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Buchbesprechung

Hubert Rehm


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Monika Jansohn & Sophie Rothhämel (Hrsg.):
Gentechnische Methoden. Eine Sammlung von Arbeitsanleitungen für das molekularbiologische Labor

Taschenbuch: 660 Seiten
Verlag: Spektrum Akademischer Verlag; Auflage: 5. Aufl. 2012 (4. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827424291
ISBN-13: 978-3827424297
Preis: 49,95 EUR



Herbert Budzikiewicz & Mathias Schäfer:
Massenspektrometrie. Eine Einführung

Taschenbuch: 238 Seiten
Verlag: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA; Auflage: 6. vollst. überarb. u. aktualis. Auflage (18. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3527329110
ISBN-13: 978-3527329113
Preis: 39,90 EUR

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Gute & schlechte Laborpraxis - Lehrbücher zur Gentechnik und Massenspektrometrie

Hohle Phrasen, trockene Sprache, veraltete Rezepte – der Rezensent fand kein gutes Haar am ersten der beiden besprochenen Lehrbücher. Das zweite hingegen gefiel ihm.

Die Gentechnischen Methoden haben mir vom ersten Satz an missfallen. Er lautet: „Molekularbiologisches Arbeiten verlangt eine exzellente Beherrschung der Methoden in Theorie und Praxis.“ In dem Satz steht nichts drin. Der zweite passt dazu: „Neben diesen Grundvoraussetzungen spielt die experimentelle Erfahrung eine besondere Rolle“. Der zweite Satz ist also eine Wiederholung des ersten, in dem – wie gesagt – auch schon nichts steht, denn wer molekularbiologisches Arbeiten in der Praxis exzellent beherrscht, der verfügt ja wohl über experimentelle Erfahrung.

Der Rezensent hat trotzdem weiter gelesen und festgestellt: Das Buch ist ein Kochbuch. Eine Rezeptsammlung aus dem weiten Reich der molekularbiologischen Küche: von Absorptionsmessung über Gelelektrophorese, RNA, DNA, Protein-Isolierung, Polymerase-Kettenreaktion, Klonierung von cDNA, RNA-Interferenz, Gewebepräparation, Transfektion, Genexpression, Gen­regulation, Peptidarrays, Sequenzanalyse bis zur Massenspektrometrie. Die Rezepte werden von vielen Köchen beschrieben. Ihrer 26 sind es, darunter der ehemalige Laborjournal-Autor Cornel Mühlhardt.

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Hoffnungslos veraltet

Viele Köche verderben den Brei, heißt es. Das muss nicht immer stimmen. Doch in diesem Fall war schon das Ansetzen des Breis ein Fehler. Kochbücher fürs Labor sind in der Regel hoffnungslos veraltet und müssen es sein. Zudem stammen ihre Methoden aus zweiter Hand: Die Autoren sind in der Regel nicht diejenigen, die die Methoden erfunden haben.

Der Rezensent hat sich deshalb nie ein Kochbuch gekauft. Er hat vielmehr Methodenartikel kopiert und in einem Leitzordner abgeheftet. Auftretende Probleme und ihre Lösungen wurden handschriftlich auf der Rückseite der Kopien vermerkt. Dieser Leitzordner war des Rezensenten „Methodenbuch“. Es war auf ihn zugeschnitten, aktuell, flexibel, aus erster Hand und umsonst. Der Rezensent ist damit gut gefahren. Der einzige Nachteil: Methodenartikel, seien sie aus Analytical Biochemistry oder aus dem Journal of Biological Chemistry, sind absolut humorfrei.

Leider kann Gentechnologische Methoden auch hier nicht punkten. Selbst Cornel Mühlhardt, Autor des legendären Experimentator Molekularbiologie, befleißigt sich neuerdings einer staubtrockenen Sprache. Wer seine Artikel „Klonierung von cDNA“ und „Klonierung von genomischer DNA“ durchgeht, der fühlt sich wie auf einer Wanderung auf dem Mars. Was ist nur passiert mit dem einstigen Wortkünstler? Schaffenskrise? Oder ist Sprachwitz beim Springer-Verlag bei Todesstrafe verboten?

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Zudem fällt auf, daß die zitierte Literatur fast durchgängig antik ist. Beinahe alle Quellen stammen aus dem letzten Jahrtausend. Ausnahmen sind die neu erweiterten Kapitel über RNAi, Bioinformatik und Microarrays. Ansonsten hat der Rezensent den Eindruck, dass die meisten Autoren ihre Beiträge inhaltlich auf dem Stand der ersten Auflage belassen haben und die Texte für die folgenden Auflagen (die jetzige ist die fünfte) nur noch zurechtkämmten.

Gentechnologische Methoden ist also eine veraltete Sammlung solider Rezepte ohne Salz und Pfeffer. Hausmannskost für Diät-Patienten.

Päpstliches zur Massenspektrometrie

Das 222 Seiten dicke Lehrbuch Massenspektrometrie wendet sich in erster Linie an Chemie-Studenten. In trockener, dennoch eingängiger Sprache stellen Herbert Budzikiewicz und Mathias Schäfer die apparativen Grundlagen der Massenspektrometrie und die Auswertungsmöglichkeiten von Massenspektren vor. Schöne Wörter können Sie da lesen wie Ionenbeweglichkeitsspektrometer, Ionenzyklotronresonanz-Spektrometer, Orbitraps, Quadrupol-Ionenfallen, Sekundärionen-Massenspektrometrie. Wenn Sie sich auf den Text konzentrieren und vorher die Erklärung der Grundbegriffe gelesen haben, verstehen Sie auch, was es bedeutet. Zumindest ungefähr.

Bei der Auswertung liegt das Schwergewicht auf organischen Verbindungen; Naturstoffe wie Proteine, DNA oder Zucker werden eher beiläufig behandelt. Da Budzikiewicz zu den Päpsten der Massenspektrometrie zählt – er arbeitet seit den 1960er Jahren auf dem Gebiet und dies ist die sechste Auflage – kann der Leser davon ausgehen, dass das Buch fehlerfrei ist. Dem Rezensenten sind jedenfalls keine Unstimmigkeiten aufgefallen. Nur manchmal kam er ins Gähnen.

Keine Unstimmigkeiten

Da Massenspektrometrie ein Lehrbuch ist, gibt es Aufgaben nach jedem Kapitel und die zugehörigen Lösungen am Ende des Buches. Im Anhang finden Sie weiterführende Literatur, eine Liste englischer Fachausdrücke und eine Tabelle der wichtigsten Isotopenmassen und -häufigkeiten. Der Inhalt ist vornehm in schwarz/weiss gehalten und die Zeichnungen wurden wohl mit Adobe Illustrator erstellt. Die Schrift ist zu klein und hätte ohne Wirkung auf die Seitenzahl einen Punkt größer ausfallen können. Der Preis ist zu hoch. Mehr kann man gegen das Buch nicht einwenden.




Letzte Änderungen: 11.04.2013


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