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"Cheeeeese"

Praxiskurs Digitalkamera-Bilder

K. Hien und S. Rümpler


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Im Grunde müssten Richter Fotografien als Beweismaterial inzwischen ablehnen. In Zeiten von Photoshop und Corel Draw ist es kein Problem, auf Fotos Köpfe zu montieren, Gegenstände verschwinden zu lassen und Farben zu verändern.

Um "getürkte" Fotos soll es in diesem Beitrag aber nicht gehen, vielmehr wollen wir Ihnen zeigen, worauf Sie beim Fotografieren achten sollten und wie Sie mit einfachen Mitteln Ihre Fotos in hochwertige Abbildungen verwandeln.

Fotos schiesst man heute meist mit Digitalkameras, deren Sensoren die analogen Lichtsignale in digitale Daten umwandeln. Von der Anzahl der Sensoren hängt es ab, wie stark die Kamera die ursprüngliche Information reduziert. Um die Bildqualität zu verbessern, setzen die Hersteller immer höhere Pixeldichten auf dem Chip ein – nicht immer mit dem gewünschten Ergebnis. Denn ab elf Megapixeln sitzen die Sensoren so dicht, dass musterartige Artefakte entstehen können. Der heutige Standard liegt zwischen sechs bis acht Megapixeln, gute Bilder können Sie aber bereits mit deutlich weniger Pixeln machen.

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Blau und verzerrt

Digitale Kameras filtern das Licht häufig mit Tiefpass- oder Infrarotfiltern, bevor es den Sensor erreicht. Je nach Typ verändern diese Filter die Informationen, was zu Kalibrierungseffekten, wie einem Blaustich oder anderen Farbverzerrungen führen kann. Darüber hinaus leuchten einfache Kameras das Bild nicht gleichmäßig, sondern in der Mitte heller aus. Obendrein manipulieren digitale Kameras Farbe und Kontrast des Bildes und komprimieren die Daten meist im JPG-Format (vgl. auch Laborjournal 11/2006 S.69). Um die daraus resultierenden Verluste zu vermeiden, können Sie bei besseren Kameramodellen die Daten im Herstellerspezifischen RAW-Format ablegen. Dieses speichert mehr Farbinformationen (drei Farbkanäle plus schwarz/weiß), die kameraseitige Manipulation entfällt und die Daten bleiben unkomprimiert. So können Sie selbst bestimmen, wie Sie Ihre Bilddaten bearbeiten, benötigen dafür jedoch spezielle Programme und größeren Speicherplatz.


"Knackige" Farben

Digitalkameras suggerieren häufig, dass man sogar im unbeleuchteten Labor fotografieren könne. Dabei verschwinden jedoch Farbdetails und die korrekte Schärfeeinstellung wird zum Eiertanz. "Aber das kriegt man doch mit Photoshop wieder hin!" ist dann die gern benutzte Ausrede. "Nein, aus Dreck kann man kein Gold machen", widerspricht der Grafiker. Kameras haben häufig sehr kurze Blitzweiten, deshalb sollten Sie Fotos immer möglichst gut ausleuchten. Darüber hinaus reflektieren angeblitzte glänzende Flächen stark und überstrahlen ihre Umgebung. Anstelle eines Blitzes leisten Baustrahler gute Dienste, diese sollten das Objekt jedoch nicht direkt anleuchten. Sorgen Sie für Streulicht, indem Sie die Lichstrahlen auf die Zimmerdecke oder eine Styroporplatte lenken. Und verwenden Sie wann immer möglich ein Stativ – die investierte Zeit lohnt sich! Diese Nice-to-have-Tipps sind ein Muss, wenn Sie per Nahaufnahme (Makro) kleine Objekte fotografieren wollen. Andernfalls macht sich die geringe Tiefenschärfe von Digitalkameras negativ bemerkbar.
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Ist das Bild gemacht und in den Rechner übertragen, können Sie Ihr Meisterwerk beispielsweise in der Farbgebung perfektionieren. Photoshop enthält eine automatische Tonwertkorrektur, die Farben "knackiger" aussehen lässt (-> "Bild" -> "Anpassen" -> "Auto-Tonwertkorrektur"). Diese Funktion verstärkt bei Bildern mit durchschnittlicher Verteilung der Pixelwerte die Kontraste und die Farben. Bei Bildern mit extremer Farbverteilung können jedoch Farbveränderungen auftreten oder sogar Bildinformationen verschwinden. Die Farbverteilung können Sie unter der manuellen Tonwertkorrektur als Histogramm sehen (-> "Bild" -> "Anpassen" -> "Tonwertkorrektur"). Sind extreme Peaks zu erkennen, insbesondere an den Rändern des Histogramms, ist die Autotonwertkorrektur nicht zu empfehlen. Sie "schneidet" rechts und links etwas von der Laufbreite des Histogramms ab und "verbreitert" den Rest auf die vorherige Laufbreite. Werden dadurch Peaks (oder häufige Bildinformation) abgeschnitten, so verschlechtert sich das Bild. Mit den Pfeilen unter dem Histogramm können Sie die Farbtiefen manuell korrigieren. Die Auswirkung der Farb- und Kontrastkorrekturen sehen Sie als Vorschau in Ihrem Bild.


