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Unbezahlbare Hilfe

(25.04.2019) Schlaue Sohlen und biologische Anker – damit wollen novapace und mk2 Biotech­nologies demnächst durchstarten. Unter­stützung fürs Business kommt von Science4Life.
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Wer träumt nicht davon – eines Tages aus einer schlauen Idee ein Geschäftsmodell entwickeln und ein erfolgreicher Unter­nehmer werden. An schlauen Köpfen mit schlauen Ideen mangelt es nicht. Doch oft scheitert der Plan an der praktischen Umsetzung. Denn die Gründung eines eigenen Unternehmens erfordert Mut, Erfahrung und auch ein bisschen was auf der hohen Kante. Was also tun mit all den guten Geschäftsideen ?

Am besten man sucht sich Expertenhilfe. Zum Beispiel bei Science4Life – einer unabhän­gigen Gründer-Initiative für die Life Science-, Chemie- und Energie-Branche. Seit 1998 berät, betreut und bildet Science4Life junge Unternehmen weiter – deutschlandweit und kostenfrei. Mehr als 300 Experten aus Wirtschaft und Forschung stellen dabei ihr Know­how ehrenamtlich zur Verfügung. Gegrün­det wurde die Initiative von der Hessischen Landesregierung und der Hoechst AG. Mittlerweile finanziert der Pharmakonzern Sanofi den Verein.

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Preisgelder, Kontakte und Feedback

Jedes Jahr gibt es mit dem Science4Life Venture Cup ein ganz besonderes Event. Bei diesem Businessplan-Wettbewerb werden die erfolgversprechendsten Geschäftskonzepte prämiert werden. Es winken nicht nur großzügige Preisgelder, die Gewinner erhalten zudem Business-Coachings, Kontakte zu einem breiten Experten-Netzwerk und natürlich ein individuelles Feedback zur vorgestellten Geschäftsidee.

Insgesamt besteht der Wettbewerb aus drei Phasen. In der Ideen-Phase präsentieren die Unternehmensgründer ihre Geschäftsidee. In der Konzept-Phase beschreiben sie ihr Geschäftskonzept und den Markt, den sie erreichen möchten. In der dritten, der Business­plan-Phase geht es dann wirklich ans Eingemachte. Ein vollständiger Businessplan wird erstellt, die Unternehmensstrategie geschärft und der Markteintritt geplant. Im März ist die 21. Konzept-Phase zu Ende gegangen. Nicht weniger als 84 Start-ups haben ihre span­nenden Geschäftskonzepte eingereicht. Die Life Sciences sind dieses Jahr besonders stark vertreten.

Einer der glücklichen 12 Gewinner ist das an der TU München angesiedelte Start-up mk2 Biotechnologies. Die Geschäftsidee: eine Plattform-Technologie zur Synthese von hochreinen Peptiden, die konventionelle Reinigungsschritte überflüssig macht.

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Kostengünstig aufgereinigt

Dass Mikroorganismen zur Produktion von Peptiden und Proteinen eingesetzt werden können, ist schon lange bekannt. „Die besondere Herausforderung ist nicht diese fermentative Synthese der Substanzen, sondern ihre nachgelagerte Reinigung“, so Konstantinos Antonopoulos, CEO von mk2. „mk2 Biotechnologies hat einen biologischen Anker entwickelt, mit welchem sich Peptide und kleine Proteine nach der Synthese kostengünstig von Verunreinigungen trennen lassen. Da nun die gesamte Prozesskette skalierbar ist, ermöglicht dies die Produktion von synthetischen Peptiden zu geringen Kosten und eröffnet somit ihren Einsatz in Massenanwendungen“, fügt er stolz hinzu.

Die Hauptmotivation für die Teilnahme am Science4Life Venture Cup war für mk2 ganz klar das unbezahlbare Feedback durch erfahrene Unternehmer und Investoren. „Durch dieses kann man sich selbst, seine eigenen Gedanken sowie bisherige Strategien hinterfragen und sich in der Folge besser auf die Zukunft einstellen“, erklärt Antonopoulos. Und auch die wertvollen Kontakte zu potentiellen Kooperationspartnern und Investoren sind ein nicht zu verachtender Mehrwert, den ein Sieg beim Cup mit sich bringt.

