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Genau auf Wellenlänge

Erlebnisse einer TA (112)

Annette Tietz


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Die TA

Manchmal kommen Urlaube völlig ungeplant. So wie in diesem Jahr. Eigentlich hätte ich meine Praktikantin Laura im Labor betreuen sollen. Da bekam ich das Angebot, eine Woche lang Sonne, Meer und Strand genießen zu dürfen.

Ich fragte also meinen Chef, ob er einverstanden sei, Laura nach nur zwei Wochen Einarbeitung für eine Woche alleine im Labor zu lassen. „Ja, das geht bestimmt, nach zwei Wochen ist sie doch eingearbeitet.“

Ich dachte ähnlich, nur sollte eben nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommen. Also sprach ich die Klonierung nochmal detailliert mit ihr durch – nicht ohne zu erwähnen, dass sie mich ja jederzeit kontaktieren könnte, falls eine Frage auftauchen sollte...

Kurz darauf befand ich mich im „La Paloma-Modus“ an der spanischen Küste wieder. Zu solchen Zeiten schalte ich meine berufliche Hirnaktivität für gewöhnlich auf nahe Null runter und benutze auch mein Handy maximal, um zu schauen, wie viele Sonnenstunden mich die nächsten Tage erwarten.

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Am dritten Tag prangte auf meinem Display jedoch neben dem lieb gewonnenen Sonnenbildchen ein irgendwie unpassend wirkendes Brief-Symbol: „Neue Nachricht von Laura“. Und die lautete: „Hey, Annette! Ich hab leider Probleme mit der Klonierungs-PCR, kann ich dich mal kurz anrufen?“

Nachdem ich „Ja, klar!“ in mein Handy getippt hatte, überlegte ich noch krampfhaft, wie ich den „La Paloma-Modus“ kurz ausgesetzt bekam. Da klingelte Laura auch schon an. Nach kurzer Begrüßung kam sie gleich zum Thema. Sie habe neue Primer angesetzt und wollte wissen, bei wie viel Grad ich die denn lösen würde. „37°C“, antwortete ich. Die Dame, die neben mir auf der Liege lag, schaute mich etwas irritiert an, bevor ihr Blick Richtung Temperaturanzeige wanderte. Was verstand die denn von PCR-Problemen?

Laura versicherte mir inzwischen, dass sie genau das getan hatte, aber irgendwie schien trotzdem was schief zu laufen, da die Bande der PCR auf einer falschen Höhe lief. Wie ich dann weiter gemacht hätte mit den Primern? Gleich auf Eis? „Ja, genau!“ , versicherte ich. „Die Röhrchen immer auf Eis.“ Die Dame neben mir grinste nun über das ganze Gesicht und prostete mir mit ihrem Mai Tai (mit Röhrchen und Eis) zu.

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Welche Größe denn nochmal die Bande haben sollte? Vielleicht, so meinte Laura, hatte sie sich das falsch notiert. „Die Größe?“ Mein Hirn arbeitete nur langsam. „Das müssten so etwa 700 sein.“ Die Dame neben mir saugte am Röhrchen, blickte aufs Meer und prüfte den Horizont ihres Cocktail-Glases, der sich bedrohlich dem Normal-Null des Meeresspiegels näherte.

Zweierlei Fachsimpeleien

Laura gab indes zu bedenken, dass ihre Bande bei 250 bp lag. „250 nur? Nein, das ist zu klein“, bestätigte ich ihre Befürchtung, dass da irgendwas schief lief. Von rechts neben mir kam auch ein zustimmendes Nicken. Die Dame hatte nun wohl genug von meinen Fachsimpeleien und verschwand vom Strand.

Ich besprach noch ein paar Details mit Laura und hoffte, dass die PCR bald wieder rund lief. Kurz nachdem ich mein Handy weggelegt hatte, kam die Dame mit zwei Cocktails wieder zurück zur Strandliege und drückte mir das eine Glas in die Hand. „Sie sind ja genau auf meiner Wellenlänge! Ich hab‘ Ihnen den in XXL mitgebracht, bin mir aber nicht sicher, ob das auch wirklich 700ml sind! Auf jeden Fall sind aber Röhrchen und Eis drin!“, zwinkerte sie mir zu.



Letzte Änderungen: 01.08.2018


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