Der Untergang des
Hauses Rascher




"Der Untergang des Hauses Rascher" Sigmund Rascher war der Sproß begeisterter Anthroposophen, Walddorfschüler, Adept eines anthroposophischen Gurus, Medizinstudent, DFG-Stipendiat, Günstling Heinrich Himmlers, Unterdruck- und Kälteversuchsforscher im KL Dachau und KL-Insasse. Am Ende stand der Genickschuß.

Siegfried Bär hat jahrelang das Leben dieses Massenmörders recherchiert. Er hat Verwandte von Rascher aufgetrieben, Familienfotos gesehen, Leute ausfindig gemacht, die Rascher gekannt haben, neue Akten entdeckt und ehemaligen Mitarbeitern Raschers nachgespürt.

Das Ergebnis ist ein Dokumentarroman. Bär schält darin aus dem Wust von Rascher-Legenden den wirklichen Sigmund heraus, sein schräges Umfeld und seine Beweggründe. Ein schwieriges Unternehmen, denn Rascher war schwierig. Der gleiche Mann, der hunderte von KL-Häftlinge qualvollen Versuchen unterwarf, stand unter dem Pantoffel seiner Gattin, einer 15 Jahre älteren Konzertsängerin, behandelte Nachbarn umsonst, stellte sich schützend vor Häftlingsmitarbeiter und setzte sich gelegentlich für Juden ein.

Bär fand keine Anhaltspunkte dafür, dass Rascher NS-Überzeugungen hegte. Obwohl seit 1936 SA-Mann und später Mitglied der SS hing Rascher vielmehr den anthroposophischen Lehren des Ehrenfried Pfeiffer an, eines Miterfinders der biodynamischen Landwirtschaft. Dieses okkult-esoterische System scheint Rascher tiefer beeindruckt zu haben als die NS-Rassenlehre. Es ist auch auffällig, das fast alle Förderer Raschers einen Hang zur Naturheilkunde hatten. Getrieben haben ihn der Glaube an seine Berufung als Forscher, die Sucht nach wissenschaftlicher Anerkennung und der Erfolg seines Bruders Sigurd Rascher, des berühmten Saxophonisten.

Bär weist nach, dass Sigmund Rascher schon in seiner Doktorarbeit die Ergebnisse den Erwartungen anpasste. Das gleiche muß Rascher während seines Forschungsstipendiums getan haben, als es um eine universelle Krebsdiagnose ging. In beiden Fällen wollte er Pfeiffers Thesen beweisen.

Diese auf der Grundlage okkult-esoterischer Denkweise entstandenen Versuche wurden zwar publiziert, gerieten aber in Vergessenheit. Auch Rascher wäre in Vergessenheit geraten, hätte ihn nicht der Zufall in die Arme einer ehemaligen Geliebten von Heinrich Himmler geführt. Bald stand Rascher in Himmlers Gunst und durfte Versuche an Häftlingen des KL Dachau machen. Diese, die berüchtigten Unterdruck- und Kälteversuche, gingen auf Raschers Initiative zurück. Sie waren "solider" als Raschers frühere Forschungen, denn er arbeitete in Dachau anfangs unter Aufsicht mehr oder weniger "seriöser" Wissenschaftler. Als Rascher ab 1943 eigene Versuche machen durfte, zeigte sich wieder der esoterisch-okkulte Grundzug, der schon seine Doktorarbeit charakterisiert hatte. Seine Karriere unter dem okkultgläubigen Himmler schien das nicht zu hemmen: Reichtum und Lehrstuhl standen in Aussicht. Dazu kam ein glückliches Familienleben. Zwischen Rascher und seiner Frau hatte sich die große Liebe entwickelt - nicht zuletzt weil sie ihm vier Söhne ins Haus brachte.

Diesen familiären Rückhalt und Himmlers Gunst brauchte Rascher. Denn draußen im KL Dachau, in der SS-Hierarchie, selbst in der eigenen Arbeitsgruppe reihten sich Schlangengruben von Intrigen an Kessel mit kochenden Kabalen. Der Forschungsbetrüger Rascher wurde selber zum Opfer von Lug, Betrug und Unfähigkeit. Im Frühjahr 1944 kam es zur Katastrophe. Raschers Frau, die als Katalysator seines Aufstiegs gewirkt hatte, riß ihn in den Abgrund.

Bärs Dokumentar-Roman über das Leben von Sigmund Rascher braucht starke Nerven.

Das Buch hat 216 Seiten, Hardcover, Fadenheftung und kostet 19.90 Euro.


"Der Untergang des Hauses Rascher"
bequem hier bestellen.




Wege zur Wissenschaft

von Istvan Hargittai






"Wege zur Wissenschaft" ist ein Mosaik aus Forscherbiographien, das der Autor zur eigenen Biographie zusammensetzt. Beschrieben werden unter anderem die Wege von James Watson, Linus Pauling, Nikolai Semjonow, Manfred Eigen, Rudolf Mößbauer, George Olah, Eugene Wigner, Marshall Nirenberg, Frederick Sanger, Bruce Merrifield.

Dem Buch liegen Interviews des Autors mit den Forschern und langjährige Recherchen zugrunde.

Der Reiz für den deutschen Leser liegt in der osteuropäischen Verwurzelung und Sichtweise Hargittais. Er hat einige Jahre in Moskau studiert und geforscht und im Wissenschaftssystem des kommunistischen Ungarn Karriere gemacht. Gleichzeitig durfte er - im Ostblock ein Privileg - zu Studienaufenthalten ins westliche Ausland reisen. Hargittai ist Jude und auch dies fließt in die Biographien ein - nicht zuletzt in seine eigene.

Er schreibt ehrlich und mit trockenem Humor.

Ein Buch, das sein Geld wert ist.

Das Buch hat 344 Seiten, Hardcover, Fadenheftung und kostet 9.90 Euro.


"Wege zur Wissenschaft"
bequem hier bestellen




Geld zum Forschen

"Geld zum Forschen" ist ausverkauft lieber Leser. Leider haben die Autoren, Siegfried Bär und Ralf Schreck, auch keine Zeit gehabt, eine Neuauflage vorzubereiten. Bär war durch die sich häufenden Skandale in der deutschen Wissenschaft beschäftigt, und beide bekamen Haarwurzelkatarrh wenn sie nur an die Arbeit dachten, die eine dritte Auflage benötigen würde. Wir werden in Zukunft versuchen, die Leser im Rahmen einer Laborjournal-Artikelserie über Stipendien und Fördermöglichkeiten zu informieren.




Die Zunft

"Die Zunft" ist leider ausverkauft. Eine zweite Auflage ist geplant aber noch in Vorbereitung. Der Autor hat den Ehrgeiz, in der zweiten Auflage das Liebesleben eines lebenden deutschen Professors aufzunehmen. Da Professoren eine öffentliche Darstellung ihres Liebeslebens in der Regel nicht bejubeln - verständlich, denn ihr Liebesleben ist in der Regel und in der Tat auch nicht des Jubelns wert - sind zahlreiche Konferenzen mit unserem Presseanwalt eine notwendige wenn auch vielleicht nicht hinreichende Vorbedingung für eine zweite Auflage von "Die Zunft". Wir bitten Sie daher um Geduld. Vielleicht findet sich in dem einen oder anderen Buchladen noch ein Restexemplar: Lehmann's Buchhandlung in Freiburg, Friedrichring wäre z.B. einen Versuch wert.




Letzte Änderungen: 19.08.2010


Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluß

© 1996-2014 Laborjournal und f+r internet agentur, Freiburg