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„Voll krass“

Erlebnisse einer TA (83)

Annette Tietz


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Die TA

Seit einer Woche begleitet mich Yvonne auf Schritt und Tritt. Unsere neue Praktikantin. Normalerweise dümpel ich ja gerne alleine im Labor umher, aber mit Yvonne hat es bisher richtig Spaß gemacht. Deswegen willigte ich neulich auch ein, als sie mich fragte, ob zwei ihrer Biologie-Kommilitonen, die später mündliche Prüfungen haben sollten, für eine Stunde mit ins Labor dürften. Da sie so aufgeregt seien, wäre es doch eine tolle Ablenkung, wenn sie ein bisschen zuschauen dürften.

Kurz darauf standen also Florian und Simon hinter mir im Labor und ließen sich in die Untiefen der Zellkultur einführen. Um jegliches Vor-Prüfungs-Hyperventilieren zu vermeiden, verdonnerte ich sie erst mal zum Zellenzählen. Nachdem ich meine mit Trypanblau gefärbten Zellen in der Zählkammer hatte und die Ebene richtig eingestellt hatte, durfte Simon sich als Erster versuchen. Ohne die abgelegte Brille sah er natürlich erst mal nix durchs Mikroskop. Ich erklärte ihm also all die Rädchen an dem Mikroskop, und kurz darauf kurbelte Simon meine Zählkammer siegessicher Richtung Objektiv. Nur ein gewagter Sprung meinerseits zum Tatort rettete meine Zellen vor dem sicheren Zerquetschungstod.

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Lauter blaue Bollen

Als wir uns endlich auf eine Ebene geeinigt hatten, stellte Simon erstaunt fest: „Voll krass, da sind lauter runde Bollen!“ Florian toppte dessen Begeisterung noch mit dem Satz „Und auch noch blaue, krass!“ Ich gab den beiden prüfungsgestressten Laborneulingen einen Crashkurs in Sachen Membrandurchlässigkeit und dem Sinn des Blaufärbens. Sie nickten beide eifrig und gaben zu Protokoll, dass sie dann die „toten Blauen“ also nicht zu zählen brauchen, oder? Ich wagte einen Scherz und meinte: „Nee, nur die roten!“ Zumindest in dieser Sekunde war die bevorstehende Prüfung weit weg. Und das war doch der Sinn der Sache, oder? Voll krass!

Nach erfolgreich ermittelter Zellzahl – nur die roten, ohne die krassen blauen – versuchten wir uns in Mathe, um die geheimnisvolle Zellzahl zu ermitteln. Das war der Moment, in dem sich die beiden smarten Jungs fragten, ob es nicht doch besser gewesen wäre, die Zeit mit nem Kaffee am Kiosk zu verbringen.

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Dann widmeten wir uns wieder den Zellen. Ich splittete einige Kulturflaschen und machte noch mal eine Mikroskopkontrolle, ob meine „Bollen“ auch wieder zufrieden im neuen Medium vor sich hin schwammen. „Voll krass, dass man sich die so anschauen kann!“ Simon war hin und weg vom Laborgeschehen.

Ich setzte noch eins drauf, indem ich noch eine Kulturflasche mit adhärenten Zellen aus dem Schrank zauberte. Florian war von der etwas außergewöhnlichen Form der Zellen enttäuscht, versicherte mir aber, dass die auch „voll krass“ aussehen würden – aber nicht so schön, wie die anderen. Immerhin seien die hier nicht tot. „Sind ja nicht blau.“

Mittlerweile war ich mir sicher, dass ich das an mich gesteckte Ziel erreicht hatte. Die Beiden wirkten absolut nicht nervös, eher verwirrt. Was man alles in einer Stunde bewirken kann, voll krass!

Die beiden versicherten mir, dass das jetzt „echt voll cool“ war (die „Krass“­Ebene schien ich nicht ganz erreicht zu haben) und sie sich schon voll darauf freuen würden, wenn sie selbst im Praktikum „mit so Bollen und so anderen“ arbeiten dürfen.

Zu guter Letzt drückten sich die beiden ihre Nasen an der Glasscheibe des Zellkulturschrankes platt und bestaunten die unterschiedlichen bunten Nährmedien. „Pink, rot, orange, gelb – is’ ja alles dabei. Krass! Woher weiß man eigentlich, welche Farbe Medium man da nehmen muss?“

Mission erfüllt.



Letzte Änderungen: 01.08.2018


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