

Ein Paper fängt richtig stark an. In der Einleitung führt es ganz verschiedene Befunde äußerst eingängig zusammen und entwickelt dabei eine derart neue und originelle Perspektive, dass sich am Ende die zentrale Frage des Artikels überraschend klar und logisch herausschält. Dann der Ergebnisteil: Saubere Experimente mit allen denkbaren Kontrollen bringen mehr als genug Daten, um eine wasserdichte Statistik durchzuziehen. Drei, vier absolut überzeugende Abbildungen entstehen auf diese Weise. Die Schneise ist damit ins Dickicht geschlagen, der weitere Pfad liegt klar und hell vor einem. Gespannt wartet man als Leser nur noch auf den entscheidenden Clou…

… Doch völlig unvermittelt bricht das Paper ein. Die letzten zwei, drei Datensätze passen zwar irgendwie, lassen die Story aber auf der Stelle treten Diesen Beitrag weiterlesen »

Problematischer Nachwuchs

3. Juni 2013 von Ralf Neumann

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Prof. T. Ortenbauer, Forschungszentrum Teilstadt.

LJ: Herr Professor Ortenbauer, ehrlich gesagt — Sie wirken niedergeschlagen?

Ortenbauer: Bin ich wohl auch.

LJ: Warum denn?

Ortenbauer: Schon wieder leer ausgegangen bei der aktuellen Antragsrunde. Wie beim letzten Mal.

LJ: Woran liegt’s?

Ortenbauer: Tja, die Konkurrenz ist zu stark. Beide Male hieß es, sie hätten in meinem Feld schon das Maximum an Projekten bewilligt. Und die wären alle erfolgversprechender als meines.

LJ: Und wie sehen Sie das?

Ortenbauer: Einige andere Gruppen kenne ich ja — und die sind schon sehr gut. Das Tragische dabei ist, dass da ein paar von meinen eigenen Ex-Studenten dabei sind. Leute also, die ich selber ausgebildet habe. Diesen Beitrag weiterlesen »

Journal Covers, etwas anders (5)

31. Mai 2013 von Ralf Neumann

Titelblatt von Nature vol. 497 (7447) vom 2. Mai 2013

Dazu heißt es:

Genetically modified crops, we were promised, would deliver a second green revolution: a wealth of enhanced crops that would provide food to the starving, profits to farmers and a greener environment to boot. In many ways that revolution has arrived, but there have been setbacks and disappointments too. In this special issueNature charts the development of GMO technology in the past three decades and looks for the green shoots that might form the basis of the next generation of GMOs. Cover: Kelly Krause/Nature (photo: Nagy-Bagoly Arpad/Shutterstock)

Eine Open Science Horror Story

29. Mai 2013 von Ralf Neumann

Die Daten sind auf einem USB-Drive. Der ist in einer Schachtel, und die ist Zuhause — aber da sind so viele Schachteln…

… und noch viel mehr, was man auf die Anfrage nach Originaldaten NIE erleben sollte:

(Via nyuhsl)

Zweckentfremdet

27. Mai 2013 von Ralf Neumann

Oftmals sind es einzelne Anekdoten, die ein besonders scharfes Licht auf den Wissenschaftsbetrieb werfen. Dies sogar umso mehr, wenn es um etwaiges Schindluder geht, das mancher dort bisweilen treibt.

In diesem Sinne ist auch die folgende kleine Geschichte zum Thema Empfehlungsschreiben (“Letter of Recommendation”) zu verstehen, die ein Forscher vor einigen Jahren im Rahmen einer Befragung  erzählte. Demnach hörte er in seiner Postdoc-Zeit über einen sehr bekannten Institutsdirektor, dass dieser solche “Letters of Recommendation” komplett für seine eigenen Bedürfnisse zweckentfremdete: War jemand richtig gut, schrieb er absolut lausige Empfehlungen, um sie/ihn möglichst lange in seinem Labor zu halten; genügte dagegen jemand seinen Ansprüchen nicht, lobte er sie/ihn über den grünen Klee, um sie/ihn möglichst schnell loszuwerden.

Offenbar sprach sich dieses ethisch mehr als fragwürdige Gebahren jedoch ziemlich schnell hinter den Kulissen herum, so dass den meisten bald klar war: Stellte sich jemand aus dem Labor dieses Schlaumeiers mit lausiger Referenz vor — unbedingt nehmen!

 

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