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Buchbesprechung

Winfried Köppelle


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Siddhartha Mukherjee:
Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biografie

Gebundene Ausgabe: 670 Seiten
Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 4 (16. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832196447
ISBN-13: 978-3832196448
Preis: 26,00 EUR



Alastair Fothergill (Regisseur):
Frozen Planet - Eisige Welten, Die komplette ungekürzte Serie

Komponist: George Fenton
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Anzahl Disks: 3
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Erscheinungstermin: 20. März 2012
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 350 Minuten
ASIN: B006GZNYZQ
Preis: 17,99 EUR
Auch als Blu-ray erhältlich.



Fredrik Sjöberg:
Die Kunst zu fliehen

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Galiani-Berlin; Auflage: 1 (16. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386971056X
ISBN-13: 978-3869710563
Preis: 18,99 EUR

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Das Beste in Kürze
Bücher und DVDs für die Ferien

Es hat sich einiges angesammelt auf dem Schreibtisch des Rezensenten. Nachfolgend das Empfehlenswerteste davon.

„Grandios“, jubelte der Spiegel-Kritiker; „faszinierend und meisterlich“ der Rezensent der Neuen Zürcher Zeitung; „ein Jahrhundertwerk“, befand man beim Freitag. Sie haben recht, die werten Kollegen: Das opulente Sachbuch Der König aller Krankheiten ist all das und dazu (wie die Kollegen vom Stern urteilten) „eine brillante Kombination aus Medizin-Krimi und Kriegsgeschichte“. Krieg gegen den Krebs, wohlgemerkt.

Dabei hatte der amerikanische Onkologe Siddhartha Mukherjee ursprünglich gar nicht vorgehabt, ein ausgewachsenes Buch zu schreiben, als er 2003 eine zwölfmonatige Intensivfortbildung am Dana-Farber-Krebsinstitut in Boston abschloss. Der damals frischgebackene Facharzt für Krebsimmunologie wollte lediglich einen bescheidenen Erlebnisbericht über seine Aktivitäten dort verfassen. Dann aber schwoll das Projekt auf 670 Seiten an wie ein bösartiger Tumor im Endstadium, war erst acht Jahre später druckreif und brachte dem bis dahin unbekannten Newcomer Mukherjee den Pulitzer-Preis für Sachbücher 2011 ein.

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Um in diesem Jahrhunderte überspannenden Opus mit vielen dutzend Protagonisten wenigstens halbwegs den Überblick zu behalten, stellte Mukherjee zwei Legenden der amerikanischen Krebsmedizin ins Zentrum seiner Geschichte: Einerseits Sidney Farber, den Vater der modernen Chemotherapie, der von einem universalen Heilmittel gegen Krebs träumt, und zum anderen die Nichtfachfrau Mary Lasker, eine „einflussreiche Dame der feinen Manhattaner Gesellschaft“, die sich sozial engagiert und 1946 die nach ihr benannte Forschungsstiftung ins Leben ruft. Um die beiden herum webte Mukherjee seine komplexe Historie des jahrhundertelangen, von Fortschritten und Fehlschlägen gekennzeichneten Kampfes gegen den Krebs.

Man könnte Mukherjee einseitige Amerika-Zentriertheit vorwerfen (viele europäische Protagonisten der Krebsmedizin werden nicht oder nur am Rande erwähnt); auch vermisst man als Leser gelegentlich einen roten Faden. Dennoch ist Der König aller Krankheiten ein atemberaubendes Sachbuch; eines der besten, die der Rezensent in den letzten Jahren gelesen hat.

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Atemberaubende Naturaufnahmen

Wer noch vor wenigen Jahren glaubte, Naturfilme seien eine antiquierte, vom Aussterben bedrohte Spezies, der wurde 2008 mit dem enormen Publikumserfolg der preisgekrönten Serie Planet Erde eines Besseren belehrt. Vier Jahre später folgte die Dokumentation Frozen Planet – Eisige Welten, für die die BBC-Naturfilmabteilung vier Jahre lang zu Nord- und Südpol reiste und dort mit allen möglichen Spezialkameras atemberaubende, teils noch nie gelungene Aufnahmen von Pinguinen, Eisbären, Wölfen und manch anderem Getier drehte. So filmten sie einen Trupp Killerwale, der mit einer gemeinsam erzeugten Welle sein Robbenfrühstück von einer Eisscholle fegt, und lassen per hochauflösender „Cineflash“-Spezialkamera den Zuschauer an der Jagd eines Wolfsrudels auf ein unglückseliges Moschusochsenkalb teilnehmen.

In knapp sechs Stunden, verteilt auf sieben Folgen, wird der Wandel der Jahreszeiten und die sich darin behauptenden Tiere gezeigt, dazu die Menschen, die seit Jahrtausenden in unwirtlicher Landschaft bei bis zu -70 °C (über)leben. Am Ende begleiten wir dann noch die britische TV-Legende David Attenborough auf einer Reise in die Polarregionen, um die Auswirkungen einer möglichen Klimaerwärmung aufzuzeigen und mit verblüffenden Zeitrafferaufnahmen die Veränderung von Gletschern und Eisschelf zu demonstrieren. Für den fünfjährigen Kindergartenbengel ist das alles genauso aufregend und fazinierend wie für dessen 45-jährigen Biologenpapa.

Portrait eines sonderbaren Naturmalers

Von Fredrik Sjöberg, diesem charmanten Schwebfliegen-Fachmann und Sammler kurioser Lebensgeschichten, stammt schließlich das Büchlein Die Kunst zu fliehen. Wie schon beim nicht minder wunderbaren Vorgänger Der Rosinenkönig (Laborjournal 6/2011, Seite 82) hat Sjöberg erneut eine historische Randfigur zum Protagonisten einer liebenswürdigen Reise in die Vergangenheit erwählt: Dieses Mal ist er dem Leben und Wirken des 1934 verstorbenen Landschaftsmalers Gunnar Widforss auf der Spur. Dessen Werke werden in den USA ebenso hoch wie in seiner Heimat Schweden gering geschätzt; in Übersee steht Widforss auf einer Stufe mit so berühmten Bildkünstlern wie Thomas Moran (1837-1926) und Ansel Adams (1902-1984).

Zu Beginn seiner Geschichte sitzt Sjöberg sechzehnjährig im Wipfel einer Kiefer und singt romantische Weisen; 31 Jahre später begleiten wir ihn auf einer Wanderung im Grand Canyon-Nationalpark zum Widforss Point, im Gedenken an einen „braven Aquarellisten, dessen Spezialität steile Berge und große Bäume“ waren. Dazwischen liegen 218 skurril-köstliche Seiten für literarische Feinschmecker, die den Leser entweder köstlich amüsieren oder tödlich langweilen werden. Dazwischen gibt es nichts.




Letzte Änderungen: 11.07.2013


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