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Wirkstoff des Monats: mRNA-Impfstoffe gegen SARS-CoV-2

von Karin Hollricher (Laborjournal-Ausgabe 4, 2020)


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(06.04.2020) Am 16. März bekam in Seattle die erste Probandin eine Ladung SARS-CoV-2 Impfstoff namens mRNA-1273, entwickelt von der 2010 gegründeten US-Firma Moderna.

Der Impfstoff besteht aus Lipid-Nanopartikeln, die mit mRNA-Molekülen gefüllt sind, die für das Spike-(S)-Protein des Virus codieren. Es sind zwei Injektionen geplant, dann ein Follow-up von einem Jahr. Es handelt sich um eine Phase-1-Studie, mit der getestet wird, ob der Impfstoff verträglich ist und ob er eine spezifische Immunantwort auslöst.

Auch die Tübinger Firma CureVac arbeitet an einem mRNA-Impfstoff gegen Infektionen mit dem neuen Corona-Virus, der das Immunsystem gegen das virale Spike-(S)-Protein scharfmachen soll. Klinische Studien an Menschen sind für den Frühsommer geplant, nach ARD-Informationen sollen die Pläne dazu am 18. März der Tübinger Ethikkommission vorgelegt worden sein.

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Dritter im mRNA-Bunde ist das Mainzer Unternehmen BioNTech. Über deren Impfstoff-Kandidaten ist bisher nur bekannt, dass er den vorläufigen Namen BNT162 trägt. Erste klinische Studien sollen nach eigenen Aussagen bereits Ende April beginnen – also etwas früher als bei CureVac.

mRNA-Vakzine enthalten weder lebende noch tote Viren, sondern eben mRNA für Proteine des Viruspartikels. Der Empfänger soll durch den Impfstoff angeregt werden, mittels der mRNA-Matrizen selbst antigene Virusmoleküle zu produzieren, die dann wiederum eine Immunantwort auslösen sollen. Als „New Era in Vaccinology“ wurde dieses Konzept kürzlich in Nature Reviews Drug Discovery bezeichnet (17: 261).

mRNA-Moleküle sind extrem empfindlich. Nanopartikel, die ihre sensible Ladung gut vor überall lauernden RNAsen beschützen, sowie auf bessere Stabilität getrimmte mRNAs sind deshalb von entscheidender Bedeutung für den Erfolg dieser Art der Impfung.

Ebenso ist eine effektive Transkription der mRNAs im Menschen nötig, weswegen die Sequenzen der Nukleinsäuren entsprechend optimiert werden müssen.

Gleichzeitig müssen die Moleküle der angeborenen Immunantwort entkommen können. Dies gelingt üblicherweise, indem man modifizierte Nukleoside wie Pseudouridin oder 5-Methylcytdin in die Sequenzen einfügt.

Generell scheint die Methode zu funktionieren – zumindest als Infektionsschutz (mRNA-Vakzine als Therapie gegen Krebs sind dagegen ein anderes Thema). Erst im Januar hatte CureVac verkündet, dass bereits ein Mikrogramm mRNA-Impfstoff gegen das Glykoprotein G des Tollwut-Virus ausreiche, um in den Probanden eine Immunantwort mit höherem Antikörpertiter auszulösen, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wirksamen Schutz ansieht.



Letzte Änderungen: 06.04.2020

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