MTLAs – Systemrelevant, aber kaum beachtet

8. Juni 2020 von Laborjournal

Foto: Klinikum Dortmund

Ist den Leuten eigentlich klar, welch verantwortungsvolle Arbeit in der Coronakrise gerade Medizinisch-Technische LaboratoriumsassistentInnen (MTLA) leisten? Die Betroffenen selbst scheinen dies nicht zu meinen — und fühlen sich in ihrem Beruf zu wenig wertgeschätzt. Dies zwar nicht erst jetzt — aber jetzt gerade ganz besonders. Jedenfalls haben wir gerade die folgende E-Mail über Maßnahmen erhalten, mit denen mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für diese gesamte Berufsgruppe geschaffen werden soll:

Liebes Laborjournal-Team,

als Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen (MTLA) verfolgen meine Kolleginnen und ich mit Aufmerksamkeit die aktuelle Corona-Krisensituation und den medialen Umgang damit. Leider wird unserer Berufsgruppe bei den meisten Diskussionen keinerlei Beachtung geschenkt. Dabei sind wir es, die — unter vielen anderen gesundheitsrelevanten Tests, oft in Nacht- und Wochenendschichten — auch für die SARS-CoV-2 Diagnostik zuständig sind. Den meisten Menschen ist dies — genau wie unser vielseitiger Beruf — völlig unbekannt. Es wäre jedoch an der Zeit, den Beruf der MTLA und unsere höchst verantwortungsvolle Arbeit ein wenig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, zumal es aktuell schon einige Nachwuchsengpässe gibt, die in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen werden, wohingegen der Bedarf an MTLA deutlich steigen dürfte. Ich habe deshalb im Namen meiner Kolleginnen einen „Offenen Brief“ an unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst, der in Kopie auch an den Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, sowie den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ging. Leider gab es keinerlei Antwort darauf. Darüber hinaus habe ich zu den Punkten im Brief eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Sie ist unter folgendem Link aufzurufen:

[Link]

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Kolleginnen und mich dabei unterstützen würden, auf die Situation der MTLA aufmerksam zu machen. Wir brauchen 50.000 Mitzeichner bis 30. Juni!

Mit freundlichen Grüßen […]

Bis heute haben erst schlappe 342 Personen die Petition unterzeichnet. Geht da noch was?

HannoverGEN – der Fall eines Schülerlabors

1. März 2013 von Laborjournal

Niedersachsens neue rot-grüne Regierung plant, das gentechnische Schülerlabor HannoverGEN zu schließen. Eine Online-Petition will es retten.

Die neue rot-grüne niedersächsische Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist voll auf den Anti-Gentechnik-Zug aufgesprungen. Auf Seite 74 des frisch verhandelten Koalitionsvertrages heißt es unter dem Stichpunkt „Gentechnikfreies Niedersachsen“ unter anderem:

„Im Verbund mit der Landwirtschaft wird die rot-grüne Koalition alle Möglichkeiten ausschöpfen, Niedersachsen gentechnikfrei zu halten und dafür keine Fördermittel bereitstellen. Im Bundesrat wird sich die Landesregierung dafür einsetzen, dass es keine weiteren Lockerungen am derzeitigen Gentechnikgesetz geben wird und die Verursacher entsprechender Kontaminationen zum Schadenersatz herangezogen werden. […] Das Projekt HannoverGEN wird beendet.“

Warum das beliebte und erfolgreiche Schülerlabor HannoverGEN völlig zusammenhangslos in diesem Absatz erscheint, wirft Fragen auf. „Es gab nie eine Diskussion darüber, ob die Förderung verlängert werden soll oder nicht. Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass diese Entscheidung rein ideologisch gefällt wurde“, äußert etwa Wolfgang Nellen seinen Unmut über die Entscheidung. Der Professor an der Uni Kassel, „Doppel-Präsident“ des Verbands Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) wie auch der Gesellschaft für Genetik, leitet selbst das ganz ähnliche Schülerlabor Science Bridge. „Fortbildungsangebote streichen und gleichzeitig Entscheidungskompetenz der Bürger erwarten — das passt nicht zusammen.“ Diesen Beitrag weiterlesen »

Streit um EU-Forschungsbudget spitzt sich zu

20. November 2012 von Laborjournal

Diese Woche gilt’s: Wird das Budget des nächsten EU-Forschungsrahmenprogramms „Horizon 2020“ doch gekürzt, oder bleibt es bei den angepeilten 80 Milliarden Euro?

Bereits Ende Oktober berichteten wir an dieser Stelle über drohende Kürzungen an dem nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“, das von 2014 bis 2020 laufen soll. Ursprünglich war ein Budget von 80 Milliarden Euro dafür eingeplant, doch treiben jetzt angesichts der europäischen Finanzkrise einige der EU-Mitglieder dagegen quer.

Mit ausgelöst durch einen offenen Brief, in dem 42 Nobelpreisträger und Fields-Medaillen-Gewinner gegen die mögliche Budget-Schrumpfung protestieren, sammelte eine Online-Petition auf den Seiten der Initiative for Science in Europe (ISE) bis heute die Stimmen von über 140.000 Unterzeichnern gegen die Kürzungsbestrebungen.  Diesen Beitrag weiterlesen »

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