Ein Springschwanz von Photoshops Gnaden

29. Dezember 2012 von Laborjournal

Erfundene Banden oder Kurven, fabrizierte Signale in Gewebeschnitten — alles schon erlebt in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Aber ein komplett „konstruiertes“ Bild von einem Tier?

Der Autor des Blogs Neuroskeptic beschreibt jedenfalls solch einen mutmaßlichen Fall. Demnach präsentierten amerikanische und rumänische Forscher um Erstautorin Deborah Altschuler im Jahr 2004 Bilder, die angeblich erstmals zeigten, dass Springschwänze (Collembola) tatsächlich parasitisch unter der menschlichen Haut leben können. Zusätzliche Brisanz erhielt der entsprechende Bericht dadurch, dass die Hautproben allesamt von Menschen stammten, bei denen zuvor ein psychotischer Dermatozoenwahn diagnostiziert worden war. War es demnach schließlich doch keine krankhafte Einbildung, dass unter ihrer Haut massenweise juckendes Ungeziefer krabbelt?

Das Paper war schon damals wegen methodischer Unzulänglichkeiten höchst umstritten und basierte vor allem auf folgender Abbildung:

 

Wie darin beschrieben, konnten die Autoren den Springschwanz offenbar erst nach selektiver Kontrastbearbeitung des Mikroskopiebildes richtig sichtbar machen.  Diesen Beitrag weiterlesen »

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