Corona-Projekt?

30. Juni 2020 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

Coronakrisen-Duell

15. Juni 2020 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

MTLAs – Systemrelevant, aber kaum beachtet

8. Juni 2020 von Laborjournal

Foto: Klinikum Dortmund

Ist den Leuten eigentlich klar, welch verantwortungsvolle Arbeit in der Coronakrise gerade Medizinisch-Technische LaboratoriumsassistentInnen (MTLA) leisten? Die Betroffenen selbst scheinen dies nicht zu meinen — und fühlen sich in ihrem Beruf zu wenig wertgeschätzt. Dies zwar nicht erst jetzt — aber jetzt gerade ganz besonders. Jedenfalls haben wir gerade die folgende E-Mail über Maßnahmen erhalten, mit denen mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für diese gesamte Berufsgruppe geschaffen werden soll:

Liebes Laborjournal-Team,

als Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen (MTLA) verfolgen meine Kolleginnen und ich mit Aufmerksamkeit die aktuelle Corona-Krisensituation und den medialen Umgang damit. Leider wird unserer Berufsgruppe bei den meisten Diskussionen keinerlei Beachtung geschenkt. Dabei sind wir es, die — unter vielen anderen gesundheitsrelevanten Tests, oft in Nacht- und Wochenendschichten — auch für die SARS-CoV-2 Diagnostik zuständig sind. Den meisten Menschen ist dies — genau wie unser vielseitiger Beruf — völlig unbekannt. Es wäre jedoch an der Zeit, den Beruf der MTLA und unsere höchst verantwortungsvolle Arbeit ein wenig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, zumal es aktuell schon einige Nachwuchsengpässe gibt, die in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen werden, wohingegen der Bedarf an MTLA deutlich steigen dürfte. Ich habe deshalb im Namen meiner Kolleginnen einen „Offenen Brief“ an unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst, der in Kopie auch an den Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, sowie den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ging. Leider gab es keinerlei Antwort darauf. Darüber hinaus habe ich zu den Punkten im Brief eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Sie ist unter folgendem Link aufzurufen:

[Link]

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Kolleginnen und mich dabei unterstützen würden, auf die Situation der MTLA aufmerksam zu machen. Wir brauchen 50.000 Mitzeichner bis 30. Juni!

Mit freundlichen Grüßen […]

Bis heute haben erst schlappe 342 Personen die Petition unterzeichnet. Geht da noch was?

Endlich wieder im Labor

20. Mai 2020 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und die Corona-Krise“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

Corona-Enthusiasmus

13. Mai 2020 von Laborjournal

Weiterhin in unserer Reihe „Forscher Ernst und das Coronavirus“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

Corona-Weichei

6. Mai 2020 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und das Coronavirus“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

Nach dem Lab-Lockdown…

29. April 2020 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und das Coronavirus“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

Corona-Experten

22. April 2020 von Laborjournal

In unserer Reihe „Forscher Ernst und das Coronavirus“ …

(Gezeichnet von Rafael Florés. Jede Menge weiterer Labor-Abenteuer von „Forscher Ernst“ gibt es hier.)

Regel-Mogeleien

5. Februar 2020 von Laborjournal

Bevor die Gelder eines bewilligten Förderantrags fließen, muss man einen gewissen Regelkatalog unterschreiben — unter anderem mit dem Ziel, dass man ja kein Schindluder mit den Fördermitteln treibe. Einige dieser Regeln können in der Praxis jedoch leicht zu gewissen Absurditäten führen…

Ein Beispiel hierfür liefert wiederum die Umfragestudie „Normal Misbehavior: Scientists Talk About the Ethics of Research“, aus der wir uns schon für den letzten Beitrag be­dien­ten (J. Empir. Res. Hum. Res. Ethics 1(1): 43-50). Diese zitiert einen Befragten — sinngemäß übersetzt — folgender­ma­ßen:

Sagen wir, ich habe zwei verschiedene Grants. Jetzt muss ich zwei Flaschen der gleichen Chemikalie kaufen, weil ich etwas, das ich mit Geldern des einen Grants angeschafft habe, nicht für Projekte verwenden darf, die von einem anderen Geldgeber gefördert werden. Wenn ich also Grants von fünf ver­schie­de­nen Förderern habe, muss ich theoretisch auch fünf Flaschen der gleichen Chemikalie kaufen. Und ich muss jedes Mal unterschreiben, dass der aufgewendete Betrag aus dem Topf mit denjenigen Mitteln stammt, die genau für dieses Projekt bewilligt wurden. Womit ich zugleich umgekehrt bestätige, dass ich das Zeug auch ausschließlich für dieses eine Projekt kaufe und einsetze… Aber natürlich mache ich das nicht so, sondern benutze ein und dieselbe Flasche in allen Projekten.

