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Power(Point)-Folien

Bilder besser präsentieren (Teil 3)

Katharina Hien und Steffen Rümpler


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Langweilige Vorträge begleitet von dunklen PowerPoint-Folien mit zu kleiner Schrift und überladenen Abbildungen - wer kennt das nicht?

Ein klassisches Beispiel eines missglückten Vortrags erlebte die Autorin kürzlich in Freiburg. Dort lockte ein öffentlicher Vortrag über künstliche Intelligenz so viele Zuhörer an, dass das Auditorium in einen größeren Saal umziehen musste. Kaum angekommen, zog der vortragende Professor die verstaubten Folien seiner Vorlesung heraus und präsentierte, als hätte er Studenten vor sich, seine "kognitive Frontalbeglückung". Es dauerte nicht lange, bis viele Zuhörer frustriert von dannen zogen.

Wenn Sie vermeiden wollen, dass auch Ihnen die Zuhörer davon laufen wenn Sie Ihre Ergebnisse präsentieren, müssen Sie ein paar einfache Regeln beachten. Besonders wenn sich ein Laienpublikum für Ihre Forschung interessiert, sollte der Vortrag entsprechend konzipiert sein. Beherzigen Sie immer das Motto: Nur wenn der dümmste anzunehmende Zuhörer Ihren Ausführungen folgen kann, halten Sie einen guten Vortrag.

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Die Message

Legen Sie zunächst die Kernaussage Ihres Vortrags fest. An dieser zentralen Nachricht sollten Sie sich während des gesamten Vortrags orientieren. Die Botschaft Ihres Vortrags prägt sich besonders gut ein, wenn Sie sie drei Mal wiederholen: bei der Inhaltsangabe, im Hauptteil und im alles entscheidenden Schluss. Vermitteln Sie nur wirklich relevante Informationen ihrer Forschung. Nebenaspekte sollten Sie ganz weglassen oder für das Schmankerl am Vortragsende aufheben. Das Publikum sollte mit der Take-Away-Message im Kopf und einem Lächeln im Gesicht den Saal verlassen. Damit die Zuhörer Ihre Folien betrachten und gleichzeitig dem Vortrag folgen können, sollten Sie etwa eine Minute pro Folie verweilen. Ihnen stehen also zehn Folien für den üblichen Kongressvortrag von zehn Minuten zur Verfügung, um Ihre Inhalte zu präsentieren.



So vergraulen Sie den Betrachter....

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Die Vorbereitung

Gestalten Sie alle Power-Point-Folien im gleichen Stil, das erleichtert den Betrachtern die Orientierung. Mit einer Masterfolie können Sie sich die Arbeit sehr erleichtern. Sie bearbeiten diese über den Power-Point-Menüpunkt "Ansicht/Folienmaster". Darauf legen Sie die Kopf- und Fußzeile an mit Ihrem Logo, dem Vortragstitel, Datum, Seitenzahl und dem Textfeld für den Folientitel. Auch die Hintergrundfarbe und Abbildungs- oder Textblöcke mit Schriftstil und -größe, sowie die Art der Aufzählungszeichen definieren Sie auf der Masterfolie.

Alle neuen Folien, die Sie in diesem Dokument erzeugen, übernehmen die Einstellungen des Masters. Überschriften und Texte erscheinen dann immer an der gleichen Stelle. Wollen Sie beispielsweise den Hintergrund im gesamten Dokument verändern, müssen Sie dies nur auf der Masterfolie tun.


Die Schrift und der Text

Da Vortragsräume recht groß sein können und Zuhörer sich in den seltensten Fällen in die erste Reihe wagen, sollte die Schrift groß und leicht lesbar sein. Nicht nur kurzsichtige Kollegen danken es Ihnen, wenn Sie Schriftgrößen ab 16 Punkten aufwärts, am Besten 20 bis 30 Punkte, wählen. Der Text einer Folie sollte schlagwortartig und knapp sein. Sonst lesen die Zuhörer die Texte und hören nicht mehr auf Ihre Worte. Auch die Geschwindigkeit zwischen Erzählen und Betrachten muss stimmen.

Schreiben Sie nie mehr als zwei Zeilen direkt untereinander. Maximal zwei solcher Zweizeiler sollten auf einer Folie stehen. Besser sind Schlagworte und Aufzählungen, die Sie mit Aufzählungszeichen übersichtlich gestalten. Diese kurzen Informationen oder Einzelwerte kann der Betrachter schnell erfassen.


Der Hintergrund

Der optimale Hintergrund hängt von der Beleuchtungssituation im Vortragsraum ab. Ist der Raum dunkel und der Beamer leuchtstark, dann ist eine dunkle Schrift auf hellem Hintergrund leicht zu lesen. Der Kontrast sollte jedoch nicht zu stark sein, sonst überstrahlt der helle Hintergrund die Schriftserifen. Wählen Sie deshalb eine Groteskschrift ohne Serifen in fett (beispielsweise Arial oder Tahoma) auf einem hellgrauen oder elfenbeinfarbenen Hintergrund. In einem Raum mit Tageslicht sind extreme Kontraste (schwarz/weiß) zu empfehlen. Optisch reizvoll sind weiße Schriften auf dunklem Hintergrund. Dabei können jedoch Helligkeitsüberstrahlungen im Schriftbild entstehen, welche die Lesbarkeit herabsetzen und die Augen ermüden.


