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Kein Risiko ohne Nebenwirkungen

Erlebnisse einer TA (131)

Annette Tietz


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Die TA

Eigentlich sollte man sich den Beipackzettel von Medikamenten nicht so genau durchlesen. Zumindest das Kapitel „Risiken und Nebenwirkungen“. Normalerweise überspringe ich das ja auch lässig. Als ich allerdings neulich ein Antibiotikum brauchte und der Arzt zu mir sagte:

„Lesen Sie am besten die Nebenwirkungen gar nicht erst durch“, weckte alleine dieser Satz schon eine gewisse Neugier in mir. Ich hatte mir zwar vorgenommen, die möglichen Nebenwirkungen lediglich zur Kenntnis zu nehmen und mir keinesfalls eines der unzähligen beschriebenen Symptome später einzubilden... – doch das funktionierte leider nicht.

Da man Antibiotika ja weit über das Krankheitsgefühl hinaus einnehmen soll, kam ich nach ein paar Tagen mit Tabletten in der Tasche wieder zur Arbeit. Zunächst versuchte ich mich erst einmal daran zu erinnern, woran ich zuvor gearbeitet hatte. Mein Laborbuch war natürlich auch nicht auf dem neuesten Stand, da ich ja spontan für ein paar Tage ausgefallen war.

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Was grummelt da?

Ich versuchte gerade, mich durch unzählige Ausdrucke und PCR-Gelfotos zu arbeiten, als meine Kollegin fragte: „Und? Alles wieder startklar?“ Jegliche Versuche, mein Gehirn zu kontaktieren, scheiterten schon daran, dass ich gar nicht wusste, nach welcher Info ich eigentlich suchte. Stand da nicht etwas von Konzentrationsstörungen im Beipackzettel? Das wird‘s wohl sein, dachte ich – und kämpfte mich weiter durch meine Unterlagen.

Am späten Vormittag war ich zumindest schon mal so weit, dass ich wusste, mit welcher qPCR ich weitermache und was mir die Ausdrucke auf meinem Tisch sagen wollten. Ich wollte gerade loslegen, als ich mal wieder von einem fast leeren Puffer überrascht wurde. Hatte ich den neulich leer gemacht, oder einer meiner Kollegen? Ich wusste es nicht – siehe Konzentrationsstörungen.

Es half eh nix – ich musste schauen, ob wir noch einen Vorrat hatten. Nachdem ich die Schublade mit den Stock-Kits durchforstet und keinen gefunden hatte, fragte ich hoffnungsvoll bei einer Kollegin nach, ob sie eventuell noch einen eigenen Stock hatte. „Nein, aber da müsste doch noch mindestens einer in der Schublade sein.“ Sie machte die eben von mir durchwühlte Schublade auf und zog tatsächlich zwei neue Kits raus. Sehstörungen, das stand da auch auf dem Zettel...

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Ich bedankte mich und versuchte, ab jetzt möglichst unauffällig weiterzuarbeiten. Die Sehstörungen hatte ich nun im Griff, nur die Sache mit der Konzentration war immer noch nicht so einfach.

Plötzlich wurde ich durch lautes Grummeln aus meiner Hochrechnung gestört. Was war das denn? Immerhin reichte mein Gedächtnis für folgenden Satz aus meiner Beipack-Lektüre: Häufig treten Magen-Darm-Beschwerden auf. Dazu zählen: überhöhte Magensäureproduktion, Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall. Mir wurde schon ganz schwindelig (stand das nicht auch dabei?), und ich ohrfeigte mich dafür, dass ich dem ärztlichen Rat nicht einfach gefolgt war.

„Oh, da ist noch jemand hungrig, kommst du mit in die Mittagspause?“ Meine Kollegin stand hinter mir und deutete meine vornehmlichen Nebenwirkungen als Hungergefühl. Das könnte es auch sein, dachte ich mir. „Alles okay bei dir? Du schaust so komisch...“ Stand nicht auch was von seltsamem Blick auf dem Zettel?

Kurz vor dem Pausenraum kam mir ein Kollege mit einem rosa Plüschelefanten unter dem Arm entgegen. Ich musste dringend nach Hause – nachlesen!



Letzte Änderungen: 10.10.2019


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