Über die Zukunftspläne von mk2 verrät uns der CEO: „Wir wollen uns zu einem weltweit führenden Anbieter biotechnologischer Lösungen für die Kosmetik, Pharmazie und Landwirtschaft weiterentwickeln. Durch die Weiter- und Neuentwicklung von Biotech­nologien wollen wir so unseren Beitrag zu einer nachhaltigen, bio-basierten Wirtschaft leisten.“

Schlaue Sohle

Auch novapace aus Darmstadt gehören zu den Gewinnern. Das Start-up entwickelt eine smarte Einlegesohle für Parkinson-Patienten, die Stürze verhindern soll, indem sie auf Fehlbelastungen und einen instabilen, sturzkritischen Gang hinweist. Die Idee für die Sohle hatte einer der drei Gründer, Patrick Scholl, schon im Jahr 2017. Scholls Opa leidet an Parkinson und hat mit den typischen Gehproblemen – Schlurfen der Füße, kleine Tippel­schritte – zu kämpfen.

Die Angehörigen mussten ihn immer wieder ans richtige Gehen erinnern. Da hatte Patrick die Idee, diesen für alle Beteiligten unangenehmen Erinnerungsprozess zu automatisieren – mithilfe einer smarten Einlegesohle. Simon Staffa, ein weiterer Mitgründer von novapace erklärt die Technologie: „Durch verschiedene Sensoren wird die Druckverteilung über die Fußsohle, sowie die Bewegung des Fußes im Raum erfasst. Neuronale Netze werten die Messdaten aus und geben dem Nutzer bei kritischem, fehlerhaftem Gang ein haptisches Feedback in Form einer Vibration. So wird auf fehlerhafte Bewegung hingewiesen und ein Trainingseffekt ermöglicht. All das passiert nahezu in Echtzeit. Das heißt, während der falsche Schritt durchgeführt wird, ist das Feedback bereits da.“

Erst Deutschland, dann die ganze Welt

Auch novapace ließen sich vor allem durch das erhoffte Experten-Feedback motivieren, am Science4Life Venture Cup teilzunehmen. Die Möglichkeit, wertvolle Kontakte in der Gesundheitsbranche zu knüpfen, treibt das Team an, sich nun auch für die Businessplan-Phase des Wettbewerbs anzumelden. Für die Zukunft hat novapace schon große Pläne. Staffa verrät: „Mittelfristig ist das Erreichen der Zulassung als Medizinprodukt unser größtes Ziel. Danach folgt die Kostenübernahme durch Krankenkassen. Langfristig sehen wir uns natürlich nicht nur auf dem deutschen Markt, wollen also europaweit und interna­tional verkaufen. Weiterhin sehen wir enorme Potenziale in der Anwendung auf andere Gangproblematiken, wie z. B. auf Symptome von Diabetes oder Multiple Sklerose oder auch bei Fuß-Fehlstellungen wie dem Knick-Senk-Fuß.“

Von der digitalen Messung von Vitaldaten mit einem Sitzkissen, über CO 2-neutrale Schnellladesysteme für Elektrofahrzeuge bis hin zum Parodontitis-Medikament finden sich noch weitere spannende Ansätze unter den Gewinnern der diesjährigen Konzept-Phase des Science4Life Venture Cups. Wie wichtig es ist, die Schöpfer dieser Ideen dabei zu unterstützen, diese auch in die Tat umzusetzen und nicht im Sande verlaufen zu lassen, hat Karl-Heinz Baringhaus, administrativer Leiter für Forschung und Entwicklung bei Sanofi, sehr passend formuliert: „Uns ist es wichtig, die Teilnehmer mit unserem Experten-Netzwerk bestmöglich bei der Realisierung ihrer Geschäftsvorhaben zu unterstützen. Denn letztendlich profitieren wir alle von den innovativen Ideen.“

In diesem Sinne – Science for Life.

Eva Glink



Letzte Änderungen: 25.04.2019

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