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Alles im Fluss

(05.09.2019) Miniklein, aber megaeffizient – mit ihren Mikropumpen und -ventilen setzen die Freiburger von Muvap neue Maßstäbe. Obwohl es die Firma noch nicht mal gibt.
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Laborjournal fragt: Warum heißt Ihre Firma Muvap? CEO in spe Ardavan Shabanian (Mikrosystem­technik) und Hans Stork (Informatik und Wirtschafts­wissenschaften) antworten.

Herr Shabanian, Herr Stork, ich konnte für Ihre Firma Muvap kein Gründungsdatum ausmachen. Dafür gibt es sicherlich einen Grund, oder?
Ardavan Shabanian: Ja, noch ist das Unternehmen nicht gegründet, aktuell ist dies unser Projektname. Wir haben eine Startup-Förderung erhalten, und unser Ziel ist es, in den kommenden zwei Jahren unsere Technologie aus der Forschungs­phase heraus zur Marktreife zu bringen, um dann als Startup auszugründen.

Wie viele Menschen arbeiten an Ihrem Projekt?
Shabanian: Im Moment sind wir vier Team-Mitglieder, also Hans Stork, David Stork, Anjan Kashekodi und ich.
Hans Stork: Natürlich gibt es hier am Institut für Mikro­system­technik aber auch etliche Assistenten, die unser Projekt direkt und indirekt unterstützen, sowie Masterstudenten und Berater.

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Die Badische Zeitung schrieb im Mai 2019, dass Sie „eine der größten Förderungen erhalten (haben), die ein Startup der Uni Freiburg jemals bekommen hat.“ Erzählen Sie mal, um welche Förderung es sich handelt!
Shabanian: Wir haben etwa eine Million Euro über die Förderung EXIST-Forschungs­transfer vom BMWi, also dem Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie, erhalten. In der Historie der Universität Freiburg ist das eine der höchsten Förderungen, das stimmt. Die Zusage kam bereits im November 2018. In Berlin hatten wir Muvap vor einer Expertenjury präsentiert. Etwa anderthalb Stunden später erhielten wir den Telefonanruf, dass unser Projekt angenommen wurde.

Was macht Ihre Mikropumpen denn so besonders? Insbesondere in der Mikrofluidik gibt es bereits viele miniaturisierte Pumpen­systeme.
Shabanian: Die Pumpe generiert eine hohe Flussrate bei minimalem Energie­verbrauch und minimaler Größe.
Stork: Um das etwas anschaulicher zu machen: Bei vergleich­barer Größe zu Geräten der Marktführer ist die Flussrate unserer Pumpen mehr als sechs mal so hoch. Dabei verbraucht sie gerade mal einige hundert Milliwatt.

Von links nach rechts: Hans Stork, David Stork, Anjan Bhat Kashekodi
und Ardavan Shabanian. Foto: Muvap


Hohe Flussraten sind ja nicht unbedingt immer erwünscht. Zum Beispiel bei der Arbeit mit Zellkulturen ist eine eher mäßige Flussrate ausreichend.
Shabanian: Das stimmt, insbesondere wenn es um medizinische oder biologische Anwendungen geht, ist eine hohe Flussrate nicht immer notwendig. Dann können wir unsere Pumpen herunter­skalieren. Das heißt, wir miniaturisieren weiter, stellen noch kleinere Versionen her. Die sind dann etwa vier mal kleiner als Modelle anderer Hersteller, haben aber noch immer die zweifache Flussrate, bei sehr geringem Energieverbrauch.

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Und bei welchen Anwendungen ist eine hohe Flussrate erwünscht?
Stork: Wir haben unterschiedliche Märkte im Blick. Ein Beispiel ist die Kühlung von elektronischen Geräten wie zum Beispiel LEDs. Die werden immer enger gesetzt und produzieren dabei Wärme. Mit unseren sehr kleinen Einheiten können wir die LEDs kühlen.
Shabanian: Unser Projekt umfasst ja nicht nur die Pumpen, sondern auch pneumatische Ventile. Die können im Vergleich zu anderen Piezo-Ventilen gegen einen erheblich höheren Druck schließen und halten, wenn sie offen sind, einer höheren Flussrate stand. Anwendungs­beispiele sind, wie Hans Stork bereits sagt, die Kühlung elektronischer Geräte, aber auch Mass Flow Controllers, also Systeme, die mittels Sensoren hochpräzise den Fluss kontrollieren. Wir erhalten auch Anfragen zur Flüssigkeits­handhabung wie Dosierung und Messen sowie zu pharmako­logischen und biologischen Anwen­dungen. Das sind unsere Zukunftsziele.
Stork: Unser erster Schritt wird sein, in Kontakt mit Kunden und Firmen zu kommen. Nur dann kennen wir die Bedürfnisse der Kunden und können entsprechende, maßge­schneiderte Produkte entwickeln.
Shabanian: Dann wird sich zeigen, in welche Richtung unsere Entwicklungen gehen, eher Ventile oder Pumpen, mit Flüssigkeiten oder Gasen, eher industrielle oder medizinische Anwendung. Es gibt viele mögliche Applikationen.

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Wie funktionieren die Ventile und Pumpen?
Shabanian: Die Technologie arbeitet mit einem Piezo-Antriebs-Konzept. Piezo-Materialien sind Materialien, die, wenn man eine elektrische Spannung anlegt, eine Kraft, eine Verformung produzieren. Beispiele aus dem Leben sind Lautsprecher oder Mikrofone. Letztere haben eine Membran, die vibriert, wenn Schall auftrifft, und diese Energie wird in Spannung übersetzt. Beim Lautsprecher ist es anders herum. Dort wird ein Signal an einen Piezo-Antrieb geschickt, und dort wird dieses Signal dann zu einer Vibration der Membran.

Ihre zukünftige Firma trägt den Namen muVaP. Der Teil „VaP“ steht sicher für Valves and Pumps. Ihr Firmenlogo zeigt aber statt ‚mu‘ den griechischen Buchstaben für ‚mikro‘. Sollte es dann nicht eher mikroVaP heißen?
Stork: Nicht jeder ist vertraut mit dem µ. Der Name steht aber schon für „microvalves and pumps“. Dennoch: Unsere Firma wird muVaP heißen, und unser Logo, unsere Marke, µVaP.

Die Fragen stellte Sigrid März


Steckbrief Muvap

Gründung: bisher noch gar nicht
Sitz: Freiburg
Mitarbeiter: 4
Produkt: sehr kleine, effiziente Pumpen und Ventile


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Letzte Änderungen: 05.09.2019

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