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Turbo für die Forscherkarrieren

Max-Planck-Forschungsgruppen
Ralf Schreck, Laborjournal 11/2018


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Wer für die Leitung einer Max-Planck-Forschungsgruppe auserwählt wird, ist fast schon zu einer akademischen Spitzenkarriere verdammt. Gleiches dürfte auch für das jüngst geschaffene Lise-Meitner-Exzellenzprogramm für außergewöhnlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen gelten.

Eine Keimzelle der Nachwuchsförderung in Deutschland ist das Friedrich-Miescher-Laboratorium in Tübingen. Benannt nach dem Entdecker der Nukleinsäuren wurde es im Jahr 1969 als Laboratorium für biologische Arbeitsgruppen in der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) eingerichtet. Seitdem erhalten Nachwuchswissenschaftler hier die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen zu verfolgen und eine unabhängige Forschungsgruppe mit relativ großzügigem sowie eigenverwaltetem Budget aufzubauen. Aktuell gibt es rund 180 dieser Max-Planck-Forschungsgruppen in der MPG. Nach einer Statistik verbleiben rund 90 Prozent der ehemaligen Gruppenleiter in der Wissenschaft, mehr als 60 Prozent auf einer W2-/W3-Professur oder vergleichbaren Position. Ungefähr jeder Zehnte wird sogar zum Max-Planck-Direktor berufen. Ende 2017 wurde das Förderportfolio der MPG um das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm für außergewöhnlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen erweitert. Wie Sie an die Leitung einer Max-Planck-Forschungsgruppe kommen, soll im Folgenden das Thema dieses Beitrags sein.

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Freiräume zur unabhängigen Entfaltung schaffen

Das Konzept der Max-Planck-Forschungsgruppen (MPFG), die zunächst als „Selbstständige Nachwuchsgruppen“ bezeichnet worden waren, ist zwischenzeitlich an vielen Max-Planck-Instituten umgesetzt. Ihre Zahl hat sich eindrucksvoll von 55 im Jahr 2005 auf heute rund 180 mehr als verdreifacht. Ermöglicht wurde dies unter anderem durch den Pakt für Forschung, durch den die MPG zusätzlichen finanziellen Spielraum erhält.

Der talentierte wissenschaftliche Nachwuchs als Zielgruppe sowie die wissenschaftliche Eigenständigkeit als Zielsetzung standen von Beginn an im Fokus der MPGF. „Herausragend kreativen interdisziplinär denkenden Wissenschaftlern Räume für ihre unabhängige Entfaltung bieten,“ ist ein auch als „Harnack-Prinzip“ bezeichnetes Leitmotiv der MPG. Adolf Harnack war der erste Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (1911-1960), die als Vorläuferorganisation der MPG gesehen werden kann. Während das Prinzip der Bestenauslese bis dahin primär die Leitungsebene der Max-Planck-Direktoren betraf, wurde es durch die Einrichtung von Max-Planck-Forschungsgruppen auch auf den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgedehnt.

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Urkunde durch den Präsidenten

Im Lauf der letzten 50 Jahre hat sich die Fördermaßnahme weiterentwickelt. Eine Bewerbung steht prinzipiell allen begabten Wissenschaftlern nach erfolgreich durchgeführtem Postdoc sowie einer ausgezeichneten Promotion offen. Jedoch besteht die primäre Zielgruppe aus Nachwuchsforschern, deren Promotion nicht länger als sieben Jahre (bei Medizinern neun Jahre) zurückliegt. Die Laufzeit der Förderung ist zunächst auf fünf Jahre beschränkt, kann aber individuell unter bestimmten Voraussetzungen um zwei plus zwei Jahre verlängert werden. Ebenso kann vor dem Start der Forschungsgruppe eine circa dreimonatige „Eingewöhnungsphase“ am Max-Planck-Institut finanziert werden, in der der zukünftige Gruppenleiter die Einstellung neuer Mitarbeiter sowie die Einrichtung der Laborräume vorantreiben kann. Nach Auslaufen der Förderung erfolgt dann auch kein abrupter Rausschmiss, sondern es kann in Abstimmung mit der jeweiligen Institutsleitung eine Überbrückungs- oder Auslauffinanzierung beantragt werden.

