Heute im Sonderangebot: Transgene Versuchstiere!

16. Juni 2015 von Laborjournal

Beim heutigen „Nach-potentiellen-Artikelthemen-Surfen“ stieß ich auf einen frischen Bericht des… na ja, sagen wir „Biotechnologie-kritischen“ Instituts Testbiotech e.V. Thema des Berichts sind „Patente auf Tiere und neue Gentechnikverfahren“ — Untertitel: „Gewinninteressen führen zu steigender Zahl von Tierversuchen“.

Klar, der Bericht hat eine bestimmte, durchaus auch ideologisch geprägte Stoßrichtung. Schließlich steht dem Verein mit Christoph Then der langjährige Gentechnik-Experte von Greenpeace Deutschland vor. Dennoch blieb ich bei dem Kapitel „Lukrative Märkte für gentechnisch veränderte Versuchstiere“ für längere Zeit hängen. Darin heißt es wörtlich:

Für diese „Tierversuchsmodelle“ hat sich ein lukrativer Markt entwickelt. US-Firmen wie Applied StemCell, Creative Animodel und Cyagen Biosciences bewerben ihre gentechnisch veränderten Versuchstiere aggressiv und bieten entsprechende Tiere wie Sonderangebote im Supermarkt an. […] Die Firma Creative Animodels bietet u.a. Mäuse an, die an Krebs erkranken und Affen als Versuchstiere für Potenzmittel. Die Firma Cyagen Biosciences lockt sogar mit Werbegeschenken: Für gentechnisch veränderte Mäuse gibt es 10% Prozent Nachlass und zusätzlich ein Stofftier oder eine Kaffeemaschine. Werden neue Kunden geworben, gibt es einen Gutschein für Apple. Mäuse werden bei Cyagen Biosciences ab US-$ 17 250 manipuliert, Ratten kosten mindestens US-$ 18 250 (Preise 2013). Anfragen von möglichen Kunden werden strikt vertraulich behandelt.

Nachfolgende Abbildungen stammen von den Websites der verschiedenen Unternehmen (www.appliedstemcell.com/, www.creative-animodel.com/, www.cyagen.com/) die im Mai 2015 besucht wurden, sowie aus den Newslettern der Firmen (zwischen 2013 und 2014).

Von den erwähnten Abbildungen hier nur drei der Firma Cyagen Biosciences:

Fehlt nur noch „Order three, get FOUR!“. Spätestens dann werden transgene Tiere tatsächlich genauso feilgeboten wie bedruckte Kaffepötte oder T-Shirts. Sicher, vielleicht muss das so funktionieren in der freien Marktwirtschaft. Dennoch beschlich mich bei der Lektüre ein ziemlich flaues Gefühl…

Schon in der Einleitung des Berichts äußert Testbiotech die Befürchtung, dass angesichts der reinen technischen Machbarkeit die Frage nach der tatsächlichen Notwendigkeit für Tierversuche immer mehr in den Hintergrund gedrängt zu werden drohe. Das Geschäftsgebahren der oben erwähnten Firmen liefert zumindest keine Indizien dagegen.

Zitat des Monats (7): „Lahm, teuer, uneffizient,…“

20. Dezember 2011 von Laborjournal

Bereits im Jahr 2008 wetterte der langjährige Ex-Editor des British Medical Journal, Richard Smith, in Lab Times gegen das traditionelle Prepublication Peer Review-System. Jetzt legt er in einem Editorial im Journal of Medical Screening (vol. 18(3):113-14) noch einen drauf:

The evidence, as opposed to the opinion, on prepublication peer review shows that its effectiveness has not been demonstrated and that it is slow, expensive, largely a lottery, poor at spotting error, biased, anti-innovatory (as perhaps in this case), prone to abuse, and unable to detect fraud. The global cost of peer review is $1.9 billion, and it is a faith-based rather than evidence-based process, which is hugely ironic when it is at the heart of science.

My conclusion is that we should scrap prepublication peer review and concentrate on postpublication peer review, which has always been the ‘real’ peer review in that it decides whether a study matters or not. By postpublication peer review I do not mean the few published comments made on papers, but rather the whole ‘market of ideas,’ which has many participants and processes and moves like an economic market to determine the value of a paper. Prepublication peer review simply obstructs this process.

Interessanterweise haben die zwei US-Kognitionsforscher Dwight Kravitz und Chris Baker gerade einen sehr passenden Aufsatz in Frontiers of Computational Neuroscience veröffentlicht, in dem sie vorschlagen, wie eine Kombination aus Pre- und Postpublication Peer Review tatsächlich funktionieren könnte. Der Titel: Toward a new model of scientific publishing: discussion and a proposal. Diesen Beitrag weiterlesen »

BIOTECHNICA (5): Messemüde

13. Oktober 2011 von Laborjournal

BIOTECHNICA 2011 -- das ist alles!

Gehen wir zehn Jahre zurück. Es läuft die BIOTECHNICA 2001, die Leitmesse für Laborzulieferer der biomedizinischen Forschung und Analytik. Die Hallen 8 und 9 der Messe Hannover sind prall gefüllt, 1.050 Aussteller präsentieren ihre Produkte.

Zeitsprung. Heute reichen die insgesamt 600 Aussteller gerade noch, um die Halle 9 „ganz gut“ zu füllen. Roche, einer der „Leithammel“ der Branche, nimmt erstmals nicht mehr teil. Thermo, ein anderes „Zugpferd“, stellt mittlerweile nur noch auf einem Bruchteil der einstmaligen Fläche aus. Nationen-Pavillons sieht man nur noch von der Schweiz, Holland, Korea und zwei, drei anderen; Spanien, Italien, UK, die skandinavischen Länder und viele andere sind dieses Jahr nicht mehr gekommen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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