Daumenprobleme?

3. Juli 2012 von Laborjournal

In den letzten Tagen gingen in der Redaktion vermehrt Meldungen von Pipettenherstellern ein, in denen sie insbesondere und umfassend die vermeintlich überlegene Ergonomie ihrer neuen Produkte herausstrichen. Uns erinnerte dies natürlich sofort an das launige „Inkubiert“ aus Laborjournal 11/2010, welches wir aus diesem Anlass hiermit „wiederbeleben“:

„Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Schwerarbeit Ihr Daumen während eines mehrstündigen Pipettier-Marathons leistet?“ Schicksalsträchtig mahnend springt einem diese bedrohlich klingende Frage vom Kopf des Firmenprospekts direkt ins Gewissen — Abteilung „Selbstprüfung“.

„Äh, nein — nicht wirklich“, muss sich der in nahezu einem Jahrzehnt Laborarbeit gestählte Postdok eingestehen. „Schwerarbeit verrichte ich eher auf dem Mountainbike, dem Snowboard oder dem Fußballplatz“, denkt er vielmehr. „Ach ja, und natürlich beim Holz machen für den Kachelofen, Garten umgraben, Getränkekisten schleppen,… Aber hier im Labor? Diesen Beitrag weiterlesen »

Wann ist ein Autor ein Autor?

14. Juni 2012 von Karin Hollricher

GhostwriterWie viel Input muss ein Forscher in eine Publikation geben, um sich Autor derselben nennen zu dürfen? Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, weil es nämlich Firmen gibt, die professionelles wissenschaftliches Schreiben anbieten.

Einen solchen Service haben beispielsweise Frank G. Holz, Direktor der Universitätsaugenklinik Bonn, sowie sein Kollege Carsten H. Meyer in Anspruch genommen. Und zwar für die Erstellung eines Reviews für die zum Nature-Verlag gehörenden Zeitschrift Eye über die Behandlung der feuchten Form altersabhängiger Makuladegeneration mit zwei verschiedenen Antikörpern.

Ganz am Ende des Artikels, nach den Referenzen, verkünden die beiden Autoren den Umfang des eingekauften Services:

This service encompassed the preparation of a first draft, editing, checking content and language, formatting, referencing, preparing tables and figures, and incorporating the authors’ revisions, all carried out under our direction.

Da fragt man sich natürlich, was denn die Herren Meyer und Holz an dem Manuskript selber getan haben, Diesen Beitrag weiterlesen »

Namen zu Nummern

1. Juni 2012 von Laborjournal

Keine Angst, DAS gehört nicht dazu.

Nehmen wir Stefan Kaufmann, Direktor am Berliner Max Planck-Institut für Infektionsbiologie. Klar, dass man wenig Chancen hat, ausschließlich dessen Veröffentlichungen aufgelistet zu bekommen, wenn man „Kaufmann S“ in die einschlägigen Datenbanken eingibt. Den Nachnamen „Kaufmann“ mit dem Initial „S“ gibt es auch in Forscherkreisen ziemlich oft.

Wer allerdings einen Artikel von Stefan Kaufmann vorliegen hat, weiß, dass er sich aus diesem Dilemma mit der Erweiterung seiner Initiale auf „SHE“ behilft. Damit sollte er doch in den Datenbanken eindeutig identifizierbar sein. Leider nicht! PubMed akzeptiert beispielsweise nur maximal zwei Initiale, so dass man allenfalls nach „Kaufmann SH“ suchen kann. Und da ist es wirklich Pech, dass an der Mayo-Klinik im amerikanischen Rochester ein gewisser Scott H. Kaufmann fleißig über den programmierten Zelltod publiziert. Folglich bekommt man unter der PubMed-Abfrage „Kaufmann SH“ einen bunten Mix aus Apoptose-Artikeln und Bakterien-Papern.