Zu den besonders stark nachgefragten gehören die zentral finanzierten und themen­offenen MPFG. Davon werden im Herbst jeden Jahres circa 15 zentral und international von der MPG ausgeschrieben. Sie unterliegen keiner lokalen oder thematischen Beschränkung. So können Bewerber im Antrag bis zu drei Max-Planck-Institute priorisieren, an denen sie zukünftig ihre weitere Karriere fortsetzen möchten. Da die Verfügbarkeit von Räumlichkeiten für neue Gruppen an den jeweiligen Instituten jedoch stark variieren kann, empfiehlt die MPG Antragstellern, bereits im Vorfeld der Bewerbung Kontakt zu den potentiellen Gastinstituten aufzunehmen. Ebenso kann die inhaltliche Ausrichtung der Gruppe frei bestimmt werden.

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Nach einer seit 1970 geführten internen Statistik konnten 61 Prozent aller ehemaligen Forschungsgruppenleiterinnnen und -leiter ihre Karriere auf einer W2-/W3-Stelle im In- oder Ausland fortsetzen. 11 Prozent wurden als Max-Planck-Direktorin oder Direktor berufen, 11 Prozent blieben in wissenschaftlicher Funktion an einem MPI; 17 Prozent gingen an andere Forschungseinrichtungen oder in die Wirtschaft. Abb.: Max-Planck-Gesellschaft

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Als Zeichen der Selbstständigkeit erhalten erfolgreiche Antragsteller die Ernennungsurkunde zum Forschungsgruppenleiter direkt durch den Präsidenten der MPG. Die letzte Ausschreibung zu den themenoffenen MPFG haben Sie in diesem Jahr leider knapp verpasst. Bis zum 18. Oktober 2018 konnten Bewerbungen online, getrennt nach den drei Sektionen der MPG abgegeben werden. Diese sind neben der Biologisch-Medizinischen die Chemisch-Physikalisch-Technische sowie die Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftliche Sektion. Innerhalb der jeweiligen Sektion wird Mitte Februar 2019 ein zwei- bis dreitägiges Symposium abgehalten, auf dem die aussichtsreichsten Bewerber auf Herz und Nieren geprüft werden. Als Beginn der Forschungsgruppe ist dann Anfang 2020, also rund 15 Monate nach Bewerbungsschluss, vorgesehen. Je nach fachlicher Ausrichtung ermöglicht die finanzielle Unterstützung der Forschungsgruppe eine bereits großzügige Mindestausstattung an Personal- und Sachmitteln, die jedoch im Berufungsverfahren weiter verhandelbar ist. Falls Sie noch mehr Fragen haben, gibt es eine FAQ-Seite beziehungsweise auch Ansprechpartner zu den Forschungsgruppen auf der MPG-Stellenbörse unter www.mpg.de/career.

Unterschiedliche Ausprägungen

Daneben gibt es weitere Max-Planck-Forschungsgruppen wie die institutseigenen MPFG, die aus dem eigenen Budget der rund 80 Max-Planck-Institute finanziert werden. Die Ausschreibung erfolgt auf institutseigenen Internetportalen oder in Fachzeitschriften, die Evaluierung und Vergabe der Gruppen unterliegt jedoch denselben Qualitätskriterien wie bei den themenoffenen MPFG. Der inhaltliche wissenschaftliche Fokus der zukünftigen Gruppe ist dabei allerdings vorgegeben. Personelle und finanzielle Ausstattung dieser Gruppen können von Institut zu Institut variieren, müssen aber ebenfalls einem Mindeststandard genügen. Nicht zu verwechseln mit den themenoffenen und institutseigenen MPFG sind die „Max-Planck-Forschungsgruppen an Universitäten“. Diese dienen der Vernetzung von Instituten der MPG mit Universitäten. Trägerschaft und Administration liegen bei der Universität. Berufung des Leiters und Qualitätssicherung der Gruppe erfolgen nach den strikten Kriterien der MPG, die auch hälftig an der Finanzierung beteiligt ist. Aktuelle Beispiele hierfür sind die Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie an der Universität Würzburg oder die Forschungsgruppe für Marine Geochemie an der Universität Oldenburg. Nach Auslaufen der Förderung gibt es mehrere Optionen, darunter Auflösung, vollständige Integration in die Universität oder Aufnahme an ein Max-Planck-Institut als Max-Planck-Forschungsstelle. Wie beispielsweise beim Max-Planck-Institut für Physik des Lichts in Erlangen kann eine Forschungsgruppe aber auch den Nukleus für ein neues Max-Planck-Institut am Uni-Standort bilden.

