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Forschung für die Ohren

(2.3.2015) Von vielen unbemerkt, haben Wissenschafts-Podcaster eine lebendige Nische für die Forschungskommunikation per Tonaufnahme geschaffen. Hier berichten zwei Doktorandinnen, die den Podcast KonScience betreiben, über ihre Erfahrungen mit dem Medium.

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Podcasts? Das hört sich doch keiner an!

Wissen um des Wissens Willen: Das treibt viele Forscher an. Aber was ist dieses Wissen wert, wenn man es nicht mit anderen teilt? Die Öffentlichkeit finanziert einen Großteil der Forschung, und hat somit ein Anrecht auf deren Ergebnisse. Je rasanter die Forschung voranschreitet, desto wichtiger wird die allgemeinverständliche Erklärung komplexer Themen. Das gilt selbstverständlich auch für Wissenschaftler selbst! Dazu braucht man Medien, die Wissenschaft verständlich aufbereiten und allen Interessierten zugänglich machen.

Zur Verständigung hat die Menschheit seit jeher die menschliche Stimme benutzt. Augen kann man einfach verschließen, aber bei den Ohren ist das schon ein wenig schwieriger. Welche neuen Methoden bieten sich heute zur Verbreitung der Stimme an?

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Die Stimme der Wissenschaft vom Bodensee

Wir, das sind Mariëlle van Toor und Katrin Leinweber, halten Podcasting für diese Methode. Podcasting bedeutet, Video- oder Audioaufnahmen online zugänglich zu machen, mit der Möglichkeit, die Folgen zu abonnieren. Unser Wissenschaftspodcast heißt KonScience. Der Name steht dabei sowohl für Wissenschaft, wie man sie in und aus Konstanz am schönen Bodensee sieht, als auch für "conscience".

Wie kamen wir auf die Idee, einen Wissenschaftspodcast zu machen? Vielleicht haben uns unsere Hobbies Musik, Tonaufnahmen, sowie das Hören von Podcasts, dafür prädestiniert. An der Wissenschaft und an der Diskussion derselben sind wir nicht zuletzt durch unsere eigenen Doktorarbeiten (an der Uni Konstanz bzw. am MPI für Ornithologie) interessiert. Also haben wir es einfach ausprobiert und einen Teaser aufgenommen, im Podcast-Jargon auch „Nullnummer“  genannt. Vielleicht gerade weil Wissenschaftspodcasts damals noch eine Nischenerscheinung waren, lautete die Rückmeldung von HörerInnen erster Stunde einhellig: Bitte mehr davon!

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Podcasts kommen an!

Fast zwei Jahre später können wir erfreut resümieren: Wissenschaft kommt bei PodcasthörerInnen an, und immer mehr Fachbereiche sind auditiv vertreten. Das gilt nicht nur für die Zweitverwertung durch öffentlich-rechtliche Wissenschaftssendungen, die dadurch ihre schon vorhandene Hörerbasis auch für das "zeitsouveräne Nachhören" begeistern, sondern auch für kleinere Projekte, die Wissen aus enger umgrenzten Themenbereichen in die Welt hinaustragen: AstroGeo, Modellansatz, LabOhrgespräche, sowie viele weitere. Auch Metathemen wie Open Science  und der Forschergeist an sich kommen nicht zu kurz.

Uns allen sind die Freuden und Leiden des Podcastens wohl bekannt: der gemeinsame Diskurs über aktuelle Forschung, aber auch der Kampf mit der Audiotechnik. Die von einer lebendingen und hilfsbereiten Entwicklergemeinde  getragene Verbesserung der Podcastingsoftware (z.B. Podlove, Ultraschall), aber auch die teilweise zeitraubende Sendungsvor- und Nachbereitung. Der Lohn für diesen Aufwand sind in jedem Fall die Rückmeldungen der Hörer.

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Pluspunkt: Die menschliche Nähe der Stimme

Ganz anders als man es vielleicht aus dem großen, anonymen Internet vermuten würde, sind die Reaktionen fast immer positiv und konstruktiv. Offenbar schafft die menschliche Stimme eine Nähe, die unangemessene Kritik im Keim erstickt. Textmedien dagegen haben vielleicht genau deswegen weit häufiger mit Anfeindungen in den Kommentaren zu kämpfen, weil Texte mit der eigenen, inneren Stimme gelesen werden.

Wissenschaftlern, die ihr Wissen mit der Internetöffentlichkeit teilen möchten, sei also das Podcasten wärmstens empfohlen. Nicht zu kurz kommt auch der Eigennutz. Vortragen und reden zu können ist die Übung wert, ganz gleich ob mit Mikrofon oder im Hörsaal. Auch deshalb kann Podcasting für alle Ebenen des akademischen Apparates nützlich sein: vom lernenden Studenten bis zur emeritierten Professorin. Sie alle haben etwas zu erzählen!

 

Katrin Leinweber, Mariëlle van Toor


Illustration (Symbolbild): © Rasulov /Fotolia



Letzte Änderungen: 28.04.2015

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