Ein Ärgernis, dass vielfach auftaucht, wenn man es mit allzu gängigen Namen zu tun hat. Nach einem Bericht in Nature soll jedoch bald Schluss sein mit dieser Art Autorenkonfusion. Eine Initiative namens Open Researcher and Contributor ID (ORCID) will noch in diesem Jahr ein universelles System zur eindeutigen Identifizierung individueller Forscher einführen. Diesen Beitrag weiterlesen »

606-mal teurer als Laborjournal

10. Mai 2012 von Laborjournal

Uni-Bibliothekare haben weit weniger Grund zu grinsen als er: Elseviers Finanzchef David Lomas

Aus gegebenem Anlass (denn die unanständig hohen Abo-Preise für wissenschaftliche Zeitschriften sind immer ein Anlass) sei hier auf eine Website des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) verwiesen.

Unter dem Titel „Die 10 teuersten Zeitschriften der KIT-Bibliothek“ sind dort die Preise einiger Fachzeitschriften für ein Jahresabonnement aufgelistet. Und da bleibt dem einen oder anderen Betrachter dann vielleicht doch die Spucke weg. Denn es geht nicht um ein paar hundert Euro.

Leider nicht. Für das gleiche Geld, das der Bezug des Spitzenreiters (die Biochimica et biophysica acta (BBA) aus dem Hause Elsevier) kostet (gut 20 000 Euro), könnte man sich als europäische Universität schlappe 606-mal jeweils zehn Ausgaben von Laborjournal frei Haus schicken lassen. Ein LJ-Auslands-Abo kostet nämlich nur 33 Euro (innerhalb Deutschlands/Österreichs/der Schweiz ist Laborjournal für Non-Profit-Institute sogar kostenlos). K-o-s-t-e-n-l-o-s-! – Ok, Laborjournal ist jetzt natürlich keine klassische Fachzeitschrift wie etwa BBA.

Doch selbst Jahresabos von mit BBA vergleichbaren Fachpublikationen, die vom Renommee her allerdings ungleich höher angesiedelt sind (etwa Nature oder Science) sind vergleichsweise preiswert (dazu erhält der Bezieher wesentlich mehr Seiten pro Jahr, deren Inhalt dank höherem Impact Factor auch noch wertvoller ist). Diesen Beitrag weiterlesen »

Typisch Prof

9. Februar 2012 von Laborjournal

Wer’s noch nicht gemerkt hat: Axel Brennicke, langjähriger Autor der Kolumne „Ansichten eines Profs“ im gedruckten Laborjournal, hat ebendort eine zweite Miniserie gestartet: „Typologie des Profs“. Hier schon mal Peter Kappers zugehöriger Cartoon zum Prof-Typ „Der Wechsler“ aus der kommenden Ausgabe (Draufklicken vergrößert):

Nun sind mehr oder weniger unterhaltsame und zutreffende Typologisierungen der Gattung „Professores spp.“ nichts wirklich Neues. Diesen Beitrag weiterlesen »

Abschreiben oder krampfhaft neu formulieren?

6. Februar 2012 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Dr. A. B. Peil, Xerologisches Institut Universität Kopingen.

LJ: Hallo, Herr Peil, was ist eigentlich aus Ihrem letzten Manuskript geworden?

Peil: Erinnern Sie mich bitte nicht daran.

LJ: Ähhh, entschuldigung… aber jetzt machen Sie mich doch neugierig. Was war denn so schlimm?

Peil: Na ja, die erste Version bekam ich vom Editor gleich wieder zurück. Der meinte, ich hätte es mir in der Einleitung zu leicht gemacht, indem ich oftmals einfach nur auf andere Publikationen verwiesen hätte. Man sollte eine Einleitung aber auch verstehen können, ohne zwischendrin dauernd in anderen Publikationen nachschlagen zu müssen, war sein Argument. Ob ich die Einleitung dahingehend nochmal überarbeiten könnte…

LJ: Klingt doch aber einleuchtend.

Peil: Schon. Hab‘ ich dann ja auch eingesehen. Und war ja auch nicht viel Arbeit. Ich hab‘ einfach denjenigen unserer Vorgänger-Artikel genommen, in dem meiner Meinung nach die Problemstellung am eindringlichsten und einleuchtendsten beschrieben war und hab‘ die entsprechenden Teile in die neue Einleitung eingearbeitet.