Der Otto-Hahn-Award und die W2-Minerva-Positionen ermöglichen es ebenfalls, eine kleine Forschungsgruppe aufzubauen. Dadurch ist die MPG in der Lage, dem eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs Karriereoptionen aufzuzeigen und diesen an sich zu binden. Mit der Otto-Hahn-Medaille und einem Preisgeld von 7.500 Euro werden alljährlich bis zu dreißig junge Forscher für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Rahmen ihrer Dissertation geehrt. Seit 2006 werden aus diesem Kreis die Besten der Besten zusätzlich mit dem Otto-Hahn-Award gewürdigt. In der Vergangenheit wurden pro Jahr zwischen ein und vier Preise bei der Jahrestagung der MPG verliehen. Im letzten Jahr waren elf Otto-­Hahn-Gruppen aktiv. Mit der damit verbundenen Förderung kann zunächst Erfahrung an einer international renommierten Einrichtung im Ausland gesammelt werden. Anschließend kann in Deutschland eine eigene Nachwuchsgruppe an einem Max-Planck-Institut der eigenen Wahl aufgebaut werden.

Frühe Bindung der größten Talente

Das Minerva-Programm der Max-Planck- Gesellschaft startete 1996. Zielgruppe waren besonders qualifizierte Wissenschaftlerinnen, die erste Führungserfahrungen innerhalb der MPG sammeln sollten. Außerhalb des Stellenplans der Institute wurden hierfür auf fünf Jahre befristete W2-Stellen als Karrieresprungbrett für leitende wissenschaftliche Tätigkeiten eingerichtet. Eine Analyse aus dem Jahr 2014 zeigt, dass mehr als drei Viertel von 83 im Minerva-Programm geförderten Wissenschaftlerinnen im Anschluss auf weiterführenden Positionen tätig war. Mittlerweile existiert das Minerva-Programm in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Unter der Bezeichnung „Minerva Fast Track Programm“ bieten die Chemisch-Physikalisch-Technische sowie die Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftliche Sektion jedoch weitere Unterstützung für hervorragende Wissenschaftlerinnen unmittelbar im Anschluss an die Doktorarbeit an. Minerva Fast Track Fellowships werden einmal jährlich nach einem Nominierungsverfahren mit anschließender Evaluation gewonnen und erhalten eine Extraförderung von bis zu drei Jahren (Sach- und Personalmittel). Danach besteht die Möglichkeit, sich auf eine Max-Planck-Forschungsgruppe zu bewerben.

Plus eine Seite Eigenlob

Für die Bewerbung auf eine themenoffene MPFG müssen Sie sich unter dem in der Ausschreibung genannten Link bei derjenigen Sektion registrieren, die Ihnen für die fachliche Evaluierung am geeignetsten scheint. In der Biologisch-Medizinischen Sektion bestimmen Sie ferner auch die MPG-Fachgutachtergruppe, bei der der Antrag landet. Mit dem Registrierungscode, den Sie erhalten, können Sie selbst anschließend Ihre Bewerbung und zwei Empfehlungsschreiber (darunter höchstens ein Max-Planck-Direktor) ihre Gutachten hochladen. Im Gegensatz zu anderen Nachwuchsgruppenprogrammen sind die erforderlichen Unterlagen sehr überschaubar und variieren je nach Sektion nur geringfügig. Allein die Biologisch-Medizinische Sektion weist gleich vornweg darauf hin, dass nullachtfünfzehn Bewerbungen keine Erfolgschancen haben und Bewerbungen mit „High Risk – High Gain“-Potential jenseits der Mainstream-Forschung durch Kandidaten mit „out-of-the-box“-Denke erwünscht seien.