Kontraste können Sie unter -> "Bild" -> "Anpassen" -> "Gradationskurven" verändern. Setzen Sie mit dem Cursor feste Punkte in die Kontrastlinie, beispielsweise einen in die Mitte. Mit dem Cursor können Sie die Kurve anfassen und den gewünschten Kurvenverlauf festlegen oder die festen Punkte verschieben. Diese Veränderungen können Sie auch nur für bestimmte Farbkanäle (oben im Fenster) festlegen. Mit der Farbbalance (-> "Bild" -> "Anpassen" -> "Farbbalance") ändern Sie die Farbmischung von Farbpartnern: cyan zu rot, magenta zu grün und gelb zu blau. Verschieben Sie den Regler Richtung cyan, verstärkt sich dessen Anteil im Bild, der Rotanteil schwächt sich ab. Sie können sich entscheiden, ob Sie nur bestimmte Kanäle ansteuern oder einen der folgenden Farbbereiche beeinflussen wollen: tiefe dunkle Töne, Mitteltöne oder helle Lichter. Unter -> "Bild" -> "Anpassen" -> "Farbton/Sättigung" fassen Sie entweder alle Farben an oder wählen spezifisch einen Farbkanal aus. Sie verändern über den Regler "Farbton" und "Sättigung" die Intensität und über "Lab-Helligkeit" den Helligkeitskanal.

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Scharfe Konturen


Wollen Sie Ihren Schnappschuss etwas schärfen, nutzen Sie den Filter unter -> "Filter" -> "Scharfzeichnungsfilter" -> "unscharf maskieren". Dadurch erhöht sich der Kontrast von hellen und dunklen Bereichen entlang der Bildkanten. Spielen Sie mit Stärke und Radius und sehen Sie im kleinen Vorschaubild die Auswirkungen (Bildausschnitt ist mit Maus verschiebbar). Danach können Sie mit dem Regler "Schwellenwert" die Kanten etwas aufweichen.

Möchten Sie einen ungeliebten Kollegen vom Gruppenbildrand entfernen und nur einen Ausschnitt des Fotos nehmen, beschneiden Sie Ihr Bild mit dem Freistellungswerkzeug in der Werkzeugleiste. Falls Sie Pfeile in Ihr Bild einfügen wollen, wählen Sie das Werkzeug "Eigene Form-Werkzeug" und markieren Sie die freie Form. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihr Bild und wählen die gewünschte Pfeilform aus den Möglichkeiten aus. Mit der Maus ziehen Sie den gewünschten Pfeil. Im Menü können Sie die Farbe verändern. Um den Pfeil zu drehen, markieren Sie ihn mit dem Verschiebe-Werkzeug (vier Pfeile), und wählen -> "Bearbeiten" -> "Pfad transformieren" -> "Drehen". Mit dem Textwerkzeug können Sie Texte an einer gewünschten Stelle einfügen und ihn ebenfalls über das Menü formatieren. Mit dem Verschiebewerkzeug platzieren Sie den Text wie gewünscht oder drehen ihn wie oben beschrieben.

Photoshop legt bei diesen Aktionen zunächst neue Ebenen an. Sie können sich diese wie Folien vorstellen, die über das Hintergrundbild gelegt werden. Zu sehen sind sie im Fenster "Ebenen", das Sie über -> "Fenster" -> "Ebenen" aufrufen können. Hier können Sie neue Ebenen anlegen, löschen, zum Bearbeiten markieren oder über das Augensymbol "unsichtbar" machen. Möchten Sie Ebenen verschmelzen nutzen Sie die Möglichkeiten des Menüpunktes -> "Ebenen".

Interessant ist das Protokoll, welches Sie unter -> "Fenster" -> "Protokoll" aufrufen. Dort sind alle Bearbeitungsschritte aufgelistet, die Sie seit dem letzten Speichern ausgeführt haben. Sie können sie bei Bedarf dort einzeln oder, die letzten Schritte in einem Block, löschen.




Letzte Änderungen: 15.03.2007


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