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Buchbesprechung

Sigrid März

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BiocraftLab:
Wissenschaftliche Keksausstecher
Transparenter Kunststoff
Sechs Sets: Labor, Mikrobiologie, Medizin,
Anatomie, Pharmazie und Chemie
BiocraftLab
Preis: 3,90 Euro (einzeln), 16,90 Euro (je Set)

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ObACHT, Oktopus

(10.12.2021) Da schlägt das Science-Geek-Herz höher: Keksausstecher aus dem 3D-Drucker mit wissenschaftlichen Motiven! Organe, Antikörper, Laborgeräte und Co. im Test auf ihre Ausstech-Performance.

Gleich vorweg: Die Mini-Gehirne kamen bei den jungen Testern am besten an, dicht gefolgt vom Augapfel und der Pflanzenzelle. Die Formen überzeugen, nicht nur optisch – mit Detailtreue und Ideenvielfalt –, sondern ebenso hinsichtlich Material und Verarbeitung. Dank hier und da eingeplanter Hilfsstege verbiegt sich nichts, auch wenn Junior Erlenmeyerkolben und Co. mal etwas bestimmter in den Teig presst. Spülmaschinen-geeignet sind die Ausstecher nicht, denn sie bestehen aus Polylactid (PLA). Dieser unter bestimmten Bedingungen kompostierbare Kunststoff wird ab sechzig Grad Celsius weich, was für den 3D-Druck durchaus sinnvoll ist. Bei hohen Temperaturen allerdings würden die Formen dann dieselbe einbüßen, also Obacht.

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Die Rezensentin erreichten die Ausstecher in dezentem Transparent. Auftraggeber können laut Hersteller-Webseite aber für zum Beispiel firmeneigene Kollektionen zwischen verschiedenen Farben wählen. Die sollten für den Ausstech-Erfolg irrelevant sein.

Der wiederum kann sich sehen lassen: Ist der Teig ausreichend bemehlt, lösen sich die Teiglinge nach dem Ausstechen bereitwillig aus den Formen. Einzig bei ganz feinen Strukturen wie der DNA-Doppelhelix musste zeitweise etwas nachgeprökelt werden. Damit sich alle Details im Keks wiederfinden, darf der Teig nicht dünner als die Ausstecher-Höhe ausgerollt werden. Mit etwas Übung gelingt das aber einwandfrei. Und so zeigten sich im fertigen Gebäck feinste Hirnwindungen ebenso wie eine Skalierung am Messbecher oder diverse Zellkompartimente. Großartig.

Eigentlich wollten die freiwilligen Keksbäcker ihre Werke nach dem Backen auch noch bunt verzieren. Das wiederum hat nicht geklappt, lag aber einzig und allein daran, dass nach kurzer Zeit nichts mehr zum Verzieren da war. Das kann man den Förmchen wahrlich nicht zum Vorwurf machen.

Also, nichts zu meckern? Fast. Das kostenlos mitgelieferte Büchlein mit fünf Teigvarianten hat hier und da Schwachstellen. Nachdem alle Zutaten ihren Weg in den Rührtopf gefunden hatten, war etwa der Schoko-Chip-Keks-Teig von der Konsistenz her Polyacrylamid-Gel-artig – allerdings vor der Polymerisierung. Aber wenn Experimentatoren etwas können, dann ist es improvisieren: Mit etwa weiteren 300 Gramm Mehl ließ sich der Teig gut ausrollen und -stechen. Hersteller BiocraftLab gelobte, das Rezeptheft zu überarbeiten.

Fazit: Für Wissenschafts-Fans mit Back-Faible ein Muss.

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