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Map of Life

Virtuell die globale Artenwelt erkunden

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(1. Juni 2012) Informationen über das Vorkommen der Arten auf der Welt finden sich viele: in Datenbanken, wissenschaftlicher Literatur oder Museeumssammlungen. All diese Quellen zu durchforsten kostet allerdings Zeit und Nerven – und am Ende hat man einen Haufen Zahlen, Karten und Koordinaten vor sich liegen. Die Map of Life zapft viele verschiedene dieser Datenquellen an und generiert eine interaktive Karte, um ein umfassendes Bild der Verteilung von Arten auf dem Globus zu liefern.

Das Blättern im Bestimmungsbuch, um herauszufinden, wo eine Nagetierart verbreitet ist oder wo eine Vogelart brütet, kann man sich nun sparen. Die Map of Life zeigt in der neu gestarteten Demo-Version die Lebensräume von allen bekannten Wirbeltierarten: vom Streifenhörnchen bis zu Graugänsen, von Elefanten bis zu Waranen. Der lateinische Name des gesuchten Lebewesens reicht aus, aber auch der englische Trivialname führt zum Ergebnis. Alternativ lässt sich ein beliebiger Punkt auf der Weltkarte anklicken, um eine Liste der dort vorkommenden Arten zu erhalten.

Als zugrunde liegende Weltkarte kann man eine politische Karte, eine Straßen- oder eine Geländekarte oder ein Satellitenbild von Google Maps wählen. Ebenenweise lassen sich beliebig viele Karten mit Informationen zur Verbreitung der gesuchten Arten ein- oder ausblenden oder in ihrer Deckkraft variieren, bis die gewünschte Information brauchbar dargestellt ist. Auch einzelne Punkte, an denen die Arten nachgewiesen wurden, lassen sich anzeigen. So kann man „Hotspots“ der Arten erkennen, aber auch „weiße Flecken“ auf der Landkarte finden, an denen die Informationen über das Vorkommen noch spärlich sind. In der jetzt gestarteten Beta-Version von Map of Life gibt es Informationen zu terrestrischen Wirbeltieren und nordamerikanischen Süßwasserfischen, bald sollen Wirbellose und Pflanzen dazukommen. Auch Daten zur Häufigkeit einer Art, zu Genotypen oder zur Paläontologie sollen folgen.

Bisher trägt Map of Life Daten aus verschiedenen internationalen und nationalen Quellen wie der Global Biodiversity Information Facility (GBIF), der International Union for Conservation of Nature (IUCN), dem World Wide Fund For Nature (WWF), aber auch aus Museen und der wissenschaftlichen Literatur zusammen. Daten der Encyclopedia of Life, der National Science Foundation (NSF) oder der NASA sollen folgen. Bei der anstehenden Erweiterung können Wissenschaftler und Laien zusammenarbeiten. Nach „Wiki-Art“ sollen akkreditierte Nutzer zukünftig Informationen ergänzen können und Fehler melden.

Das Map of Life-Team um die Ökologen und Biodiversitätsforscher Walter Jetz von der Yale University und Robert Guralnick von der University of Colorado in Boulder hat große Ziele: „Wir hoffen, dass Map of Life die Community dazu befähigen und verlocken wird aktiv daran mitzuarbeiten, das bestmögliche Wissen über die Verteilung der Spezies zu schaffen und die großen Wissenslücken zu erkennen, die Wissenschaft und Gesellschaft immer noch einschränken.“ (Trends Ecol Evol 2011, 27(3):152-9).

 

Wie schön wäre es, wenn man draußen im Feld bei der Artbeobachtung rein- oder rauszoomen könnte wie bei der Map of Life, wenn man am falschen Fleckchen Erde steht und die gesuchte Art dort einfach nicht auftauchen will.


Valérie Labonté
Bild: Screenshot Map of Life



Letzte Änderungen: 13.06.2012
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