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Erlebnisse einer TA (72)

Annette Tietz


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Die TA

Mein Arbeitsplatz im Labor hat entscheidende Vorteile: Das Labor ist nicht zu groß, hat Fenster Richtung Süden und liegt in unmittelbarer Nähe zur Sekretärin und zum Chef. Wo wir auch schon bei den Nachteilen sind: die Nähe zum Chef; die Fenster Richtung Süden sind unpraktisch, da keine Klimaanlage vorhanden; und die Nähe zur Sekretärin ist genau dann ein Nachteil, wenn sie mal nicht da ist. Dann denkt nämlich jeder, die Infos und Befugnisse wurden spontan auf die nächstsitzende TA übertragen. Mich.

Die All-Informierte

Das ist ein Irrtum! Gleiches gilt übrigens wenn der Chef nicht da ist. Woher soll ich denn immer alles wissen? Neulich war mal wieder so ein Tag, an dem ich mir gewünscht hätte, im hintersten Zimmer zu sitzen, ohne Fenster und ohne Nähe zu irgendetwas oder -wem.Die Labortüre ging auf und ich wurde mitten in meinem Färbeansatz mit der Frage konfrontiert: „Ist der Chef schon da?“ Keine Ahnung, nicht gesehen oder gehört. Meine Kollegin verzog sich wieder und meinte, sie würde es dann wohl später noch mal versuchen.

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Kaum war sie weg, stand auch schon unser Master­student da. „Sag mal, der Schlüssel zum Lagerraum hat doch einen blauen Anhänger, oder?“ Meine Zellen mussten wohl einen Moment warten. „Der mit dem blauen Anhänger fehlt nämlich.“ Ich finde, er machte sich ganz gut, unser Neuer. Das Problem hatte er schon mal erkannt.

„Hat den gerade jemand?“ Jetzt komme ich wieder ins Spiel. Allwissend, immer auf dem neuesten Stand der Dinge, immer ansprechbar und abrufbereit. „Nein, ich hab heute noch niemanden damit gesehen.“ „Okay, dann komme ich später noch mal.“ Schön, dann waren sie ja schon zu zweit. Mein Besucherherz machte einen Luftsprung. Kurz darauf erschien mein Chef. „Guten Morgen! Weißt Du, ob unsere Sekretärin gerade bei der Personalabteilung ist?“ Äh, nein. Sie hatte sich unglaublicherweise nicht persönlich bei mir abgemeldet. „Und hast Du schon die Karin gesehen?“ Ich erklärte ihm, dass sie auch schon auf der Suche nach ihm und wahrscheinlich im Labor sei. Vielleicht sollten wir eine Pinnwand an meine Labortür hängen mit den Kategorien Suchen und Finden, da könnte dann jeder die Namen reinschreiben und alle wären glücklich.

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Zu wissen, wo der Müll ist

Als nächstes kam die Dame vom Putzdienst rein und erklärte mir, sie würde dann mal die Müllsäcke mitnehmen, die da auf dem Gang standen. Ich nahm die Info zur Kenntnis, vielleicht kam ja heute noch jemand, der Müllsäcke vermisst – kann man nie wissen. Es vergingen ganze 20 Minuten ohne weitere Info-Anfragen. Ich wurde etwas nervös. Waren die alle plötzlich bei einem Seminar und ich wusste von nix? Feueralarm? Unsere Praktikantin erlöste mich, bevor ich in Panik verfallen konnte. Sie fragte, ob sie mir was aus dem Lagerraum mitbringen solle, da sie die Zellkulturflaschen leer gemacht habe. Das war mal was Neues: Ich musste meine Vorteilsliste überarbeiten.

Leider kam es nicht soweit, weil der Schlüssel ja noch auf Abwegen war. Schade eigentlich. Dafür ging aber kurze Zeit später wieder die Tür auf und ein netter Herr steckte vorsichtig den Kopf herein. „Wo finde ich denn das Sekretariat?“ Meistens schaffe ich es bis zum Ende meines Arbeitstages freundlich zu bleiben, so auch an diesem Tag: „Einfach fünf Meter weiterlaufen, es steht angeschrieben.“ „Ach tatsächlich, ist ja nicht zu übersehen!“

Ja, fand ich auch.



Letzte Änderungen: 01.08.2018


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