Alte Dampflok „Wissenschaft“

22. September 2021 von Laborjournal

Ursachen für die wachsenden Verstöße gegen die wissen­schaftliche Integrität sind eine eklatante Ungleich­verteilung von Macht, systemische Fehlanreize durch die Bevorzugung quantitativer Indizes bei der Leistungsevaluation sowie zu schwache Kontrollmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten. Dieses Fazit referierte Bettina Dupont in unserem Online-Artikel „Kein Platz für Opportunisten und Narzissten“, in dem sie ein Positionspapier aus dem Umfeld der Deutschen Psychologischen Gesellschaft zum Thema „Unethisches Verhalten in der Wissenschaft“ vorstellte.

Zu diesem Artikel beziehungsweise zu diesem Thema erhielten wir die folgende Zuschrift, die wir unserer Leserschaft nicht vorenthalten wollen:

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Bettina Dupont,

danke für den Artikel. Beim Lesen kam mir ein Bild in den Sinn, das die Situation in der Wissenschaft oder vielmehr deren Wesen für mich recht gut beschreibt. Ich stelle mir die Wissenschaft – in meinem Fall die „Life Sciences“ – als eine alte Dampflok vor, die viel Getöse und viel Qualm macht. Sie kommt voran, wenn auch nur sehr schwerfällig und steif. Ihr Kesselfeuer ernährt sich von Karriere-Träumen, eine schier unerschöpfliche Energiereserve. Ihre Energiebilanz ist aber mehr als ungünstig. Die Heizer haben viel zu tun. Wenn sie fleißig sind, dann dürfen sie den feinen Herrschaften in ihren wohligen Pullman-Salonwagen kurzeitig Gesellschaft leisten. Vielleicht wird ihnen ja auch irgendwann einmal ein dauerhafter Platz zugeteilt und ein junger Traum schafft es in den Führerstand.

Lohnt es sich, diesem alten Stahlmonster ein „Upgrade „zu geben, oder ist es nicht sinniger, gleich einen modernen Triebwagen mit vielen Sitzmöglichkeiten und besserer Energiebilanz zu besorgen?

Ich kann sie gerade ganz deutlich durch all den Qualm und Dreck sehen, die alte Dampflok. (Ich stecke gerade in einer SFB-Begutachtung und mein Vertrag endet zum x-ten Mal).

Beste Grüße

(Der Autor der Zuschrift ist der Redaktion bekannt.)

(Foto: National Heritage Memorial Fund UK)

 

Dichtet — und GEWINNT!

3. Februar 2011 von Laborjournal

(von hier)

Gerade erst hatten wir ein Telomer-Gedicht auf Leinwand präsentiert, da küren bereits das ESRC Genomics Forum und die Scottish Poetry Library die Gewinner ihrer ESRC Genomics Forum Poetry Competition. Das Sieger-Gedicht „Forward Deck“ verfasste Sophie Cook aus Edinburgh sinnigerweise in Form einer Doppelhelix (siehe hier). Es beginnt:

It is growing harder to tell you apart,
genetically wondrous crew
in your superfine cruising clothes.
Your perfections are various, yet
shrink away from death
against one sunlit rail. You sing
on a merry motor yacht
that plots a straight and simple course.

Die weiteren Plätze belegten Nina Boyd, mit „Digital“ und Russell Jones mit „Chromosome Medley“. Weitere „Honourable mentions“ gab’s für Scott Edward Anderson („Improving the Human: The Poet Gene“), Katie Gooch („Made“), Ron Howland („One of those“), Ami Roseingrave („Unchained melody of genes“) und Tony Williams („Improvements“).

Uns hat das gleich an den guten, alten P.H. Metrius erinnert, der zwischen 1998 und 99 regelmäßig in Laborjournal unter dem Titel „Dem Forscher zum Geleit“ dichtete. Eines seiner bekanntesten Werke war damals seine „Frühlings-Elegie“ — und die ging so:

Draußen wiegt der warme Wind
die Linden und die Weiden.
Der Lenz, er ist der Weichheit Kind
und ich will ihn nicht leiden.

Die Damen zeigen ihre Beine,
der Jüngling seine Brust,
der Schoßhund flieht die Hundeleine
und ich pfleg meinen Frust.

Oh, Frühlingsduft durchwebt die Luft.
Ich ahne das — ich kenn das wohl,
doch hier in meiner Forschergruft
riechts nach Mercaptoethanol.

Großartig, oder! Und komisch, sofort hatten wir Lust, auch eine „Competition“ zu veranstalten — einen Dichter-Wettstreit quasi. Wer uns also das originellste selbstverfasste Labor- oder Life Science-Gedicht unten ins Kommentarfenster schreibt oder per E-Mail an redaktion@laborjournal.de sendet — der bekommt von uns ein Original-LaborjournalBleu d’Air Saque-T-Shirt.

Bildungsneuroforschung

13. Oktober 2009 von Laborjournal

decission

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung — ein Name, der förmlich riecht nach gerunzelter Denkerstirn und Debatten in Ledersesseln. Das stimmt jedoch nicht ganz: auch die Neurowissenschaften haben im Berliner Institut mittlerweile ein Plätzchen gefunden. Wenigstens in der Nachwuchsgruppe von Hauke Heekeren. Diese untersucht unter anderem mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und Elektroenzephaolografie (EEG) die neurobiologischen Grundlagen der Entscheidungsfindung.

Die jüngsten Früchte dieser Bemühungen durften sie nun in PNAS (Band 106 (42): 17951-56) beschreiben. Diesen Beitrag weiterlesen »

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