Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs (3)

29. Dezember 2010 von Laborjournal

Peer Review von Original-Manuskripten ist eine Sache höchster Vetraulichkeit. Dennoch treibt hier so mancher Gutachter Schindluder. Und dabei geht es keineswegs nur um die Weitergabe einiger Daten an den eigenen Postdoc.

Wie etwa in folgendem Beispiel: Forscher M reicht ein Manuskript ein, beide Gutachter A und B verlangen eine ‚Major Revision‘. Nach einigen Monaten hat Forscher M diese fertig und reicht das Manuskript erneut ein. Der Editor fragt daraufhin bei A und B an, ob sie die revidierte Version erneut begutachten würden. A sagt zu, B lehnt ab — schlägt aber Kollegen C vor. Das revidierte Manuskript geht also an A und C. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie man in einem Habilitationsverfahren die Grundrechte verletzt

10. Dezember 2010 von Laborjournal

In Hamburg gibt es einen Biochemiker, der seit 21 Jahren gegen die Ablehnung seiner Habilitationsschrift über potenzielle Schizophrenie-Marker klagt. Gestern hat die TAZ die Geschichte von Alfred Fleissner unter dem Titel „Der verhinderte Professor“ veröffentlicht.

Wie groß Fleissners eigener Anteil an der „Verhinderung“ ist, wird daraus nicht ganz klar — abgesehen von einigen Hinweisen, dass er offenbar ein durchaus streitbarer Charakter ist. Indes hatte sich kürzlich das Bundesverfassungsgericht des Falles angenommen. Und dieses schlug sich  insofern auf Fleissners Seite, als dass es das Vorgehen der Gutachter und des Habilitationsausschusses scharf bemängelte. Die TAZ fasste dessen Fazit folgendermaßen zusammen:

Die Wissenschaftsfreiheit des Grundgesetzes schütze Forscher vor unangemessenen Entscheidungen. Eine Habilitationsschrift dürfe nicht nur deshalb abgelehnt werden, weil der Habilitationsausschuss anderer Meinung ist. Wichtig seien deshalb die vorbereitenden Voten der Gutachter. Diese müssten so ausgewählt werden, dass alle Teile der Arbeit sachkundig bewertet werden können. Nur so könne der Habilitationsausschuss eine fundierte Entscheidung treffen, die wiederum voll gerichtlich überprüfbar ist. Ähnliche Regeln hatte früher schon das Bundesverwaltungsgericht aufgestellt. Doch jetzt haben sie quasi Verfassungsrang.

Die Karlsruher Kammer postulierte damit folglich ein „Recht auf sachkundige Leistungsbewertung im Habilitationsverfahren“. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Zu ambitioniert“

12. Oktober 2010 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Assistenzprofessor E.H.R. Geiz, Melanchologisches Institut TH Trübenwil.

LJ: Hallo, Herr Geiz. Irgendwas Schlimmes passiert?

Geiz: Hab’ gerade die Entscheidung über einen Antrag mitgeteilt bekommen.

LJ: Oh je, abgelehnt…

Geiz: Nein nein, glatt bewilligt.

LJ: Ah!… Ja… schön… Aber, Verzeihung, glücklich sehen Sie nicht gerade aus.

Geiz: Doch, doch — ich freu’ mich natürlich. Aber irgendwie ist es schon komisch…

LJ: Was denn?

Geiz: Die haben ihn zwar voll bewilligt — aber sie schreiben auch, dass ich das Projekt durchaus “ambitionierter” hätte formulieren und angehen können.

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Ärgere Deinen Nächsten!

16. Juli 2010 von Laborjournal

Der Autor des Blogs Lounge of the Lab Lemming präsentierte gerade eine hinterhältig-böse Fantasie, wie man seine übelsten Wettbewerber ärgern könne: Man verfasse ein 40-seitiges Manuskript, das überhaupt keinen Sinn macht, schicke es unter falschem Namen und falscher Adresse an das Journal mit dem meistgehassten Chief Editor und gebe die drei ungeliebtesten Konkurrenten als mögliche Gutachter an. Und dann sollen die sich mal abstrampeln…

Schön-böse Idee. Allerdings fragt sich, wer hier wen mehr blockiert. Denn was wird wohl länger dauern: 40 Seiten Unsinn zu fabrizieren; oder 40 Seiten Unsinn als solchen zu erkennen — und ihn in die Tonne zu treten?

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