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Schweinderl gehabt

Erlebnisse einer TA (111)

Annette Tietz


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Die TA

Erinnert sich jemand an die TV-Sendung „Was bin ich?“. Das heitere Berufe-Ratespiel aus dem letzten Jahrhundert mit Robert Lembke? Der Kandidat machte eine für seinen Beruf typische, aber nicht zu verräterische Handbewegung, dann wurde ihm die obligatorische Frage „Welches Schweinderl hätten S‘ denn gern?“ gestellt – und los ging‘s mit dem Beruferaten.

Als Antworten galten nur „Ja“ oder „Nein“. Bei einem „Nein“ bekam der Kandidat 5 DM in sein Schweinderl. Spätestens nach zehn Nein-Antworten musste der Beruf erraten worden sein, sonst hatte der Kandidat sage und schreibe 50 DM gewonnen – und löste das Rätsel genüsslich auf.

Wie würde ich mir das heute so vorstellen, als MTA beim Robert?

Ich würde mir von Robert das gelbe Schweinderl geben lassen. Meine typische Handbewegung wäre der Abwurf einer Pipettenspitze durch Drücken des Spitzenabwurfknopfes. Perfekt.

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Am Ende streiche ich 50 DM ein...

Und schon die erste Frage: „Haben Sie einen pädagogischen Auftrag?“ Oh ja, wenn man bedenkt, wie viele Studenten, Praktikanten, Bachelor- und Masterstudenten man im Laufe der Jahre so betreut... Aber ich glaube, das war so nicht gemeint. „Nein!“ Fünf Mark purzeln ins Innere des Schweinchens.

„Sind Sie im Servicebereich tätig?“ Also wenn ich überlege, wie oft ich schon den Kaffeeraum geputzt, Geschirr weggeräumt und gespült sowie die Kaffeemaschine gesäubert habe... Leises Räuspern von Robert. Okay, ist wohl auch anders gemeint. Also: „Nein!“ Mein Schweinderl zwinkert mir zu.

„Haben Sie eine verantwortungsvolle Aufgabe?“ Na, das ist ja ‘ne Fangfrage! Wer hat denn bitte schön keine verantwortungsvolle Aufgabe? Erste Schweißperlen auf Schweinderls Stirn. Noch bevor ich antworten kann, springt Robert mir zur Seite und weist darauf hin, dass dies keine differenzierte Frage sei. Schweinderl atmet erleichtert aus.

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„Besteht ihre Arbeit hauptsächlich in der Interaktion mit Menschen?“ Also ich würde sagen, am allermeisten interagiere ich mit sündhaft teuren Maschinen oder meiner liebgewonnenen Pipette – und eher nebenbei mit meinen Kollegen. Also: „Nein!“

Die Rategruppe fragt sich langsam, ob ich überhaupt arbeiten würde und versucht ihr Glück über meine typische Handbewegung. „Sie drücken mit dem Daumen auf etwas. Ich gehe davon aus, dass dieser Knopfdruck von großer Bedeutung für ihre tägliche Arbeit ist.“ Äh, war das schon die Frage? Ich schaue kurz zu Schweinderl, das schaut zu Robert. Dieser blickt gebannt in die Runde und wartet ebenfalls auf die Frage. „Das heißt, ohne diesen Knopfdruck wäre Ihre tägliche Arbeit nicht ausführbar?“ Also ich finde, da könnte ich mit „Nein“ antworten. Es gab sicher mal den ein oder anderen Tag, an dem ich nicht mit meiner Pipette gearbeitet habe... mal überlegen... ganz bestimmt!

Ich will gerade mein „Nein“ rausposaunen, da greift Robert ins Geschehen ein, schüttelt den Kopf und antwortet für mich: „Ja!“ Was hat der denn für eine Ahnung von meinem Laboralltag? Empört schaue ich zu Schweinderl. Es hilft nix, Roberts „Ja“ ist Gesetz. Das Rateteam atmet auf und fragt munter weiter...

Schlussendlich kommt heraus, dass ich zudem weder dienstreisend noch künstlerisch oder körperlich anstrengend tätig bin, keine Raumschiffe baue und (leider) auch nicht viel mit Geld zu tun habe. Dafür kann ich am Ende der Sendung wenigstens die 50 Mark einstreichen und den Servicebereich testen. Sogar mit zwischenmenschlicher Interaktion! Und mit Schweinderl!



Letzte Änderungen: 01.08.2018


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