Wäre ja auch völlig verrückt, für jedes einzelne Projekt jeweils ein eigenes Set an Standard-Chemikalien wie etwa NaCl oder Agarose anzuschaffen.

Natürlich steht diese Regel irgendwo unter vielen, die allesamt dazu dienen sollen, potenziel-­lem Grant-Missbrauch vorzubeugen. Was ja tatsächlich ein gerechtfertigtes Ziel ist. Wenn die Einhaltung dieser Regeln allerdings in der Praxis wiederholt zu derart abstrusen Situationen führt, wie hier geschildert, dann dürfte man wohl eher etwas anderes erreichen: Dass die Betroffenen sich stets überlegen, wie sie sich um solche Regeln herummogeln können.

Entsprechend schlussfolgern auch die Autoren der Umfrage aus dem geschilderten und weiteren Beispielen:

Es gibt zu viele solcher Regeln. Und viele versuchen, sie zu umgehen, ohne dabei eine gewisse Grenze zu überschreiten. […] Dennoch hielten unsere Befragten fest, dass diese Fülle von Regeln — von denen sie viele als unnötig und zu weit gehend empfinden — am Ende leicht zu tatsächlichem Fehlverhalten führen kann.

Ralf Neumann

 

Können Maschinen bald TAs ersetzen?

2. November 2017 von Laborjournal

In unserer aktuellen Printausgabe 10/2017 stellt Hartmut Böhm, Sprecher des „Bündnis TA“, auf den Seiten 14-16 die bange Frage:Biologisch-technische Assistenten ohne Zukunft oder Zukunft ohne biologisch-technische Assistenten? Eine der großen Gefahren, die den Beruf des Technischen Assistenten im Labor bald überflüssig machen könnten, sieht er darin, dass offenbar immer mehr typische TA-Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt werden können — mit weiterhin stark steigender Tendenz. Wörtlich schreibt er am Ende seines Essays:

Vielmehr scheint es jetzt schon klar zu sein, dass [Technische Assistenten] wegen der rasanten Digitalisierung künftig zunehmend durch Computer verdrängt werden, die an ihrer Stelle Tätigkeiten im biologischen Labor durchführen. Schon 2013 stellten Carl B. Frey und Michael A. Osborne in ihrer Untersuchung „The future of employment: How susceptible are jobs to computerization?“ fest, dass die Tätigkeiten der amerikanischen biologischen Technicians zu etwa 30 Prozent durch Computer zu ersetzen sind. Zwei Jahre später folgte der Forschungsbericht „Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt. Substituierbarkeitspotenziale von Berufen in Deutschland“ des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, verfasst von Katharina Dengler und Britta Matthes. Darin heißt es, das Substituierbarkeitspotenzial für Fachkräfte der Berufshauptgruppe 41, also auch für die Arbeit im biologischen Labor, sei in Deutschland auf 85,6 Prozent gestiegen.

Auch der „Job-Futuromat“, ein Online-Tool der ARD zum Test, in welchen Berufen Maschinen bald die Menschen ersetzen könnten, sieht das Schicksal der BTA nicht wesentlich günstiger. Nach Eingabe von „Biologischtechnische/r Assistent/in“ erfährt man dort, dass schon heute über die Hälfte aller BTA-Tätigkeiten (genau 56 Prozent) von Maschinen übernommen werden könnten. Das riecht nach einer beängstigenden Zukunft für BTA.

Eine Vision, die natürlich nicht unwidersprochen bleibt. So schrieb uns etwa eine Leserin dazu:

Liebes Laborjournal-Team,

ich arbeite nun seit zehn Jahren als TA (gelernt Biotechnologische Assistentin, welche in Ihrem Artikel leider fehlt) und kann Ihrem Artikel nur widersprechen. […] In der Realität übernehmen TAs meist die gesamte Labororganisation. Sie kümmern sich beispielsweise darum, dass Wartungsperioden eingehalten werden, stellen Stock-Lösungen her und unterstützen zusätzlich die Wissenschaftler bei ihren Experimenten.

Jedes Labor ist daher froh über eine langjährig verbleibende Assistentin, da diese die Abläufe im Labor kennt und auf Probleme reagiert. Maschinen werden die Arbeit jeder TA zwar erleichtern und verändern, aber notwendig bleibt diese dennoch. Dies zeigt sich unter anderem auch dadurch, dass bei gleichzeitiger Bewerbung von Bachelor-Absolventen auf TA-Stellen dennoch meist ausgebildete TAs bevorzugt werden, da die Ausbildung in der Praxis deutliche Vorteile gegenüber dem Studium hat.

Mensch oder Maschine? — das ist hier also die Frage. Weitere Meinungen dazu gerne unten im Kommentarfenster, oder auch als Mail an die Laborjournal-Redaktion.

 

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