Auf Negativ-Suche

8. November 2011 von Laborjournal

Studien, die sagen, dass etwas nicht funktioniert, haben es schwer publiziert zu werden. Obwohl sie durchaus ihren Sinn haben. Zum Beispiel um Dutzende von Forschern vor Irrwegen zu warnen, wenn „Negativresultate“ plötzlich Erkenntnisse widerlegen, die durch Publikation bereits als zementiert gelten. Wir hatten das Themabereitsöfter.

Noch brisanter wird die ganze Angelegenheit, wenn man sich vor Augen hält, dass nur etwa 6 Prozent aller Industrie-gesponsorten klinischen Krebsstudien publiziert werden. Von diesen 6 Prozent berichten wiederum 75 Prozent über positive Ergebnisse. Was muss man daraus folgern? Dass negative Ergebnisse so gut wie nicht veröffentlicht werden.

Eigentlich herrscht unter den Forschern selbst schon lange große Einigkeit, dass solche „Negativergebnisse“ wichtig und unabdingbar für den Prozess des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns sind — und somit mitgeteilt gehören. Wer dabei aber allzuoft nicht mitspielt, sind die Editoren der betreffenden Zeitschriften, die die entsprechenden Manuskripte meist schlichtweg ablehnen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Dreckige Genome

18. Februar 2011 von Laborjournal

Der Mensch mischt mit. So wie sie derzeit in den einschlägigen Datenbanken stehen, sind mindestens ein knappes Viertel aller Genomsequenzen von Nicht-Primaten mit menschlichen DNA-Sequenzen durchsetzt.

US-Forscher um Rachel O’Neill von der University of Connecticut nahmen sich sämtliche Genome aus vier Datenbanken vor: den Genome Browsern des Joint Genome Institute, des National Center for Biotechnology Information (GenBank) und der University of California, Santa Cruz, sowie der Datenbank Ensembl des European Bioinformatics Institute (EBI).

All diese Sequenzen screenten sie nach human-spezifischen repetitiven AluY-Elementen. Diese sind zwar keine 300 Basenpaare lang, kommen aber etwa eine Million Mal im Humangenom vor. Das Ergebnis: Von 2.057 untersuchten Genomsequenzen enthielten 454 AluY-Sequenzen — das macht 22,4 Prozent (PLoS ONE 6(2): e16410). Diesen Beitrag weiterlesen »

Vorsicht, Abschreiber und ‚Copy-Paster’…

9. Juli 2010 von Laborjournal

… — die Luft wird dünner. 83 Scientific Publishers, darunter solche „Giganten“ wie Elsevier und Springer, haben sich für die Datenbank CrossCheck eingeschrieben, die es ihnen erlaubt mit einer Software namens iThenticate eingereichte Manuskripte auf Plagiarismus zu durchleuchten.

Doch ist es weniger die Software, die das Ganze zu einem machtvollen Instrument machen könnte, sondern vielmehr die schiere Größe der Datenbank. Denn hier ist ziemlich Unerwartetes geschehen: Alle 83 Verleger mussten zustimmen ihre eigenen Manuskript-Datenbanken mit CrossCheck zu teilen – und sie taten es. Auf diese Weise ist CrossCheck inzwischen auf 25,5 Millionen Volltext-Artikel aus nahezu 50.000 Zeitschriften und Büchern angeschwollen, mit denen die Verlage nun „verdächtige“ Manuskripte relativ bequem abgleichen können.

Und „verdächtige“ Manuskripte scheint es genug zu geben. Testläufe verschiedener Journals brachten einen Anteil von 6 bis 23 % „Verdächtigen“ unter allen eingereichten Manuskripten. Diesen Beitrag weiterlesen »

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