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Global Young Academy - "Stimme der jungen Wissenschaft"

Endlich mitmischen in der globalen Wissenschaft, endlich gehört werden von der etablierten Forschung und den großen Wissenschaftsakademien, endlich miteinander reden – das wollen die Gründungsmitglieder der Global Young Academy (GYA). Nach Jahren der Planung wird im März in Alexandria die lang erwartete GYA-Eröffnungskonferenz abgehalten.

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(18. Januar 2011) Eine Akademie der Wissenschaften, das ist eine Ansammlung in die Jahre gekommener Denker, die unablässig mit Gleichgesinnten fachsimpeln und die Realität darüber völlig vergessen. Oder? Die größeren deutschen Akademien schienen sich lange diesem Geist Platons verschrieben zu haben, der 387 v. Chr. die erste „Akademeia“ in Athen schuf, damals noch mit wissenschaftlicher Lehre. Durch diese uralten Hallen soll jetzt ein frischer Wind wehen.

 

Berlin, Februar 2010: Auf einem Workshop der Jungen Akademie strömen aus 28 Ländern vierzig junge Wissenschaftler zusammen, um die Global Young Academy (GYA) zu gründen. Initiator war das Inter Academy Panel (IAP), das sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Dialog zwischen Akademien und Wissenschaftlern fördern.

 

Was will die GYA? „Nationale Akademien leiden oft an Überalterung“, urteilt Tilman Brück, Wirtschaftswissenschaftler und GYA-Gründungsmitglied. „Dabei ist es durchaus realistisch, dass Personen Mitte 30 ohne Lebensstellung, die nach ihrer Promotion selbstständig wissenschaftlich tätig sind, einen Beitrag für die Gesellschaft leisten können. Sie müssen keineswegs damit warten, bis sie 60 sind.“ Erstaunlich findet es Brück, dass sich junge Wissenschaftler nicht häufiger auf globaler Ebene austauschen – es gab bislang für Jungforscher keine globalen Foren und noch weniger Förderung. Der weltweiten Vernetzung junger Wissenschaftler muss sprichwörtlich auf die Füße geholfen werden.

 

Die GYA solle die erste internationale Institution sein, die globalen Anliegen von Nachwuchswissenschaftlern eine Stimme gebe, erklärt Brück. „Wir wollen zudem weltweit nationale Junge Akademien fördern, bis das Alter von Wissenschaftlern keine Rolle mehr spielt“, so die Vision.

 

Derzeit ist die GYA noch mitten im Gründungsprozess und mit vielerlei bürokratischen Aufgaben beschäftigt. „Schwer zu sagen, ob es uns rein juristisch schon gibt“, schmunzelt Tilman Brück. Nach der Verwaltungshürde muss sich die Organisation mit Inhalten füllen. In vier Projektgruppen soll das öffentliche Verständnis für Wissenschaft gestärkt, junge Forscher gefördert und das Interesse an Wissenschaft schon bei den ganz Kleinen entfacht werden. Die Gruppe „Interdisziplinäre Forschung globaler und regionaler Themen“ schließlich treibt die Entwicklung grüner Technologien, erhöhter Energie-Effizienzen sowie niedrigere Kohlendioxid-Emission voran. „Wir müssen laufen lernen und beweisen, dass unsere Existenz legitim ist“, so Brück.

 

Bislang besteht die GYA aus den 100 Gründungsmitgliedern, die sich noch nicht bewerben und qualifizieren mussten. Die Zahl soll auf 200 Mitglieder aufgestockt werden, die Mitgliedschaft ist auf vier Jahre begrenzt. Wer Mitglied werden will, muss seine Qualifikation an den drei „I“ (interdisziplinär, international, intergenerativ) beweisen – und sich bis zum 31. Oktober 2011 bewerben (siehe GYA-Homepage).

 

Tilman Brück träumt davon, das Büro der GYA-Geschäftstelle in Berlin einzurichten. Mit Hilfe der Geldgeber – das Inter Academy Panel, die Leopoldina und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die eine Anschubfinanzierung von 50.000 Euro geleistet haben – könnte das Management, das derzeit ehrenamtlich von den beiden Vorsitzenden Nitsara Karoonuthaisiri in Bangkok, Thailand, und Gregory Weiss in Irvine, Kalifornien, getragen wird, „in einer kleinen Geschäftsstelle extrem bescheiden“ von drei Mitarbeitern übernommen und finanziert werden.

 

Detaillierter kann dies vom 21. bis 23. März 2011 in Alexandria, Ägypten, auf der ersten Konferenz für junge Wissenschaftler ausgearbeitet werden, gleichzeitig das Eröffnungstreffen der Global Young Academy (GYAGA-2011).

 

Stephanie Heyl

Bild: kallejipp / photocase.com

 



Letzte Änderungen: 04.03.2013

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