Zweierlei Maß

16. Januar 2013 von Laborjournal

Wie oft werden gewisse Erkenntnisse, die die Biologie des Menschen betreffen (oder wenigstens die von Mäusen), als „neu“ bejubelt. Dabei kennt man das Phänomen bisweilen schon lange von anderen, „weiter entfernten“ Organismen.

So stellten etwa gerade US-Forscher auf der Jahrestagung der American Society for Cell Biology einen „neuen Typ der Zellteilung“ vor, den sie „Klerokinese“ nennen (siehe hier, mit Video). Der Clou an der Sache ist folgender: Durch Klerokinese schaffen es auch Zellen, die wegen nicht vollendeter Zellteilung nach abgeschlossener Mitose zwei Kerne beherbergen, im nächsten Zyklus trotzdem gesunde Tochterzellen zu produzieren.

Im Prinzip also eine „Reparatur-Teilung“, durch die das Entstehen von Zellen mit „falschen“ (aneuploiden) Chromosomensätzen verhindert wird. Und da die Autoren dies bei humanen Netzhautzellen beobachteten, ist die Geschichte allemal „relevant“ — zumal man solche Teilungspannen seit jeher als einen der Haupt-Entstehungsmechanismen für Krebs verdächtigt.

Nur, ist Klerokinese wirklich „neu“? Diesen Beitrag weiterlesen »

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