Sie benötigen ein einseitiges Anschreiben, in dem Sie bis zu drei MPI-Institute Ihrer Wahl und den Titel Ihres Vortrags angeben, mit dem Sie, falls Ihre Bewerbung die Hürde des Vorauswahlverfahrens nimmt, Ihre Forschung auf dem abschließenden Auswahlsymposium den Gutachtern vorstellen werden. Es folgt eine Seite Eigenlob, aus der Ihr wissenschaftlicher Footprint, sprich Ihre wissenschaftlichen Errungenschaften, zukünftigen Ziele in der Forschung und Eignung als MPG-Gruppenleiter ersichtlich sind. Anschließend geht es auf maximal drei Seiten ans Eingemachte: Hier müssen Sie Ihre geplanten Forschungsaktivitäten der nächsten Jahre im Detail konkretisieren. Ebenso möchte die MPG wissen, ob Sie Ihre Arbeiten aus der Postdoc-Phase weiterführen oder wissenschaftliches Neuland betreten. Ein wissenschaftlicher CV und eine Publikationsliste runden das Ganze ab. Dabei müssen Publikationen, die frei in Repositorien oder Verlagen zugänglich sind, als „Open Access“ sowie bei Publikationen mit mehreren Autoren Eigenbeiträge ausgewiesen werden. Nennen Sie noch drei weitere, Ihnen hoffentlich wohlgesinnte wissenschaftliche Gutachter und hängen Sie Ihre drei wichtigsten Publikationen dran. Dann heißt es abwarten, ob die Einladung zum Symposium erfolgt. Falls es Ihnen zwischenzeitlich langweilig wird, können Sie gleich noch weitere Anträge bei anderen Förderorganisationen stellen. Denn die Aussicht auf eine erfolgreiche Bewerbung als MPFG ist mit einer Bewilligungsquote von deutlich unter zehn Prozent recht gering.

Max-Planck-Forschungsgruppenleiter können auf Wunsch an einem Tenure-Track-Verfahren an einer Universität teilnehmen. Damit wird frühzeitig die Grundlage für eine spätere permanente Stelle nach Ende der MPG-Förderung gelegt und so zumindest eine gewisse Karriereplanung ermöglicht. So wurde unter der Bezeichnung MaxPlanck@TUM durch die Technische Universität München im Rahmen der Exzellenzinitiative der Zugang zur „TUM Tenure Track Academy“ eingerichtet.

Bei den themenoffenen MPFG erfolgt erst nach Zusage der Gruppenleiterstelle durch die MPG eine in der Regel keinesfalls zwangsläufig erfolgreiche Eingangsevaluierung und nachfolgend ein Berufungsverfahren durch die TUM. Bei institutsfinanzierten MPFG kann gleich ein gemeinsames Berufungsverfahren durch TUM und MPG durchgeführt werden. Als auf sechs Jahre befristeter „Assistant Professor“ mit W2-Status ist man an der TUM dann hinsichtlich Rechten und Pflichten unbefristeten Professoren gleichgestellt. So kann der MPG-Gruppenleiter eigenständig Doktoranden betreuen, muss fünf Semesterwochenstunden Lehre absolvieren, bekommt einen Mentor an der Uni und wird in Zweijahresabständen zwischenevaluiert. Falls es mit dem Posten als MPI-Direktor nicht klappen sollte, so winkt nach sechs Jahren eine unbefristete W3-Stelle als Associate oder Full Professor in München. Auch nicht schlecht!

Kooperationsvereinbarungen hinsichtlich Tenure Track mit weiteren Universitäten im direkten Umfeld von Max-Planck-Instituten sind in Vorbereitung. So wird derzeit eine individuelle Vereinbarung zwischen der Uni Köln und dem MPI für Biologie des Alterns geschlossen und eine gemeinsame Berufung eines MPFG-Leiters vorbereitet.

Lise-Meitner-Exzellenzprogramm

Um exzellente Frauen für eine wissenschaftliche Karriere zu gewinnen und ihnen chancengerechte Karriereentwicklung zu ermöglichen, wurde 2017 das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm (LME) aufgelegt. Ab Januar 2019 sollen jährlich bis zu zehn neue Lise-­Meitner-Gruppen eingerichtet werden. Hierfür stellt die MPG mehr als 30 Millionen Euro bis 2022 bereit und erhofft sich dadurch nicht zuletzt, auch den Pool zukünftiger Direktorinnen zu erweitern. Deren Anteil lag im letzten Jahr bei nur knapp 15 Prozent (46 Frauen unter den 301 Direktoren und wissenschaftlichen Mitgliedern der MPG).

