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Blut auf Küchenpapier

(19.05.2021) Viele Forscher lagern ihre DNA-Kon­strukte auf Papier. Auch Blutproben lassen sich auf Blotting- oder einfachem Küchenpapier eine Weile konservieren.
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Der Weg von Blutproben aus entlegenen Regionen ins Labor ist mitunter weit. Das Einfrieren der Proben und die nötigen Kühlketten treiben den Aufwand und die Kosten in eine Höhe, die vor allem ärmere Länder oft überfordern. Wenn den Proben aber ohnehin nur eine PCR-Analyse bevorsteht, darf es bei Handling, Transport und Lagerung durchaus auch etwas ruppiger zugehen.

Für die Herstellung und Lagerung getrockneter Blutproben existieren verschiedene kommerzielle Produkte, etwa sogenannte FTA-Karten (Fast Technology Analysis) auf Basis chemisch modifizierter Zellulose­materialien, die die Proben vor mikrobiellem Befall, nukleoly­tischem Abbau und sonstigen Umwelt­widrigkeiten schützen. Demir Özdemir von der Akdeniz University in Antalya, Türkei, sind diese jedoch zu teuer. Er konserviert die Blutproben einfach auf Blotting- oder simplem Küchenpapier.

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Sechs Stunden trocknen

Dazu tropft man 50 µl der Blutprobe auf ein Blotting- oder Küchenpapier und lässt sie sechs Stunden trocknen. Um aus dem Blut zu einem späteren Zeitpunkt DNA zu extrahieren, stanzt man mit einer Lochzange kleine Scheiben aus dem Papier und wäscht sie dreimal in 500 µl dH2O (fünf Minuten, 37°C). Danach eluiert man die DNA mit 50 µl TE, das Proteinase K enthält, unter leichtem Schütteln bei 37°C über Nacht und erhitzt sie anschließend 15 Minuten auf 95°C, um die Ausbeute zu steigern. Nach der Zentrifugation kann man den Überstand einfrieren oder direkt für PCRs verwenden.

Wenn die tatsächliche DNA-Konzentration einer Probe für PCR-Analysen unwichtig ist, etwa weil man ohnehin mehrere Gene testet und somit intern normalisiert, ist die Prozedur noch einfacher. Die gestanzten Papiere mit getrocknetem Blut kann man einfach unter leichtem Schütteln in 200 µl NaOH für eine halbe Stunde und anschießend zweimal mit einem TE-Puffer (10 mM Tris-Hcl; 0,1 mM EDTA, pH 8) waschen und dann trocknen. Die DNA steckt noch immer im Papier, ist aber sauberer und man kann die Papier-Discs danach direkt in den PCR-Ansatz geben.

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Test mit Hühnerblut

Gut drei Monate ließ Özdemir Blutproben von Hühnern (die haben kernhaltige Erythrozyten) auf dem Blotting- beziehungs­weise Küchenpapier sowie auf FTA-Karten und beobachtete zu verschiedenen Zeitpunkten ihre Stabilität mithilfe von DNA-Elution, Konzentrations­messung und anschließender PCR. Nennenswerte Unterschiede zwischen den drei Konservierungs-Methoden fand er dabei nicht.

Andrea Pitzschke

Özdemir D. (2021): A practical, low-cost, short-term storage method for genomic DNA. BioTechniques, 70(4):194-201

Bild: Pixabay/MabelAmber


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Letzte Änderungen: 19.05.2021

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