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Buchbesprechung

Winfried Köppelle


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Carl Djerassi:
Chemie im Theater. Killerblumen. Ein Lesedrama.

Broschüre: 112 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (6. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709970059
ISBN-13: 978-3709970058
Preis: 16,90 Euro (broschiert).

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Theatralisches Vermächtnis
Chemie im Theater. Killerblumen

Carl Djerassi (1923-2015) Foto: Academia Europaea

Carl Djerassi ist tot. Im 92. Lebensjahr hörte der eigenwillige „Chemiker im Unruhestand“ in seiner Wohnung in San Francisco auf zu atmen, teilte am 30. Januar seine Familie mit. Djeras­si, in den Medien mit Vorliebe als „Vater der Antibabypille“ tituliert (was ihn persönlich längst nervte), war ein Exzentriker, ein Eigenbrötler, ein nicht einfach zu genießender Typ mit allerlei Ecken und Kanten. Der Laborjournal-Redakteur durfte ihn einmal persönlich kennenlernen, zur Jahrtausendwende nach einer Lesung in Freiburg (es war sein allererstes Interview mit einem „Wissenschafts-Promi“). In Erinnerung blieb ein sich zunächst autoritär gebender, nach kurzer gegenseitiger Beschnupperung dann aber liebenswürdig-zugänglicher älterer Herr, der trotz seiner dandyhaften Art keine Dünkel besaß und der auch Jahre später keine noch so unwichtige E-Mail unbeantwortet ließ.

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Produktives Pipettieren von 1 bis 384 Kanälen mehr

Djerassi widmete sich 60 Jahre lang der experimentellen Chemie (unter anderem gelang es ihm als Industrieforscher Anfang der 1950er Jahre, das Sexualhormon Norethisteron künstlich herzustellen; 1959 kehrte er an die Universität zurück) – und wechselte 1989 mit Cantors Dilemma ins theoretisch-künstlerische Fach. Fortan veröffentlichte er Lyrik, Kurzgeschichten und Romane („Science-in-fiction“). Mit der darin genüsslich ausgebreiteten, schonungslosen Kritik am universitären Forschungsbetrieb, garniert mit detaillierten Schilderungen der Schwächen und menschlichen Abgründe seiner Zunft (Zitat: „Chemiker sind Machos“) machte er sich unter Ex-Kollegen keine Freunde. Bei allen anderen um so mehr.

Djerassis letzte Veröffentlichung Chemie im Theater. Killerblumen hat den auf „Champagner-Blaseologie“ spezialisierten Nachwuchs-Chemiker Jerzy Krzyz zum Protagonisten. Krzyz erforscht die Blasenbildung in alkoholischen Getränken und möchte nach endlosen Jahren auf dem Tenure-Track endlich die Zusage für eine Lebenszeitprofessur. Schon deshalb, weil er mit seiner bei den Kollegen belächelten Forschung viel mehr Drittmittel einwirbt als jene mit ihren „seriösen“ Aktivitäten und zudem eine vermeintlich sensationelle Entdeckung gemacht hat.

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Das Vierpersonen-Theaterstück bietet einen tiefgründigen Einblick in die Machtstrukturen (nicht nur) amerikanischer Universitäten, indem es herrlich lebensnah die alltäglichen Ärgernisse und charakterlichen Unzulänglichkeiten der freiwillig in der universitären Tretmühle gefangenen Individuen abbildet. Doch Djerassi wäre nicht Djerassi, würde er die Handlung nicht mit reichlich „Love & Crime“ würzen – in der Anklage des Staatsanwalts gipfelnd, Krzyz habe zwei Kollegen während einer Champagnerverkostung auf infame Weise ins Jenseits befördert. Kann der Beschuldigte seinen Kopf noch aus der Schlinge ziehen, und was wird aus seiner ersehnten Professur? – Lesen!




Letzte Änderungen: 12.03.2015


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