Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs

5. November 2010 von Laborjournal

Ein Klassiker hatte gerade zehnjähriges Jubiläum: In seiner Oktoberausgabe 2000 bewies das Journal of Systems and Software enormen Humor und druckte auf Seite 1 „A letter from the frustrated author of a journal paper „. Großartig! Das Ganze geht los mit:

Dear Sir, Madame, or Other:

Enclosed is our latest version of Ms. #1996-02-22-RRRRR, that is the re-re-re-revised revision of our paper. Choke on it. We have again rewritten the entire manuscript from start to finish. We even changed the g-d-running head! Hopefully, we have suffered enough now to satisfy even you and the bloodthirsty reviewers.

Und dann geht’s richtig zur Sache. Noch ein Beispiel:

Still, from this batch of reviewers, C was clearly the most hostile, and we request that you not ask him to review this revision. Indeed, we have mailed letter bombs to four or five people we suspected of being reviewer C, so if you send the manuscript back to them, the review process could be unduly delayed.

Wie gesagt, ein Klassiker! Allerdings einer, der in der deutschsprachigen Life Science-Szene kaum bekannt scheint. Das wollen wir nun ändern. Bei Elsevier muss man für die Originalveröffentlichung aus dem Journal of Systems und Software zwar zahlen, aber den ganzen Text gibt’s noch mannigfach woanders im Web — etwa hier, oder hier.

Viel Spaß! Aber Vorsicht, Betroffenen könnte das Lachen im Hals stecken bleiben.

Man darf ja wohl noch träumen…

5. Juli 2010 von Laborjournal

…, so wie YoungFemaleScientist in ihrem Blog-Beitrag „Fantasy Institute“ über „traumhafte“ Forschungsbedingungen:

Scientists in Fantasy Land have announced the opening of a new Research Institute, to be located in Far Far Away. This Institute will be funded by grants from Bill Gates, Oprah, and Donald Trump, and will be dedicated to curing human disease because the drug companies won’t do it and the Obamacare plan stalled and never helped anybody…

So geht ihr Traum los. Witzig, lesenswert! Und wie sagte schon der amerikanische Autor Carl Sandburg:

Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht.

Ein Märchen (!?)

29. Juni 2010 von Laborjournal

Vor langer, langer Zeit gab es irgendwo am Rande eines finsteren Waldes eine wunderschöne Wiese. Die Leute, die auf dieser Wiese lebten, widmeten sich damals vollständig der Erforschung ihrer Umgebung. Ausgerüstet mit einer Vielzahl von Geräten und Instrumenten bestimmten die einen sorgfältig die Länge der Grashalme; andere maßen die Gewichte der Steine, die sie in der Wiese fanden; und die Klügsten und Erfahrensten unter ihnen bestimmten gar Wachstumsraten oder Intensität der Blütenfarben verschiedener Wiesenkräuter in Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge. Oft trafen sie sich dann am Abend um ihre neuesten Daten und Statistiken ausgiebig miteinander zu diskutieren.

In den dunklen Wald allerdings gingen sie nie.

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Lehren aus der Wissenschaftsgeschichte

10. Juni 2010 von Laborjournal

Nachdem Gregor Mendel Abt war, hatte er keine Zeit mehr zum Erbsen beobachten.

Kann man aus der Wissenschaftsgeschichte überhaupt etwas Brauchbares lernen? Sicher, werden viele sagen. Vor allem die Hintergründe wichtiger Entdeckungen sind doch interessant — gerade wenn man mit Blick auf Gegenwart und Zukunft womöglich wiederkehrende Muster herausschälen kann.

Dennoch kann dies nicht ganz den Eindruck verwischen, dass die Wissenschaftsgeschichte von vielen „harten“ Bioforschern eher belächelt wird. Dies nicht zuletzt deswegen, weil sie als Zwitterdisziplin allein von der Methodik her deutlich zu den Geisteswissenschaften ausschlägt. „Lehnstuhl-Fach“ hört man etwa über sie aus dieser Ecke. „Liefert lediglich ‚Nice to know‘-Geschichten statt ‚Need to know‘-Erkenntnisse.“ Okay, kann man so sehen. Diesen Beitrag weiterlesen »

‚Ansichten eines Profs‘ (54) — Postdoc-Schwemme

8. April 2010 von Laborjournal

(Aus unserem letzten Heft, Laborjournal 3/2010: Folge 54 unserer „Ansichten eines Profs“ von Axel Brennicke mit dem Titel „Postdoc-Schwemme“ (S. 46) provozierte in der Zwischenzeit einige kontroverse Kommentare. Daher bringen wir nun Brennickes Text samt einiger der bisherigen Kommentare auch hier in unserem Blog — und laden ein zu weiteren Rückmeldungen über die unten folgende Kommentar-Funktion.)

