Wie eine Autorin plötzlich unverschuldet als Plagiatorin dastand

22. Juli 2015 von Laborjournal

Gerade auf editage Insights eine skurrile Vermischung von blödem Fehler und schlimmem Missverständnis gelesen. Kurz zusammengefasst ging das Ganze so:

Journal X akzeptierte das Manuskript von Autorin A zur Veröffentlichung. Als die angepeilte Ausgabe erschien, musste A jedoch erstaunt feststellen, dass ihr Name unter einem völlig anderen Artikel stand. Umgehend kontaktierte sie den Journal-Editor und klärte ihn auf, dass sie nicht die Autorin dieses Artikels sei — und dass sie auch kein irgendwie ähnliches Manuskript eingereicht habe. Der Editor erklärte ihr, dass dem Journal hier ein dummer Fehler passiert sei und sie das natürlich in der nächsten Ausgabe korrigieren würden.

Soweit, so schlecht. Aber es kam noch deutlich krasser. Als A den „Autorendreher“ bemerkte, war die Ausgabe schon eine kleine Weile draußen. Und wie das heute so ist, wurde der Artikel mit ihr als falscher Autorin bereits in den gängigen sozialen (Forscher-)Medien zitiert und diskutiert. Dies bekam auch der „wahre“ Autor B des Artikels mit — und dachte natürlich, dass A ihm auf irgendeine Weise mit einem Plagiat zuvorgekommen sei.

Auch B kontaktierte daraufhin das Journal. Parallel aber klagte er A in den entsprechenden sozialen Medien schon mal sehr aggressiv des Plagiierens an. Was natürlich wiederum A nicht nur verwirrte, sondern verständlicherweise ziemlich aufbrachte. Schließlich stand plötzlich völlig unverschuldet und ungerechtfertigt ihr guter Ruf auf dem Spiel.

Also rief A wieder beim Journal-Editor an und verlangte aufgrund dieser Entwicklung schnelleres Handeln, als bis zur nächsten Ausgabe zu warten. Dies geschah dann auch: Der Editor informierte B umgehend über den Fehler und dessen daraus resultierenden Irrtum, B wusch A in den sozialen Medien von allen Verdächtigungen frei und entschuldigte sich dafür — und der Editor wiederum veröffentlichte gleich am nächsten Tag eine Erklärung samt Entschuldigung bei beiden, A und B, auf der Journal-Website. Letztere erschien dann auch noch als Erratum in der nächsten Printausgabe.

Eine blöde Geschichte, die sich aus einem seltenen dummen Fehler hochgeschaukelt hat. Allerdings kann man sich schon fragen, ob die Leute im Zeitalter sozialer Medien vielleicht immer mehr verlernen, dass man ja auch mal per Direktkontakt nachfragen kann. Denn hätte B umgehend direkt bei A angerufen, um die Sache zu klären, wäre die Angelegenheit wohl kaum derart hochgekocht.

Schlagworte: , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Captcha loading...

Information 1


Information 2


Information 2


Info

Info

INTEGRA bietet Ihnen die Chance, eine von 100 PIPETBOY acu 2 Pipettierhilfen zu gewinnen. Erfahren Sie hier wie! mehr

Info

Info

Exakte und re­pro­du­zier­bare Daten sind Vor­aus­set­zung für erfolgreiches Publizieren. Erfahren Sie mehr! mehr

Info

Info

Die Zellkultureinsätze Insert 2in1 können in 6-, 12- oder 24-well Platten stehend und hängend verwendet werden. mehr

Info

Info

The Cubis© II platform is the only lab balance with fully customizable hardware, software, and connectivity. mehr

Info

Info

Im September 1991 wanderten zwei Touristen in den Ötztaler Alpen, als sie die Leiche eines Mannes fanden. mehr