DFG: Mal wieder voll in den Fettnapf

4. November 2011 von Laborjournal

Der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bläst derzeit ein scharfer Gegenwind ins Gesicht. Aktueller Anlass und Aufreger ist ein herzhafter Frontalangriff auf die monopolartige Stellung der allmächtigen Förderinstitution, abgedruckt am 18.10.2011 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in dem der Heidelberger Germanist Roland Reuß und der Münchener Jurist Volker Rieble ihre harsche und umfangreiche Kritik an den DFG-Strukturen artikulierten.



Die DFG, an ihrer Spitze der Präsident Matthias Kleiner, wies diese Kritik postwendend als „haltlos und absurd“ zurück (im Laborjournal-Blog haben wir Kritik und Reaktion dokumentiert & verlinkt).

Zumindest einen (allerdings wesentlichen) Punkt betreffend hat Herrn Kleiner wohl Unrecht. Denn wenn die DFG-Kritiker Reuß & Rieble in ihrem FAZ-Beitrag bemängeln…

„Wie in den Vereinigten Staaten muss Fehlverhalten aufgedeckt und öffentlich diskutiert werden; nach dem Schock des Fälschungsskandals Hermann/Brach ist die DFG leider zurückverfallen in ein von feudaler Rücksichtnahme geprägtes Krisenmanagement“

… so scheint ihre Kritik am „feudal nachsichtigen“ (sowie intransparenten, nicht öffentlich diskutierten) Krisenmanagement der DFG, nun ja, voll und ganz zuzutreffen.

Jüngstes Beispiel dafür, wie gern die DFG versucht, unerwünschte Öffentlichkeit unter den Teppich zu kehren, ist ein Symposium namens „Gute wissenschaftliche Praxis“. Dieses Symposium soll Ende November unter Federführung der DFG in Berlin stattfinden und würde bestimmt sehr viele Wissenschaftler, Journalisten und wohl auch ganz normale Mitbürger interessieren.

Allein, der Veranstalter DFG zieht es vor, mal wieder im eigenen Saft zu schmoren: Verschämt weist man in der Vorankündigung ganz unten auf ein klitzekleines Detail hin:

„Zutritt nur für geladene Gäste.“

Kritische Stimmen bleiben so natürlich außen vor – sowohl während als auch nach der Veranstaltung. Ob DFG-Präsident Kleinert diese unsere Kritik nun auch als „haltlos und absurd“ bezeichnen wird? Wohl eher nicht. Er wird Strategie B bevorzugen: Ignorieren und Aussitzen.

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