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Klinische Studien als Zitatesammler

Zitationsvergleich 2003 bis 2006: Krebsforschung
von Lara Winckler, Laborjournal 09/2009


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Foto: National Cancer Institute

In der Krebsforschung 2003-2006 konnten die Wissenschaftler mit klinischen Studien zu neuen Wirkstoffen Zitierungen sammeln. Besonders interessant waren hierbei offenbar Trastuzumab und Gefitinib.

„Krebsforschung macht anscheinend jeder“, sagt eine Biologin lapidar – die Aussage ist übertrieben, doch nicht falsch. „Klar, mit Krebsforschung bekommt man Fördergelder“, hört man die Nicht-Krebsforscher murren – stehe Krebs auf dem Antrag, so habe man die Finanzierung des Projekts so gut wie in der Tasche.

Krebs-relevant indes können viele Forschungsthemen sein. Neuerdings sind Genetiker, Epigenetiker und RNA-Forscher in der Krebsforschung stark vertreten. Molekularbiologie spielt eine Rolle, Biochemiker und Pharmakologen mischen mit; und mit der Tumorimmunologie kommen die Immunologen ins Spiel. Die Neurologen haben gleich eine ganze Reihe Krebs-relevante Themen.

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Damit wir uns nicht total verzetteln und Äpfel mit Birnen vergleichen, haben wir diese Publikationsanalyse auf Wissenschaftler beschränkt, die sich tatsächlich mit der Erkrankung Krebs befassen, und nicht vor allem mit Genen, deren Fehlfunktion Krebs auslösen kann. Für eine Aufnahme in die Liste der Krebsforscher war unter anderem der Anteil von Artikeln in onkologischen Fachzeitschriften relevant.

„Zitationsmagnet“ waren auch diesmal internationale klinische Studien zu Arzneimittel-Tests und Kombinationstherapien gegen Hirn, Blut-, Brust- und Lungenkrebs. Meistzitiert wurde ein Artikel über Glioblastom-Therapie, den die Wiener Neurologin Christine Marosi (39.), Leiterin der Onkologischen Medizin, in Zusammenarbeit unter anderem mit Michael Weller (3.), Neurologie Tübingen, verfasst hat.

Wieder mit dabei ist Imatinib (Wirkstoff von Glivec zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML)) im zweitplatzierten Artikel der Teams um Andreas Hochhaus (2.), Hämatologie Mannheim, Alois Gratwohl (5.), Kantonsspital Basel, und der Novartis-Arbeitsgruppe um Insa Gathmann (21.), Ann E. Bolton (43.) und Renaud Capdeville (41.).
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Und auch ein Paper zu Trastuzumab, dem Wirkstoff des Brustkrebs-Medikaments Herceptin, ist unter den meistzitierten Artikeln. Dieses Paper entstand jedoch ohne Mitwirkung von Axel Ullrich (33.), der kürzlich für seine Rolle bei der Mitentwicklung von Trastuzumab mit dem Dr. Paul Janssen Award ausgezeichnet wurde (siehe Seite 10).

Besonders stark vertreten sind die Onkohämatologen: Knapp die Hälfte der Top 50-Krebsforscher erforscht akute und chronische myeloische und lymphatische Leukämien, allen voran der Erstplatzierte, Wolfgang Hiddemann.

Auch Pathologen sind vetreten, wie der Würzburger Hans-Konrad Müller-Hermelink (4.) und Guido Sauter (12.), Direktor der Pathologie am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, sowie einige Gynäko-Onkologen, wie der Münchner Michael Untch (24.), der am Klinikum Großhadern Trastuzumab bei der Behandlung von Brustkrebs testet. Unter seiner Mitarbeit entstand auch das drittplatzierte Paper im Vergleich.

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Letzte Änderungen: 09.09.2009


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