Die Farben

PowerPoint nutzt das Farbmodell RGB (rot, grün, blau) im Gegensatz zu Druckern, die auf dem CMYK-Farbsystem (cyan, magenta, yellow, key colour für schwarz) basieren. Dadurch kann es passieren, dass Bilder auf dem Monitor anders erscheinen als im Druck. RGB wird für die Bildschirmausgabe benutzt, hat einen höheren Farbumfang und erzielt dadurch stärkere Kontraste. Liegen in einem Pixel alle Farben in maximaler Sättigung übereinander, so erscheint der Punkt weiß (wie beim Sonnenlicht), sind alle Farben eines Pixels ausgeschaltet, erscheint der Punkt schwarz.

Beim Druck ist es genau umgekehrt. Bleibt ein Punkt ohne Farbe, scheint das weiße Papier durch - die Stelle ist weiß. Mit CMYK kann jedoch nur eine geringere Anzahl Farben gedruckt werden. Um Farbverfälschungen beim Druck zu vermeiden, sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Farben nicht alle Möglichkeiten des RGB-Systems ausnutzen. Darüber hinaus sollten Sie Kombinationen aus Komplementärfarben wie rot/grün, blau/orange oder gelb/violett oder andere, zu starke Kontraste vermeiden.


...so wecken Sie sein Interesse.



Die Bilder

Berücksichtigen Sie bei der Auswahl Ihrer Bilder, dass ein Beamer keine so scharfen Bilder erzeugt wie der Bildschirm und unter Umständen eine niedrigere Auflösung hat. Meist hat auch die Projektionsleinwand schwächen. Wählen Sie deshalb sehr scharfe Bilder ohne feine Details, die verschwinden könnten. Sind Details dennoch wichtig, dann können Sie diese mit Bildausschnitten darstellen. Der Betrachter soll das Bild leicht und schnell erfassen können. Kennzeichnen Sie Feinheiten mit Rahmen oder Pfeilen, die möglichst einfach und leicht zu erkennen sind (keine Schatten- oder 3-D-Effekte). Verwenden Sie wenig Pfeile, überfordern sie den Betrachter nicht. Die Autolayout-Vorlagen von Power-Point können eine große Hilfe sein, vorausgesetzt, sie passen zu Ihrem Konzept. Wählen sie jedes Folienelement mit Bedacht aus, es sollte immer einen bestimmten Zweck erfüllen oder eine Aussage unterstreichen. Verzichten Sie auf schmückendes Beiwerk, das nur ablenkt. Die Kontraste im Bild dürfen nicht zu stark sein, da sie sonst einzelne Bereiche überstrahlen oder Details überdecken.

Als Bild-Format eignet sich Bitmap oder JPEG im RGB-Modus (siehe Farben). Sollten Sie Clip-Arts verwenden, achten Sie darauf, dass alle stilistisch gleich sind oder von der gleichen Person gezeichnet wurden. Clip-Arts verschiedener Anbieter im gleichen Vortrag wirken zusammengeschustert und unprofessionell. Beachten Sie, ganz besonders bei Comics, das Copyright! Verwenden Sie besser selbst gezeichnete oder explizit kostenlos angebotene Clips. Möchten Sie auf bestimmte Aspekte einer Folie während des Vortrags besonders hinweisen, ist es sinnvoll, diese direkt auf der Folie zu markieren. Kopieren Sie dazu die Folie einfach in eine zweite. Von Laserpointern ist eher abzuraten, es sei denn Sie haben eine extrem ruhige Hand. Laserpointer haben den Nachteil, dass Sie sich vom Publikum weg drehen müssen, um ihren Punkt auf der Folie zu verfolgen. Konzipieren Sie Ihre Folien so, dass Sie den Zuhörern immer in die Augen schauen können. Damit halten Sie die Zuhörer bei der Stange und Sie sehen, ob Müdigkeitserscheinungen oder Verständnisschwierigkeiten im Auditorium auftreten.

Bei einem seriösen Vortrag sind Power-Point-Spielereien wie Zooms, Überblendungen, bewegte Schrift oder Animationen tabu. Diese Gimmicks sind nur etwas für den privaten Gebrauch. Power-Point ist nicht nur für die Erstellung von Vortragsfolien oder Poster praktisch. Das Programm ist Internettauglich und kann als Grundlage für eine einfache Website dienen. Darüber hinaus können Sie mit den Folien Informationen per Email verschicken, bei Bedarf sogar als laufende Diapräsentation.



Letzte Änderungen: 12.06.2006


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