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Wirkstoff des Monats: Aducanumab gegen Alzheimer

von Karin Hollricher (Laborjournal-Ausgabe 12, 2019)


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(08.12.2019) Die klinische Erprobung von Alzheimer-Therapien war bisher wenig erfolgreich. Auch die klinischen Phase-3-Studien mit Aducanumab seien ein Fehlschlag, verkündeten die Firmen Biogen (USA) und Eisai (Japan) im März. Aducanumab ist ein menschlicher, rekombinanter, monoklonaler Antikörper, der Beta-Amyloid-Aggregate angreift. Er kann gut zwischen den ungefährlichen Aß-Monomeren und den toxischen Aß-Aggregaten unterscheiden, indem er spezifisch an den N-Terminus von Aß bindet, wenn dieses Ende in einer gestreckten Konformation vorliegt (Sci. Rep. 8: 6412).

Eine Behandlung von transgenen Alzheimer-Mäusen und erkrankten Menschen in Phase-1-Studien sah zunächst recht vielversprechend aus. Der Antikörper reduzierte die Aß-Plaques. Doch dann wurden zwei Phase-3-Studien vorzeitig abgebrochen, da man auf Basis der bis dahin vorliegenden Daten von 1.748 Patienten meinte, das klinische Ziel nicht erreichen zu können.

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Die Ursache der negativen Ergebnisse war unklar. Möglicherweise hilft Aducanumab nur in frühen Stadien, und die Krankheit war in der Studienpopulation schon zu weit fortgeschritten; vielleicht ist Aducanumab nicht effektiv genug; vielleicht stimmt gar die Hypothese nicht, dass Aß-Aggregate die Krankheit verursachen. „Die Offenlegung der Daten wird zeigen, welche der Hypothesen sich bestätigt; wir werden daraus lernen und diese Erkenntnisse für weitere Forschungsaktivitäten nutzen“, gab Richard Dodel, Neurologe an der Universität Duisburg-Essen, in einer Presseerklärung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zu Protokoll.

Umso mehr überraschten dann Meldungen im Oktober, wonach die beiden Firmen nach Diskussionen mit der FDA vorhaben, doch eine Zulassung für Aducanumab zu beantragen. Anscheinend hatte der Antikörper bei einigen der letztlich 2.066 Patienten doch Wirkung gezeigt: Sowohl deren Erinnerungsvermögen als auch ihre Sprache und Orientierung zeigten sich im Vergleich zur Placebogruppe besser. Biogen erklärte jedenfalls, dass die Phase-3-Studie EMERGE den primären Endpunkt erreicht habe und eine „signifikante Verringerung der klinischen Verschlechterung“ zeigte – und zwar bei denjenigen Patienten, die den Wirkstoff in hoher Dosis bekommen hatten.

Die klinischen Daten wurden noch nicht veröffentlicht. Möglicherweise geschieht dies auf der Konferenz „Clinical Trials on Alzheimer’s Diseases“ (CTAD) Anfang Dezember in San Diego. „Topline results from phase 3 Aducanumab studies“ stehen jedenfalls auf dem Programm.



Letzte Änderungen: 08.12.2019

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