Info

„Erforsche, was Dich fasziniert, und nicht, was opportun erscheint“

Max-Planck-Forschungsgruppen
Interview: Ralf Schreck, Laborjournal 11/2018


Info

Info

Zuverlässige -80°C in Gefrierschränken werden mittels luft- oder wassergekühlter Kompressoren erzeugt. mehr

2018_11b1
Anne Spang ist seit 2005 Professorin für Biochemie und Zellbiologie am Biozentrum der Universität Basel. Sie promovierte 1996 am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und war anschließend Postdoktorandin bei Randy Schekman an der University of California, Berkeley. Zwischen 1999 und 2006 leitete sie eine Forschungsgruppe am Friedrich-Miescher-­Laboratorium (FML) in Tübingen. Seit 2009 ist sie EMBO-Mitglied. Forschungsschwerpunkte liegen auf der funktionellen Analyse intrazellulärer Transportprozesse von Proteinen und Messenger-RNA. Foto: DGZ 2018 Leipzig

Im Gespräch mit Anne Spang, Biozentrum der Universität Basel

Laborjournal: Wie kamen Sie ursprünglich nach Tübingen an das Friedrich-Mie­scher-Laboratorium (FML)?

Anne Spang » Ich habe mich auf eine Ausschreibung für eine unabhängige Gruppenleiterstelle am FML beworben.

Wurden die Stellen damals schon zentral ausgeschrieben? Und wie empfanden Sie den Auswahlprozess?

Spang » Die Stellen waren damals noch nicht zentral, sondern institutsspezifisch ausgeschrieben. Ich erhielt eine Einladung zum Auswahlsymposium. Der Termin kollidierte mit meinem Talk beim ASCB Meeting in den USA. Ich kontaktierte Friedrich Bonhoeffer, der die Auswahlkommission leitete. Herr Bonhoeffer war sehr verständnisvoll und fand, dass ich auf jeden Fall auf dem ASCB Meeting vortragen sollte. Er erlaubte mir, zwei Wochen später in Tübingen und anschließend in München den Vortrag zu halten, damit die Kommission nicht noch einmal zusammenkommen musste. Ich habe die Stelle dann bekommen.

Wie gelang der Übergang zwischen Postdoktorandin und Leiterin einer eigenen Forschungsgruppe?

Spang » Am Anfang ganz gut – dachte ich zumindest. Problem Nummer eins war, dass meine Mitarbeiter kaum jünger waren als ich und dass wir daher sehr viel zusammen privat unternommen haben. Dies führte dann ab und an zu Konflikten, wenn es um die Arbeit ging. Problem Nummer zwei war, dass ich davon ausging, dass alle meine neuen Mitarbeiter mindestens genauso begeistert von meiner Forschung sind und auch motiviert, bis an die Grenzen zu gehen wie ich selbst. Das war ziemlich unrealistisch. Nachdem ich diese Probleme erkannt hatte, ging es dann auch ganz gut.

Wie empfanden Sie das Arbeitsklima am FML nach Ihrem US-Aufenthalt?

Spang » Das FML war damals ein sehr spezielles Institut. Die Nachwuchsgruppenleiter leiteten das FML auch eigenverantwortlich administrativ; es gab keinen Max-Planck-Direktor als Institutsleitung. Ich vertrat das FML während der meisten Zeit, die ich dort war, auch als Sprecherin nach Außen. In dieser Zeit habe ich viel über Administration und Politik gelernt. Die FML-Gruppenleiter haben sich gegenseitig unterstützt, und wir hatten auch gemeinsame Seminare. Es war eine große Umstellung von der Zeit in den USA. Das Arbeitsklima war anders, aber trotzdem auch sehr gut.

Info

Info

Info

Informieren und Vernetzen Sie sich zum Thema analytische Flüs­sig­keits­chro­mato­grafie. Teilnahme kostenfrei mehr

Welchen Einfluss hatte die MPG-Forschungsgruppe auf Ihre Karriere?

Spang » Die große Freiheit, die Forschung zu betreiben, die ich wollte, und meine Projekte entwickeln zu können, war schon einmalig. Mit meinem Umzug nach Tübingen hatte ich beschlossen, auch mit C. elegans zu arbeiten, ohne dass ich irgendwelche Erfahrung mit dem Wurm hatte. Es gibt wohl kaum eine andere 5-Jahres-Stelle in Deutschland, die das so einfach zulassen würde. Für mich und meine Art Forschung zu betreiben, war die Stelle am FML perfekt.

Haben Sie noch Kontakt zum FML oder der MPG?

Spang » Ich habe natürlich Kollegen in der MPG, aber einen institutionalisierten Kontakt gibt es nicht. Es ist wie mit Lebensabschnittsgefährten: Man geht ein Stück des Weges zusammen und dann trennt man sich wieder.

Ihr Tipp für Nachwuchswissenschaftlerinnen?

Spang » Zwei Dinge. Erstens: Erforsche, was Dich fasziniert, und nicht, was opportun erscheint. Zweitens: Der einfachste Weg ist meist nicht der beste. Das heißt nicht, dass man sich das Leben unnötig schwer machen muss, aber eine gewisse Risikobereitschaft, sowohl was das Projekt als auch was das Umfeld betrifft, ist essentiell, um bahnbrechende Forschung betreiben zu können.



Last Changed: 06.11.2018


Info

Info

Informieren und Vernetzen Sie sich zum Thema analytische Flüs­sig­keits­chro­mato­grafie. Teilnahme kostenfrei mehr

Diese Website benutzt Cookies. Wenn SIe unsere Website benutzen, stimmen SIe damit unserer Nutzung von Cookies zu. Zur ausführlichen Datenschutzinformation