Lehren aus der Wissenschaftsgeschichte

10. Juni 2010 von Laborjournal

Nachdem Gregor Mendel Abt war, hatte er keine Zeit mehr zum Erbsen beobachten.

Kann man aus der Wissenschaftsgeschichte überhaupt etwas Brauchbares lernen? Sicher, werden viele sagen. Vor allem die Hintergründe wichtiger Entdeckungen sind doch interessant — gerade wenn man mit Blick auf Gegenwart und Zukunft womöglich wiederkehrende Muster herausschälen kann.

Dennoch kann dies nicht ganz den Eindruck verwischen, dass die Wissenschaftsgeschichte von vielen „harten“ Bioforschern eher belächelt wird. Dies nicht zuletzt deswegen, weil sie als Zwitterdisziplin allein von der Methodik her deutlich zu den Geisteswissenschaften ausschlägt. „Lehnstuhl-Fach“ hört man etwa über sie aus dieser Ecke. „Liefert lediglich ‚Nice to know‘-Geschichten statt ‚Need to know‘-Erkenntnisse.“ Okay, kann man so sehen.

Jetzt ist es aber so, dass Forschungsplaner heutzutage immer drängender wissen wollen, unter welchen Bedingungen Forscher für möglichst wenig Geld viele tolle und — wenn es geht — auch noch anwendbare Erkenntnisse liefern. Und hier kann ein Blick in die Wissenschaftgeschichte — wie eingangs schon erwähnt — durchaus helfen.

Beispielsweise berichtete ein Professor kürzlich in einem Vortrag über Gregor Men­del, dass dessen Forschungen zu den Gesetzmäßigkeiten der Vererbung ganz plötzlich abbrachen. Warum? Seine Mit-Pater hatten ihn zum Abt gewählt. Mendel blieben nur noch Klagen: „Ich fühle mich wahrhaft unglücklich, dass ich meine Pflanzen und Bienen so gänzlich vernachlässigen muss“, schrieb er.

Ähnlich, so der Professor weiter, erging es damals auch zwei we­niger bekannten, aber ebenso originellen Zeitgenossen Mendels: Augustin Sagerets Forschertätigkeit mit Kür­bishybriden versiegte, als er die Leitung einer großen landwirtschaftlichen Domäne übernahm; ebenso wie diejenige des Pfarrers und Bienenforschers Johann Dzierzon, als er seine Bienenzucht zum Geschäft machte, da viele Imker seine Königinnen haben wollten.

Süffisant schloss der Professor daher seinen Bericht mit dem Fazit: „Macht also Eure hellsten Köpfe nicht zu Direktoren oder Vortständen, und hütet Euch vor Firmengründungen.“

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