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Das Blog, der Blogger

Blogs für Wissenschaftler

Katharina Hiehn und Steffen Rümpler


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Blogs gibt es schon seit den 90er Jahren. Viele Wissenschaftler beginnen jedoch erst jetzt, sich für diese Art des unkomplizierten und schnellen Informationsaustauschs zu interessieren.

"Weblog" steht für "World Wide Web" und "Log" oder Logbuch. Blogs sind eine Art Tagebücher oder tagesaktuelle Journale, die auf Webseiten öffentlich oder für Nutzer-gruppen geführt werden. Die Leser von Blogs können sich mit eigenen Kommentaren oder Zusatzinformationen an den Blogs beteiligen. Je nach Gusto der Betreiber und Kommentatoren ähnelt das Blog einer Zeitung, die Informationen bereit stellt, oder einem Internetforum, in dem man online diskutiert oder Tipps gibt.


Simpel und schnell

Das Blog ist ein einfach zu handhabendes Medium. Es lässt sich aus verschiedenen Design-Schablonen oder Templates schnell aufbauen und kann entweder auf der eigenen Webseite oder bei einem speziellen Blog-Dienst kostenfrei oder kostenpflichtig veröffentlicht werden. Als Grundlage dienen Content-Management-Systeme, mit deren Hilfe auch ungeübte Nutzer Kommentare erstellen oder Veränderungen vornehmen können. So kann jeder seinen Blog individuell gestalten und die Leser mit einbeziehen.

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Darwin Briefe

Charles Darwin schrieb tausende Briefe an gut 2000 verschiedene Adressaten. Würde er heute leben, er wäre sicher ein begeisterter Blogger.

Blogs sind schnell und direkt. Die Einträge (Postings) sind im Internet sofort online und unrezensiert zu sehen. Ist der Inhalt eines Blogeintrags unsinnig oder nicht korrekt, können ihn die Leser, wie bei einem Gespräch, sofort korrigieren oder kommentieren. Wer will kann in den Blogs Videos, Audiodateien, Links oder andere Dokumente zur Verfügung stellen.

Die Nutzer eines Blogs melden sich üblicherweise mit ihrem Namen an und sind für die Teilnehmer des Blogs sichtbar. Zusätzlich kann man weitere Informationen und ein Bild bereit stellen, um sich den Blog-Teilnehmern vorzustellen. Da Blogs eine sehr offene Kommunikationsform sind, sollte man sich an die Blog-Nettiquette halten. Die meisten Blog-Anbieter stellen Verhaltensregeln auf und behalten sich vor, Beiträge zu löschen, die die nötige Sachlichkeit vermissen lassen. Das Institut für Chemie und Biologie der Freien Universität Berlin hat einige Regeln zusammengefasst. Eine der Schönsten ist folgende: "Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann nochmal denken, und dann erst posten." Zum guten Ton gehört zudem, sich mit richtigem Namen und Bild vorzustellen und keine Synonyme zu verwenden. Auch das "du" ist allgemeiner Konsens.
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Inzwischen bieten auch einige Universitäten Blogs auf ihren Webseiten an, zum Beispiel die Universitäten Zürich und Augs-burg. Häufig sind auch allgemeine Blogs, etwa für Studienanfänger, zu finden. Die Uni Fribourg in der Schweiz untersucht das Blog-Phänomen als solches und stellt die Frage, ob es sich beim Bloggen bereits um eine journalistische Tätigkeit handelt (zu finden unter www.swissblogpress.ch).

Immer mehr (Wissenschafts) Journalisten durchstöbern Blogs auf der Suche nach interessanten Themen. Für Wissenschaftler kann es also durchaus Sinn machen, die eigene Forschung in einem allgemein gehaltenen Wissenschaftsblog zu präsentieren, zum Beispiel bei www.scienceblogs.de. So können diese ihre Themen auch abseits der üblichen Pressemitteilungen auf einfachem Weg der Öffentlichkeit vorstellen.