Postdoc-Schwemme

von Axel Brennicke, Mol. Botanik Uni Ulm

Unregelmäßig flattern bunt gedruckte Werbeplakate über die Schreibtische der Professoren in unserem Land. Jährlich werden es mehr. Alle bitten, aufgehängt zu werden. Meist in Ausländisch: „We kindly ask you to place the enclosed poster in a prominent location where it will attract the attention of students in life and natural sciences, engineering, informatics and medicine.“

Die penetrante Werbung um Doktoranden kommt zunehmend auch per E-Mail. Da soll ich die Poster sogar selbst ausdrucken und aufhängen, tunlichst in Farbe auf meinem alten Schwarz-Drucker. Diesen Beitrag weiterlesen »

Stell Dir vor, keiner gutachtet mehr

12. Januar 2010 von Laborjournal

Es ist noch gar nicht lange her, da war ein US-Professor derart genervt davon, wie oft ihn Forschungsorganisationen und Zeitschriften um Gutachten zu Föderanträgen und Manuskripten baten, dass er zu einer drastischen Maßnahme griff. Zuerst sortierte er gewissenhaft aus, welche Organisationen und Zeitschriften tatsächlich wichtig für ihn und seine Forschung waren; dann schrieb er allen anderen ein und denselben Brief mit der Kernaussage: „Ich schlage Euch folgenden Deal vor: Ihr schickt mir keine Manuskripte/Anträge mehr, und ich schicke Euch auch keine. Fazit: Ich muss nichts für Euch begutachten, und ihr nichts von mir.“ Klingt fair, oder?

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Laborjournal 12/2009…

11. Dezember 2009 von Laborjournal

titel-12-2009… wird gerade ausgeliefert und ist damit natürlich freigegeben für Diskussion, Gemeckere und Lobhudelei. Entweder direkt als Kommentar auf diesen Blog-Eintrag oder via E-Mail an redaktion@laborjournal.de.

Als „Starter“ empfehlen wir Miriam Ruhenstroths Artikel über „Forschen nach Stechuhr“ ab Seite 20, und natürlich unsere gewohnt-bewährten Kolumnen. Zum Hauptgericht dann vielleicht den Cover-Artikel über „Science on Stage“ (S. 12) mit Winni Köppelles Kritik am neuen Gendiagnostikgesetz als Beilage (S. 42). Die Buchbesprechungen zum Thema Evolution ab Seite 51 laden geradezu zum Nachtisch ein. Und wenn dann der nächste Hunger kommt, steht immer noch genug Neues auf der Karte.

Und noch eine Empfehlung unserer Redaktionsküche: Probieren Sie das Rätsel (S. 36). Es ist dieses Mal ganz besonders leicht und schmackhaft, oder?

„Das Bachelor-Bashing geht mir auf die Nerven“

26. November 2009 von Laborjournal

(Gastbeitrag zu den aktuellen Studentenprotesten von Gerd Klöck, Professor für Bioverfahrenstechnik an der Hochschule Bremen)

iStock_000009013281SmallMöglicherweise hat es bei der Umsetzung der Reformvorschläge aus Bologna Probleme gegeben, aber das „alte“ Diplomsystem sollte nicht einfach nostalgisch verklärt werden. Der Bachelor kann vielen Studienprogrammen im Gegenteil sogar gut tun. Nehmen wir als Beispiel die Biologie an der Hochschule Bremen. Biologie an einer Fachhochschule, das geht doch gar nicht, erst recht nicht als Bachelor. Was sollen die schon können?

Na, zuerst einmal mit dem typisch deutschen  Vorurteil aufräumen, das man von seinem Titel auf den Menschen schließen kann. Nehmen wir die wesentlichen Kritikpunkte am Bachelor einmal auf: Diesen Beitrag weiterlesen »

Heiligs Blechle

20. November 2009 von Karin Hollricher

Autobahn1Die Autobauer stecken viel mehr Geld in Forschung und Entwicklung neuer Vehikel als die von unzähligen Politikern als so ungemein „zukunftsträchtig“ gespriesene pharmazeutische Industrie.

Die vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft gestern bekanntgegeben Zahlen für das Jahr 2007 zeigen es überdeutlich: in Deutschland fährt die Autoentwicklung auf der linken Spur der Autobahn, die Forschung in der Pharmaindustrie auf der Kriechspur. Dem  Bericht nach investierte die Industrie in 2007 in Deutschland rund 42,6 Mrd. Euro. Davon gingen knapp 8 % an die Forscher in der der pharmazeutischen Industrie, rund 37  % an die Fahrzeugbau-Entwickler. Dieses Verhältnis zeigt sich auch in der Anzahl der Beschäftigten. In F&E-Abteilungen Pharma arbeiteten vor zwei Jahren etwa 6 %, im Fahrzeugbau 31 % aller in der Industrie angestellten F&E-Mitarbeiter. Sollen wir daraus schließen, dass die Zukunft deutscher Wirtschaft eben doch nicht in der Erforschung von Krankheiten und Entwicklung neuer Therapien und Wirkstoffe sondern im Fahrzeugbau liegt?

(Foto: iStockphoto / MCCAIG)

Robert Enkes „Botschaft“ auch für den Wissenschaftsbetrieb

15. November 2009 von Laborjournal

enke

Gerade ist im Fußballstadion von Hannover 96 die Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke zu Ende gegangen. Warum schreibt jetzt Laborjournal darüber? Ein Wissenschaftsmagazin?

Ein Punkt ist, dass es in der Laborjournal-Redaktion einige Fußballfans gibt, die die Umstände des Freitods von Robert Enke sehr berührt haben. Genauso wie wir aus unserer langjährigen Tätigkeit wissen, dass es unter den Bioforschern Deutschlands erstaunlich viele Fußballanhänger gibt — denen es wohl ähnlich geht.

Dies alleine rechtfertigt jedoch sicher nicht, hier an dieser Stelle ein paar wenige Gedanken zu dem traurigen Tod eines herausragenden Fußballers und Menschen zu verlieren. Vielmehr sind es einige offenkundliche Parallelen zwischen dem Profifußball-Geschäft und dem Wissenschaftsbetrieb, weshalb jetzt auch letzterer einmal aufhorchen und innehalten könnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

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