
Mit der Wahrnehmung der Realität ist es so eine Sache. Wenn etwa Biotech-Branchenexperten ihre persönlichen Wahrnehmungen der aktuellen Wirtschaftslage veröffentlichen, so hat dies zuweilen paradoxe Ergebnisse zur Folge.
(17. Mai 2013) Wenn der Laborjournal-Redakteur am helllichten Tag glaubt, er träume, so ist nicht immer sein mangelnder Nachtschlaf schuld. Es kann auch eine E-Mail sein, so eine wie beispielsweise am 17. April um 11:02 Uhr in sein Postfach plumpst. Sie trägt den Betreff Biotechnologie mit Rekordumsatz und Mitarbeiterplus.

Wer bestimmt, wann und welche Daten als Paper publiziert werden dürfe? Wem gehören Labordaten überhaupt?
(14. Mai 2013) Das Photometer ist Eigentum der Universität. Die neuen Pipetten hingegen gehören dem Professor – er hatte sie aus der eigenen Tasche bezahlt. Den Laptop wiederum hat sich der Doktorand selbst angeschafft, weil er es leid war, auf dem langsamen Unirechner immer erst den Administrator herbeirufen zu müssen, um neue Software zu installieren. Nun schaut er sich die Tabellen an, die die Zahlen aus den Messreihen enthalten und stellt sich eine Frage: Wem gehören diese Daten eigentlich?

Die Selbstreinigungskraft der Wissenschaft wird oft beschworen. Nur nutzt sie wenig, solange die Journals nicht mitziehen.
(10. Mai 2013) „Die Wissenschaft bereinigt sich selbst” – wie oft wird dieses Mantra wiederholt, wenn es um Fälle von „schlechter Wissenschaft” geht. Wenn Schlussfolgerungen falsch sind, wenn Ergebnisse nicht stimmen oder wenn gar Daten manipuliert wurden – am Ende würden die Fehler auf jeden Fall erkannt und korrigiert werden. Ganz klar, denn schließlich macht schon die Art und Weise, wie Wissenschaft im Kern funktioniert, sie ganz automatisch zu einem sich stetig selbst korrigierenden Geschäft.

Wiener Pharmakologen entschlüsseln mit Megarechner, welche Aminosäure einen Kaliumkanal für den Öffnungsvorgang entriegelt.
(07. Mai 2013) Wer Österreichs schnellsten Computer nutzen darf, publiziert auch schon mal in PLoS Computational Biology. Im Fall von Anna Stary-Weinzinger und Tobias Linder von der Universität Wien sowie Bert de Groot vom Max Planck Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen dürfte dies allerdings nicht der alleinige Schlüssel gewesen sein. Vielmehr hatten sie bereits eine klare Frage formuliert, ein schlüssiges Konzept entwickelt und jede Menge Vorarbeiten durchgeführt, bevor sie mit ihren Daten Zutritt zum Vienna Scientific Cluster (VSC) gewährt bekamen.

Erkenntnisse müssen unabhängig nachprüfbar sein, das macht Naturwissenschaft aus. Immer öfter jedoch halten publizierte Arbeiten diesen Anspruch nicht ein – auch und gerade in den Renommierjournals. Nature zieht jetzt erste Konsequenzen.
(3. Mai 2013) Ein Gespenst geht um in der Naturwissenschaft: das Gespenst der Nicht-Reproduzierbarkeit. Zuletzt hatte sich zunehmend gezeigt, dass ein gehöriger Teil der publizierten Forschungsergebnisse nicht unabhängig nachprüfbar ist – entweder weil die Wiederholung der Experimente ganz andere Ergebnisse bringt, oder weil zum genauen Nachkochen schlichtweg wichtige Angaben fehlen.

Aus der Reihe "Erlebnisse einer (anderen) TA"
(30. April 2013) Neulich öffnete ich nichtsahnend meinen Mail-Konto und fand umgehend einen Newsletter im Posteingang, dessen hochinteressante Betreffzeile mich sofort in den Bann schlug: „Kleingeräte, Reagenzien sowie Sitz- und Stehlösungen zu Hammerpreisen.“ Selbst als laborerfahrene TA bereiteten mir die beiden Wörter im Mittelteil Kopfzerbrechen.

