Zeig alles, was Du hast!

15. März 2011 von Laborjournal

Wie viele Bilder und Datensätze, die man beispielsweise während der Doktorarbeit produziert, landen niemals in einer Publikation — und bleiben damit der Community vorenthalten? Mit dieser Frage startet Mark Hahnels Text „FigShare: Publish All Your Data“ in The Postdocs Forum.

Was sich hinter FigShare verbirgt, erklärt Hahnel dann folgendermaßen:

FigShare started life as an idea for researchers to publish all of their data that would otherwise never leave their lab books.

Ein Online-Depot also, in dem Forscher die Daten zeigen können, die sie (noch) nicht wirklich publizieren können. Denn wie oft hat man tatsächlich gute Daten und Bilder,… :

  • … die allerdings nur marginal in die Story des angepeilten Papers passen würden;
  • … die „nur“ zum Teil oder „nur“ als Seitenaspekt etwas Neues offenbaren;
  • … die plötzlich eine etwas andere Kurve ergeben, als die zwei Wiederholungen zuvor;
  • … die „nur“ zeigen, unter welchen Bedingungen etwas NICHT stattfindet;
  • … die „lediglich“ ein heimtückisches Artefakt oder einen methodischen Irrweg aufdecken;
  • … und und und…?

Kein Zweifel, meist landen diese Daten für immer in einer der untersten Schubladen. Sie dennoch irgendwo einsehen zu können, kann jedoch sicherlich sinnvoll sein — denn wie Hahnel anmerkt:

[…] other scientists should not reproduce experiments and waste money when they have been conducted several times by other labs.

Worauf mir eine Begebenheit aus meiner eigenen Doktorarbeit einfällt, die dies  eindeutig unterstreicht. Ein durchaus aufregender Effekt hatte sich schließlich als Artefakt herausgestellt, den eine unsaubere Chemikalie „machte“. Die Daten waren eindeutig. Ebenso eindeutig war allerdings, dass niemand dieses Artefakt veröffentlichen wollte. Später musste ich dann feststellen, dass zwei andere Gruppen ebenfalls monatelang auf den vermeintlichen Effekt hereingefallen waren.

Ein Online-Depot wie FigShare würde für solche, wie auch andere Fälle also durchaus Sinn machen. Allerdings ist Hahnel nicht der Erste mit dieser Idee. Vor zwei Jahren versuchte die Online-Plattform The All Results Journals schon mal das Gleiche — musste ihren Betrieb jedoch mangels Beiträge bald wieder einstellen.

FigShare hat immerhin nach zwei Monaten schon deutlich mehr „Content“.

 

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Ein Gedanke zu „Zeig alles, was Du hast!“

  1. Schöne Idee das Ganze. Das Journal of Irreproducible Results ging ja in dieselbe Richtung. So ganz sinnfrei erscheint mir die Idee nicht. Nur, wer hat während seiner Doktorarbeit noch Zeit, seinen experimentellen Müll irgendwo einzustellen? Dieselbige findet man als Doktorand doch nur, wenn man seine unreproduzierbare „high-impact“ Forschung auch in der Publikationsliste verwursten kann, oder?

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