LJ: Sie haben also bei sich selber abgeschrieben? Diesen Beitrag weiterlesen »

Alles nur geklaut

30. Dezember 2011 von Laborjournal

Als wir in Laborjournal 9/2005 (S. 16-20) die wahre Geschichte des „Publikators“ Bernhard Schaller abdruckten (und diese ein Jahr später auf Laborjournal online aktualisierten), da dachten wir kaum, dass wir in der Biomedizin noch auf weitere derart dreiste Serien-Plagiatoren treffen würden. Offenbar hat jedoch Adam Marcus von Retraction Watch, gleichsam Kolumnist bei Lab Times, tatsächlich ein Exemplar ähnlichen Kalibers ausfindig gemacht: Bernardino Saccomanni, der unter der Adresse der Fakultät für Medizin und Chirurgie an der Gabriele d’Annunzio-Universität im italienischen Chieti Scalo — wo er allerdings nicht im Personal aufgeführt wird !?! — mehrere inzwischen zurückgezogene Reviews zur orthopädischen Chirurgie veröffentlichte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Silvia Bulfone-Paus und die wilde 13

13. Dezember 2011 von Laborjournal

Zwölf Publikationen der Immunologin Silvia Bulfone-Paus vom Forschungszentrum Borstel sind wegen manipulierter Daten bereits zurückgezogen (siehe auch Laborjournal 7-8/2011, S. 16 ff. und 21). Jetzt kam mit dem 2000er-Paper „An Interleukin-2-IgG-Fas Ligand Fusion Protein Suppresses Delayed-Type Hypersensitivity in Mice by Triggering Apoptosis in Activated T Cells as a Novel Strategy for Immunosuppression“ in Transplantation (vol. 69: 1386-91) nochmals eine hinzu.

In der Retraction Note heißt es etwas spärlich:

The Editors and Publisher retract the article by Bulfone-Paus et al. published in Transplantation (Vol. 69, pp. 1386–1391, April 15, 2000) because of the inaccurate information provided for Figures 4 and 5.

Jörg Zwirner wies bereits im Juni in seinem Abnormal Science Blog darauf hin, dass Teile der Fig. 5 offenbar 1:1 aus einer früheren Erstautor-Publikation von Silvia Bulfone-Paus in Nature Medicine (Nat Med. 1997; 3: 1124-8) übernommen wurden — obwohl die betreffenden Experimente angeblich in verschiedenen Mäusestämmen durchgeführt wurden. Über Fig. 4 schrieb er damals nicht.

Diese „Nummer 13“ ist allerdings noch aus einem ganz anderen Grund „wild“. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Schizophrenie des Forschers

4. November 2011 von Laborjournal

Gerade folgende „Anzeige“ gefunden:

Foto

Von Timon Buys

Dazu schreibt er:

Made this a couple years back. (http://www.scq.ubc.ca/filter/?p=599)
Still makes me smile. Can’t imagine doing anything besides research though.

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BIOTECHNICA (2): Tipps & Tricks

11. Oktober 2011 von Laborjournal

… und dann kam ein Arbeitsgruppenleiter aus Halle vorbei. Gefragt, welche Rubriken er in Laborjournal besonders mag, legte er sich unter anderem fest auf…: Tipps & Tricks. Diese kleinen aber feinen Verbesserungen, Vereinfachungen und Verkürzungen von regelmäßigen Standardprozeduren würden ja in „normalen“ Papers nicht veröffentlicht. Von daher wäre es total hilfreich, dass Laborjournal dafür eine Plattform biete.

Der Laborjournal-Redakteur hörte das nicht zum ersten Mal — und daher fragte er nach, ob sein Gegenüber den ein oder anderen „Tipps & Trick“ tatsächlich im Labor ausprobiert habe. „Mehrere“, versicherte dieser. „Alle haben klasse funktioniert und sind jetzt Standard bei uns im Labor.“

Solches Feedback zu den Labortricks hatten wir bisher noch nicht. Gut zu wissen, dass sie offenbar tatsächlich funktionieren. Schließlich haben wir kein Labor, um sie selbst vorweg zu testen.

Übrigens: Die „Labortricks“ stehen allesamt auf Laborjournal online. Und wer immer noch welche hat, darf sie gerne an redaktion@laborjournal.de schicken. Falls es sich noch nicht herumgesprochen hat: Für die Veröffentlichung gibt es ein Laborjournal-T-Shirt.

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