Zweckentfremdet

27. Mai 2013 von Laborjournal

Oftmals sind es einzelne Anekdoten, die ein besonders scharfes Licht auf den Wissenschaftsbetrieb werfen. Dies sogar umso mehr, wenn es um etwaiges Schindluder geht, das mancher dort bisweilen treibt.

In diesem Sinne ist auch die folgende kleine Geschichte zum Thema Empfehlungsschreiben („Letter of Recommendation“) zu verstehen, die ein Forscher vor einigen Jahren im Rahmen einer Befragung  erzählte. Demnach hörte er in seiner Postdoc-Zeit über einen sehr bekannten Institutsdirektor, dass dieser solche „Letters of Recommendation“ komplett für seine eigenen Bedürfnisse zweckentfremdete: War jemand richtig gut, schrieb er absolut lausige Empfehlungen, um sie/ihn möglichst lange in seinem Labor zu halten; genügte dagegen jemand seinen Ansprüchen nicht, lobte er sie/ihn über den grünen Klee, um sie/ihn möglichst schnell loszuwerden.

Offenbar sprach sich dieses ethisch mehr als fragwürdige Gebahren jedoch ziemlich schnell hinter den Kulissen herum, so dass den meisten bald klar war: Stellte sich jemand aus dem Labor dieses Schlaumeiers mit lausiger Referenz vor — unbedingt nehmen!

 

Robert Enkes „Botschaft“ auch für den Wissenschaftsbetrieb

15. November 2009 von Laborjournal

enke

Gerade ist im Fußballstadion von Hannover 96 die Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke zu Ende gegangen. Warum schreibt jetzt Laborjournal darüber? Ein Wissenschaftsmagazin?

Ein Punkt ist, dass es in der Laborjournal-Redaktion einige Fußballfans gibt, die die Umstände des Freitods von Robert Enke sehr berührt haben. Genauso wie wir aus unserer langjährigen Tätigkeit wissen, dass es unter den Bioforschern Deutschlands erstaunlich viele Fußballanhänger gibt — denen es wohl ähnlich geht.

Dies alleine rechtfertigt jedoch sicher nicht, hier an dieser Stelle ein paar wenige Gedanken zu dem traurigen Tod eines herausragenden Fußballers und Menschen zu verlieren. Vielmehr sind es einige offenkundliche Parallelen zwischen dem Profifußball-Geschäft und dem Wissenschaftsbetrieb, weshalb jetzt auch letzterer einmal aufhorchen und innehalten könnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

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