Rein naturwissenschaftliche Blogs zwischen Wissenschaftlern und Interessierten sind, speziell in der deutschen Blogger-Szene, noch selten. Laut Spektrum der Wissenschaft, das im März diesen Jahres erstmals einen Preis für Wissenschaftsblogs verlieh, betätigen sich im deutschsprachigen Internet etwa 180 Wissenschaftler als Blogger. Das sind erstaunlich wenig. Gerade in den Naturwissenschaften müsste die Blogkultur auf mehr Resonanz stoßen, denn im Grunde ist sie ja nur eine moderne Variante des seit Jahrhunderten unter Wissenschaftlern gepflegten wissenschaftlichen Disputs. Heute verschickt man dazu keine Briefe mehr per Postkutsche an seine Kollegen, wie zu Darwins Zeiten, sondern postet seine Beiträge in einem Blog. Das Prinzip, dass Wissenschaftler ihre Ergebnisse oder über "Gott und die Welt" diskutieren, ist aber immer noch das selbe.
Helmut Wicht

Der Biologe, Anatom und Moto-Guzzi-Fahrer Helmut Wicht ist einer der wenigen Naturwissenschaftler in Deutschland mit einem eigenen Wissenschafts-Blog.


Blog statt E-Mails

Wissenschaftler können Blogs als Plattform nutzen, um sich mit Kollegen oder anderen am gleichen Thema interessierten auszutauschen. So können auch Personen in die Diskussion miteinbezogen werden, die man zum Beispiel auf einem wissenschaftlichen Kongress selten oder gar nie treffen würde. Über Blogs können weltweit verstreute Arbeits- oder Interessengruppen sehr einfach und schnell miteinander kommunizieren. E-Mails eignen sich hierfür nicht so gut, insbesondere wenn man die Historie einer Diskussion nachvollziehen möchte. Blogs listen die Beiträge von Beginn an auf, so dass man sofort sieht wer diese zu welchem Zeitpunkt eingestellt hat.

Man kann in Blogs auch unterschiedliche Themenbereiche öffnen und deren Inhalte getrennt diskutieren. So lassen sich Wissen, Arbeitspakete und Termine einfach und schnell synchronisieren. Über ein RSS-Feed können Sie bei den meisten Blog-Diensten die neuesten Einträge in ihrem Browserfenster durch ein Icon anzeigen lassen. Blogs kann man nach Stichworten im Volltext oder nach Schlagworten (Tags) durchsuchen. So können Sie Links, Dokumente und andere Unterlagen übersichtlich und zentral für alle Nutzer zur Verfügung stellen. Sind die Themen nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt, sondern nur für eine spezielle Nutzergruppe, können Sie den Zugriff einschränken.


Bloggen leicht gemacht

Wer einen Blog einrichten will, kann bei einem kostenlosen Anbieter (siehe Infokasten) unter unterschiedlichen Blog-Designvorlagen auswählen und die gewünschten Titel und Überschriften eingeben. Bei blogger.com beispielsweise erstellen Sie im ersten Schritt ein Google-Konto und geben dazu Ihre E-Mail-Adresse ein, oder sie melden sich mit Ihrem bereits bestehenden Google-Konto an. Im zweiten Schritt benennen Sie Ihr Blog und vergeben eine Blog-Adresse auf Blogspot oder auf Ihrer eigenen Webseite. Aus vielen Vorlagen können Sie im dritten Schritt einen Gestaltungsvorschlag auswählen und schon ist Ihr Blog fertig.

Jetzt können Sie bereits erste Postings eintragen. Unter den Einstellungen können Sie Ihr Blog in Suchmaschinen und Listen bekannt machen. Im Layout ist es möglich, Werkzeuge (Gadgets) auf der Webseite einzubauen wie Linklisten, Dia-Schaus, aktuelle Nachrichten beispielsweise aus der Technik, Videos, ein RSS-Feed, die Anzeige der Nutzer, ein Blog-Archiv und vieles mehr. Sie können die Webseite jeden Tag mit neuen Bildern bestücken, beispielsweise den Bildern des Tages von National Geographic oder der Nasa. Für Projekt-Blogs sind die nach Prioritäten sortierte Aufgabenliste sowie Kalender- und Uhrfunktionen nützlich. Sie können zudem definieren, wer auf Ihrer Seite zusätzliche Themen öffnen kann oder ob es nur möglich sein soll, zu Ihren Themen Kommentare zu schreiben.

Auf diese Weise können Sie nicht nur bei blogger.com, sondern auch bei anderen Anbietern ein Blog nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen im Baukastenprinzip zusammenstellen. Ist Ihr Blog fertig, stehen Sie sofort online und gehören der "Blogosphäre" an.



Beispiele von Bloganbietern
  • www.blogger.com
  • www.blogger.de
  • www.blogg.de
  • www.myblog.de
  • http://bloganbieter.de/bloganbieter

Beispiele von Blogs
  • www.175jahre.uzh.ch/blog
  • http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/denkarium
  • www.scienceblogs.de
  • http://blog.safog.com
  • http://www.blog-sucher.de




Letzte Änderungen: 29.12.2008


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