Dichtet — und GEWINNT!

3. Februar 2011 von Laborjournal

(von hier)

Gerade erst hatten wir ein Telomer-Gedicht auf Leinwand präsentiert, da küren bereits das ESRC Genomics Forum und die Scottish Poetry Library die Gewinner ihrer ESRC Genomics Forum Poetry Competition. Das Sieger-Gedicht „Forward Deck“ verfasste Sophie Cook aus Edinburgh sinnigerweise in Form einer Doppelhelix (siehe hier). Es beginnt:

It is growing harder to tell you apart,
genetically wondrous crew
in your superfine cruising clothes.
Your perfections are various, yet
shrink away from death
against one sunlit rail. You sing
on a merry motor yacht
that plots a straight and simple course.

Die weiteren Plätze belegten Nina Boyd, mit „Digital“ und Russell Jones mit „Chromosome Medley“. Weitere „Honourable mentions“ gab’s für Scott Edward Anderson („Improving the Human: The Poet Gene“), Katie Gooch („Made“), Ron Howland („One of those“), Ami Roseingrave („Unchained melody of genes“) und Tony Williams („Improvements“).

Uns hat das gleich an den guten, alten P.H. Metrius erinnert, der zwischen 1998 und 99 regelmäßig in Laborjournal unter dem Titel „Dem Forscher zum Geleit“ dichtete. Eines seiner bekanntesten Werke war damals seine „Frühlings-Elegie“ — und die ging so:

Draußen wiegt der warme Wind
die Linden und die Weiden.
Der Lenz, er ist der Weichheit Kind
und ich will ihn nicht leiden.

Die Damen zeigen ihre Beine,
der Jüngling seine Brust,
der Schoßhund flieht die Hundeleine
und ich pfleg meinen Frust.

Oh, Frühlingsduft durchwebt die Luft.
Ich ahne das — ich kenn das wohl,
doch hier in meiner Forschergruft
riechts nach Mercaptoethanol.

Großartig, oder! Und komisch, sofort hatten wir Lust, auch eine „Competition“ zu veranstalten — einen Dichter-Wettstreit quasi. Wer uns also das originellste selbstverfasste Labor- oder Life Science-Gedicht unten ins Kommentarfenster schreibt oder per E-Mail an redaktion@laborjournal.de sendet — der bekommt von uns ein Original-LaborjournalBleu d’Air Saque-T-Shirt.

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3 Gedanken zu „Dichtet — und GEWINNT!“

  1. Ralf Neumann sagt:

    Okay, dann holt der Chefredakteur eingedenk seiner Mainzer Herkunft mal ein etwas älteres Fassenachts-Gedicht aus seiner Schublade. Immerhin winken Fassenacht/Karneval oder wie auch immer ja schon am Horizont. Aber Vorsicht, die Verse sind quasi Mundart:

    Ihr liebe Leit’, isch sachs Eusch ehrlisch:
    Des Forsche iss gefährlisch.
    Da siehste in dei’m Eppi dick Aktivitääät.
    Die putzte wochelang bis nachts ganz spääät.
    Am Ende prangt im Gel e fette Band’,
    nur ähn Versuch noch, ganz am Rand…
    Doch ausgereschent der zeischt Dir ganz klar,
    dass alles nur en bleeder Irrtum war.
    Des Manuskript werd gleisch gelöscht,
    e anneres Projekt werd überlescht –
    auch wenn des Selbstbewusstsein wackelt,
    do werd net lang gefackelt.
    Denn wenn’s mit Resultate net so geht,
    werd einem gleisch de Geldhahn zugedreht.
    Und wenn de dann kei Seilschaft hast,
    dann war’s des mit de Forscherei schon fast.
    Dann kannste noch ins Ausland gehn,
    zwar net nach Harvard, aber v’lleischt Athen.
    Doch annrerseits, des Forsche iss da werklisch rauh,
    un’ Fassenacht gibt’s aach kää – Nee! Helau!

    Narhalla-Marsch — und Abgang…

  2. Sebastian R. sagt:

    Einst war eine kleine Zelle,
    ihr ging es gar nicht gut.
    An ihrer hinteren Antriebswelle,
    war die Flagelle kaputt.

    So trieb sie dort,
    zwischen verschiedensten Geweben.
    Weit weg vom Bestimmungsort,
    wäre sie bloß batteriebetrieben.

    Denn wie sich zeigte,
    war ihr das ATP ausgegangen.
    Und da sich ihr Leben nun dem Ende neigte,
    musste die Apoptose sie empfangen.

  3. Ralf Neumann sagt:

    Wir recyclen an dieser Stelle — natürlich außer Konkurrenz — einen Achtzeiler aus der Feder unseres geschätzten Ex-Kollegen Siegfried Bär (veröffentlicht in „Geld zum Forschen“):

    Oh, Brecht, oh, Brecht,
    was bist Du schlecht!
    Und auch Du, mein lieber Goethe,
    würdest, denk ich, ganz schön blöde
    gucken und die Augen reiben,
    müsstest Du nen Antrag schreiben
    um Papier und Tinte und sechs Blei
    für den Faust Teil eins und zwei.

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