Leiterinnen einer Lise-Meitner-Gruppe, die sich im mehrstufigen Auswahlverfahren mit hochrangig besetzter Gutachter-Jury durchsetzen, erhalten einen zunächst auf fünf Jahre befristeten W2-Vertrag. Zusätzlich können sie an einem internen Tenure-Track-Verfahren teilnehmen, das ihnen eine Perspektive auf eine unbefristete W2-Stelle mit Gruppenausstattung in der MPG eröffnet.

Rising Stars Wanted

Wodurch sich das LME von den bisherigen Max-Planck-Forschungsgruppen neben der Tenure-Track Option abhebt, erschließt sich nicht unmittelbar: Ein höherer Anspruch an die Gruppenleitung ist jedenfalls verbunden mit einer noch härteren Auslese, die Ausstattung wird mindestens der einer MPFG entsprechen. Die FAQs zum LME helfen weiter: Gesucht werden „hochmotivierte, hochtalentierte und hochengagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen“, deren Promotion nicht länger als neun Jahre zurückliegt, die idealerweise bereits über erste Erfahrungen als Gruppenleiterinnen verfügen und den Nachweis herausragender wissenschaftlicher Leistung bereits erbracht haben. Man versucht also die zukünftigen „Rising Stars“ aus der Riege junger Wissenschaftler zu identifizieren. Sicherlich keine einfache Aufgabe!

Bewerbungen von entsprechend qualifizierten Leiterinnen einer Max-Planck-Forschungsgruppe sowie aus dem ehemaligen Minerva-Programm sind möglich. Im Frühsommer 2018 wurden erste Auswahlverfahren im LME durchgeführt. In den nächsten Wochen ist mit den ersten Berufungen erfolgreicher Antragstellerinnen zu rechnen.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Ihre wissenschaftliche Karriere in der Max-Planck-Gesellschaft finden Sie in der aktuellen Broschüre “Wissenschaftskarriere bei Max Planck” unter dem Link www.mpg.de/11739724/broschuere-chancengerechtigkeit.pdf

Der Autor dankt den Fachreferenten für Wissenschaftlichen Nachwuchs in der MPG-Generalverwaltung und hier insbesondere Herrn Stefan Fabry für wertvolle Hinweise zu den Max-Planck-Forschungsgruppen.





Wer war Lise Meitner?

Die Kernphysikerin Lise Meitner wurde 1878 in Wien geboren. Nach Besuch der Bürgerschule und externer Matura-Prüfung am Akademischen Gymnasium nahm sie das Studium der Physik, Mathematik und Philosophie an der Universität Wien auf. Dort promovierte Meitner im Jahr 1906 mit einer Arbeit zur „Wärmeleitung in inhomogenen Körpern“ als zweite Frau überhaupt. Eine Bewerbung bei Marie Curie in Paris blieb erfolglos, sodass sie kurz darauf nach Berlin wechselte. Unter Max Planck und mit Otto Hahn arbeitete sie unter teilweise schwierigen Bedingungen und zunächst unentgeltlich. Im ersten Weltkrieg wurde sie als „Röntgenschwester” an der Ostfront eingesetzt. Als Leiterin der physikalisch-radioaktiven Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin-Dahlem habilitierte sie 1922 und wurde vier Jahre später zur ersten Physik-Professorin Deutschlands ernannt. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde ihr im Dritten Reich jedoch die Lehrbefugnis wieder entzogen. Nach erfolgter Flucht aus Deutschland im Jahr 1938 setzte sie ihre Arbeiten unter anderem in Stockholm am Nobel-Institut sowie dem Physikalischen Institut der Königlich Technischen Hochschule fort. Nur knapp zwei Monate nach dem ersten radiochemischen Nachweis durch Otto Hahn und Fritz Straßmann gelang ihr zusammen mit ihrem Neffen Otto Fritsch die theoretische Erklärung der Kernspaltung. Obwohl sie nicht weniger als 47 Mal für den Nobel-Preis vorgeschlagen wurde, blieb ihr diese Ehrung im Gegensatz zu Otto Hahn verwehrt.





Last Changed: 06.11.2018


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