Gegen die Auswüchse von Big Science zu protestieren erfordert Mut und klare Positionen. Ein Kommentar von Hans Zauner.
(25. April 2013) Dan Graur, Professor für molekulare Evolutionsbiologie und Humboldt-Preisträger, nahm kein Blatt vor den Mund. Zusammen mit einigen Kollegen zerriss der Forscher aus Houston kürzlich ein prestigereiches Großprojekt der Genomik nach Strich und Faden. ENCODE (von ENCyclopedia Of DNA Elements), so der Name des fraglichen Projekts, ist der Versuch, einen Katalog der DNA-Elemente des menschlichen Genoms samt ihrer Funktionen zu erstellen. Über 200 Millionen Dollar hat das Unterfangen verschlungen, mehr als 440 Forscher arbeiten daran.

Der Bochumer Molekularbotaniker Ulrich Kück und seine Kollegen kreuzen Penicillin-produzierende Pilze und züchten so Stämme mit neuen Eigenschaften.
(23. April 2013) Schimmelpilze – für viele lästig, eklig und ungesund, sind Ulrich Kücks Lebensinhalt. Der Bochumer Professor für Allgemeine und Molekulare Botanik beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit der Molekulargenetik von Pilzen und Algen und bekommt nie genug von ihnen.

Der Pipettierautomaten-Experte Martin von Lueder ist als Geschäftsführer von LVL Laborbedarf (Crailsheim) ein alter Hase in der Laborausrüster-Branche. Ein Gespräch über Sinn und Unsinn zunehmender Laborautomatisierung.
(22. April 2013) LJ: Herr von Lüder, die sogenannte „Laborautomatisierung“ startete in den 1970er Jahren in der chemischen Industrie; später zogen die Life-Science-Labore nach. Ist diese jahrzehntelange Entwicklung nicht allmählich abgeschlossen? Gibt es denn überhaupt noch Potenzial für weitere Automatisierung?

Eine ehemalige Angehörige des Uniklinikums Heidelberg war dort nie als Professorin angestellt. Zudem hat sie in ihrer Habilitationsarbeit plagiiert. Dennoch wandert die Dame seit Jahren als „Heidelberger Universitätsprofessorin“ durch die internationalen Medien. (UPDATE: Mit Presseerklärung der Uni Heidelberg als Reaktion auf den Artikel.)
(18. April 2013) Die indische Gentechnik-Kritikerin Suman Sahai ist eine begehrte Gesprächspartnerin. Bei Podiumsdiskussionen debattiert Sahai, die in den 1980er Jahren eine Zeit lang in Deutschland lebte, regelmäßig mit Parlamentsabgeordneten und TV-Showgrößen.
Genome & Ökologie
Die Mikrobenökologen und -genomiker sind weiter auf dem Vormarsch. Bremen ist stärkste Stadt, dicht gefolgt von Wien und Braunschweig. Mikroben haben eines gemeinsam: sie sind klein. So klein, dass man die einzelnen Vertreter mit unbewaffnetem Auge nicht mehr erkennen kann. Zu ihnen zählen Bakterien und Archaeen, aber auch Eukaryoten – Protozoen, Pilze, Algen – und Viren... mehr
In LJ 3 führte Sabine Schmitz in die 3D-Zellkultur ein. Im zweiten Teil der Serie erkärt ein glühender Verfechter und ausgewiesener Experte der 3D-Kultur, wie er an die Sache herangehen würde.
Vor mehr als fünfunddreißig Jahren – ich wurde gerade eingeschult – hielten die ersten 3D-Zellkulturen Einzug in die Zellbiologie. Multizelluläre Sphäroide waren ein annehmbares Modell für solide maligne Tumore und eigneten sich besonders für Untersuchungen über Sauerstoff, Metabolismus und Nekrose... mehr
So liebevoll Biologen ihre Lieblingszellen hochpäppeln, so gnadenlos gehen sie ans Werk wenn deren letztes Stündlein geschlagen hat. Das ist spätestens dann der Fall, wenn die Bioforscher die Ernte einfahren wollen und dazu an den Inhalt der Zellen heran müssen... mehr