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Wirkstoff des Monats: Entrectinib

von Karin Hollricher (Laborjournal-Ausgabe 1-2, 2021)


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(08.02.2021) Im letzten Jahr wurden 32 Medikamente in der EU neu zugelassen, 13 davon erhielten den Orphan-Drug-Status zur Behandlung seltener Krankheiten. Darunter war auch der von Ignyta (USA) entwickelte Wirkstoff Entrectinib. Nach der Übernahme von Ignyta vermarktet Roche das Krebsmedikament jetzt unter dem Markennamen Rozlytrek.

Entrectinib inhibiert drei Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen (TRK), die von den Genen NTRK1, 2 und 3 codiert werden. Diese Kinasen beeinflussen die Entwicklung von Neuronen. Sie sitzen in der Zellmembran, sind an der Signalübertragung beteiligt und können die Zellteilung und deren -differenzierung steuern.

NTRK-Gene können zu Onkogenen werden: Wenn sie fehlerhaft mit einem anderen Gen verbunden sind, lösen sie die Entwicklung von Tumoren aus – oft durch Aktivierung des MAPK-Signalwegs. Die beim Menschen am häufigsten gefundene Genfusion ist eine Translokation von NTRK3 auf Chromosom 15 an das Gen ETV6 auf Chromosom 12. ETV6 ist ein Transkriptionsfaktor, der für die Entwicklung von Zellen des Blutsystems nötig ist.

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TRK-Fusionstumore sind nicht auf einen Zelltyp beschränkt, man findet sie bei vielen Krebsarten. Bei Erwachsenen sind sie mit einstelligen Prozentzahlen deutlich seltener als bei Kindern, beispielsweise wird bei letzteren das seltene Fibrosarkom fast immer (in über 90 Prozent der Fälle) von onkogenen NTRK-Genfusionen ausgelöst.

Vor drei Jahren testete man erstmals kleine, diese NTR-Kinasen hemmende Moleküle mit positiven Ergebnissen. In weiteren Studien zeigten sich Erfolge in der Behandlung der unterschiedlichsten Krebsarten, bei denen NTRK-Genfusionen nachgewiesen worden waren. Besonders bei Kindern mit Fibrosarkom wirken diese Inhibitoren, sogar Remissionen wurden erreicht.

2019 wurde mit Larotrectinib von Bayer der erste NTRK-Inhibitor zugelassen, 2020 mit Entrectinib der zweite dieser Art – und zwar zur Behandlung aller Tumore, in deren Zellen man molekulardiagnostisch eine NTRK-Fusion nachweisen kann. Zudem können damit ROS1-positive, nichtkleinzellige Bronchialkarzinome behandelt werden, bei denen nach einer Translokation das Gen ROS1, welches für eine Tyrosin-Rezeptor-Kinase codiert, mit einem anderen Gen co-exprimiert wird.

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