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Perfect Timing

Erlebnisse einer TA (128)

Annette Tietz


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Die TA

Hätte ich einen oder zwei Wünsche frei und könnte mir etwas wünschen, das meinen Labor-Alltag leichter macht – ich hätte da schon einige ­Ideen... Eine dritte Hand wäre beispielsweise in manchen Situationen recht hilfreich. Oder ein paar Minuten mehr pro Stunde. Oder ein automatischer Auffülldienst, der leere Flaschen von alleine wieder füllt... Ein automatischer Abfallentsorger wäre auch klasse: Mülltüte voll, rausnehmen, entsorgen, leere Mülltüte wieder rein, fertig! Da würde ich nicht nein sagen.

Vor ein paar Jahren kam mal eine Vertreterin zu mir und meinte, sie hätte DIE innovative Hilfe dabei, die meinen Alltag ganz sicher einfacher macht. Ich war gespannt. Und dann packte sie den „Speedy Triple Time Timer“ aus.

„Na? Das ist es doch, oder?“

Ihre Begeisterung sprang nicht wirklich auf mich über.

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„Drei verschiedene Zeiten, Time up and down, jederzeit frei wählbar, kombinierbar und kinderleicht zu bedienen.“ So ihre Worte.

Ich fragte mich allerdings schon beim ersten Kontakt mit meinem neuen Laborgenossen, warum er eigentlich Speedy hieß. Zählte er am Ende die Sekunden schneller runter? Das wäre wirklich innovativ!

Piepsen, Klingeln, Blinken

Bevor sich die Namensgebung jedoch klären ließ, erzählte mir die Dame alles Mögliche über die verschiedenen Einstellungen: „‚Time 1‘ drücken, eingeben, bestätigen, nochmal kurz drauf und los geht`s! Sehen Sie?“

Was ich sah, haute mich nicht direkt vom Hocker. Dass eine eingestellte Zeit von 25 Minuten im Sekundentakt runtertickt, war von einer Sensation so weit entfernt wie ich vom Extremsport. Und von einer „innovativen Sensation“ allemal.

„Bis zu drei verschiedene Zeiten und Funktionen können Sie ganz einfach einstellen. Schauen Sie: Drücken, Eingabe, Wechsel, noch mal drauf, dann die nächste Zeit wählen, drücken, eingeben, und ‚START‘. Up and down parallel, alles kein Thema!“

Speedy blinkte jetzt überall auf und ab. Jeder Druck auf einen Knopf löste ein leises Piepen aus, nur der Startknopf hatte ein eigenes Signal. Ich war gespannt auf das Signal beim Erreichen der Zielzeit. Vielleicht konnte Speedy ja was, was noch keiner seiner Vorgänger drauf hatte. Beethovens Fünfte oder ähnliches.

So weit kam Speedy aber erst gar nicht. Die Dame hatte alle Zeiten großzügig eingestellt, sodass sie längst das Labor verlassen hatte, als Speedy sich erstmals bemerkbar machte. Allerdings nicht mit Beethovens Fünfter. Nachdem er das zweite Mal geklingelt hatte, überlegte ich fieberhaft, wie ich die „Time up“-Funktion beenden könnte. Ich kam zu dem Schluss, dass spätestens nach 99 Minuten und 59 Sekunden Ende sein müsste. Beethoven hin oder her.

Als ich am nächsten Tag Speedy in Gebrauch nehmen wollte, konnte ich mich nur noch schemenhaft an die Anweisungen vom Vortag erinnern. Erst drücken, dann eingeben, bestätigen, START? Aber warum startete Speedy dann nicht? Ich drückte noch mal. Vielleicht auf ‚Time 2‘? Jetzt blinkte plötzlich meine eingegebene Zeit auf ‚Time 1‘. Ich drückte START, aber dann lief ‚Time 1‘ auf „Time up“. Warum das denn? Und warum startete ‚Time 2‘ nicht? Ich drückte wieder, und noch mal, START, Eingabe, bestätigen…

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Ich befürchtete, Speedy würde gleich sein Arbeitsverhältnis kündigen. Mittlerweile blinkte Speedy auf allen Kanälen, und ich war ratlos. Vielleicht hätte Beethoven eine Lösung gehabt?



Letzte Änderungen: 08.05.2019

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