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Das Kalenderblatt des Monats Februar

Die Laborheilige des Monats ist die Heilige Media, Schutzpatronin der Mikro- und Zellbiologen. Hilft bei Existenzkrisen, ausgelöst durch unsterile Lösungen und angebrannten Agar. Symboltier: Das Ferkel.

Früher trat sie in Gestalt der Zauberin Medea auf, heute wird sie als Media verehrt, manche Labors nennen sie auch die heilige Mem. Sie lässt auf wundersame Weise in klarer Lösung Leben erwachsen. Auch von mysteriösen Farbumschlägen wird berichtet: tiefrosa Flüssigkeiten kann die Heilige Media in flachsgelbe Brühen verwandeln. Auf Abbildungen (Heiligenbildchen) wird sie in rosa Gewändern mit Pilzhut und Zauberrührstab dargestellt.

Die heilige Media wird von den seligen Medien mit endlos wiederholten Leiergesängen unterstützt. Diese frommen Männer, die bekanntesten sind Tiwi, Zehdeh und Devaudeh, leben keusch in kleinen schwarzen Zellen.

Doch auch sie können die Martyrien der heiligen Media nicht verhindern: Immer wieder wird sie autoklaviert und erleidet den Flammentod im Bunsenbrenner. Dennoch gelingt es ihr gelegentlich, ihre Schützlinge zum Leben zu erwecken. Ein wahres Wunder. Ihre Verehrer beten sie täglich zu festen Zeiten an und schwenken dazu rosafarbene Flüssigkeiten, die sie zuvor auf Körpertemperatur erwärmt haben. Dazu lauschen sie den Gesängen der seligen Medien.



Dem Forscher zum Geleit



Juchhuu, Juchhuu liebe Leute

Heute platz ich fast vor Freude

heute ham sie akzeptiert

woran ich Monate gekliert

wofür ich fast zwei Jahre forschte

und oftmals mit den Zähnen knorschte

mein Manuskript ham die Juroren

vom J. Neurobiol. erkoren

auf ihren Seiten abzudrücken!

Ach, ich wind mich in Entzücken

Ich bin der Größte, bin der Beste

mein Ego feiert Freudenfeste

So wandere ich denn ziemlich heiter

zu meinem Sachbearbeiter

im Arbeitsamt auf Zimmer 10

- irgendwie wirds weitergehn.



Der Karrieretip

Um es im Leben zu etwas zu bringen, muss man früh aufstehen, bis in die Nacht arbeiten - und Öl finden.

(Jean Paul Getty)



Forschers Trost

Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.

(Mark Twain)



Unser Menüvorschlag:

Zartes Zellsushi in DMEM Rinderfilet und Seezunge gelten als zarter Gaumenschmaus. Der zarteste Genuss wächst jedoch in Ihrer Petrischale heran. Sie haben das nicht gewusst? Hier steht's wie's geht:

Lassen Sie Fibroblasten konfluent heranwachsen, oder - noch exquisiter - nehmen Sie eine Myoblastenkultur. Gießen Sie das überständige DMEM ab, aber waschen Sie die Zellen nicht. Dann schaben Sie die Zellen mit einem Gummikratzer ab und lassen sie in einem 15ml - Falcontube sedimentieren. Überstand vorsichtig dekantieren. Jetzt können Sie die Zellen roh mit einem Strohhalm aufsaugen und verzehren. Ein vitaminreicher Hochgenuss! Beachten Sie: Die Zellen sollen gleich nach der Ernte verzehrt werden, nicht einfrieren.



Letzte Änderungen: 12.02.2005
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