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Wenn Wissenschaftler Bücher schreiben

(09.10.2018) …kann das schon mal ans Paper­schreiben erinnern. Für ihren aktuellen Krimi bringt Elisabeth Frank Bioinformatik, eine Kreuzfahrt und TKKG 50+ unter einen Hut.
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Elisabeth Frank und Christian Homma machen Urlaub auf Rhodos, wohlverdient, wie Frank am Telefon schmunzelnd betont. Der Computer ist trotzdem dabei, denn Homma & Frank arbeiten bereits am nächsten Buch. Das aktuelle erschien im Juni und heißt „Nie zu alt für Casablanca“.

Die Story: In TKKG-Manier klärten Gero (Valerius), Ina, Elli und Rüdiger als Jugendgang V.I.E.R. in und um München Verbrechen auf. Knapp vierzig Jahre später haben sie Berufe erlernt, Familien gegründet und sind alle ein bisschen – nunja – gesetzter. Inas Idee, die V.I.E.R. wieder aufleben zu lassen, scheint undenkbar… oder doch nicht? Kurze Zeit später stecken die Mittfünfziger bis zum Hals im Schlamassel rund um Elfenbeinschmuggel und illegale Medikamententests – fernab von Vorstadtidylle und Frühpensionierung.

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Das Urteil: „Nie zu alt für Casablanca“ ist ein kurzweiliger Krimi mit liebevoll aufgebauten Charakteren, ein turbulentes Revival verloren geglaubter Jugendromantik, inklusive James-Bond-würdiger Verfolgungsjagd mit japanischen Seniorinnen. Spannend und amüsant – lesenswert.

Was hat das alles aber mit Laborjournal zu tun? Vor kurzem berichtete die Münchner Biomax Informatics vom Buchprojekt ihrer Projektmanagerin – das machte neugierig. Praktizierende Wissenschaftler, die Krimis schreiben, funktioniert das? Die Rezensentin sprach mit Elisabeth Frank über Prosa, Paper und systematisch eruierte Protagonistennamen.

Laborjournal: Frau Frank, wie ich im Juni von Ihrem Chef Klaus Heumann erfahren habe, ist „das Schreiben und die Kreativität [...] Teil von Frau Franks Persönlichkeit.“ Sie schreiben neben der Arbeit, oder? Sind Sie nicht ausgelastet?

Frank: [lacht] Doch, mein Partner und ich sind durchaus ausgelastet. Die Wochenenden und die Urlaube müssen eben für die Schreiberei herhalten. Das ist sozusagen unser kleines Startup nebenher.

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Aber warum schreiben? Wenn ich am Wochenende Zeit habe, ist mein erster Gedanke nicht unbedingt: Mensch, jetzt schreib‘ ich mal ’nen Krimi.

Frank: Wir beide lieben Lesen und Schreiben. Christian hat schon immer Kurzgeschichten geschrieben und veröffentlicht, die Pausenkiller. Die habe ich redigiert. Irgendwann haben wir festgestellt, dass wir nicht mehr unterscheiden konnten, wer was geschrieben hat. Daraus ist die Idee entstanden, etwas gemeinsam zu verfassen.

Wie funktioniert es überhaupt, ein Buch zu zweit zu schreiben?

Frank: Das fragen uns alle. Die Ideen entwickeln wir zusammen. Einer sagt dann: ‚Für dieses Kapitel habe ich etwas vor Augen‘ und schreibt los. Wie bei einem guten alten Paper wird dieser Entwurf hin- und hergereicht, bis zum Schluss so viele Korrekturen darin sind, dass das Original kaum noch erkennbar ist. So nähern wir uns der finalen Fassung.

Denken Sie, dass Ihr wissenschaftlicher Hintergrund und die Erfahrung im Schreiben von Fachartikeln hilfreich für die Prosaschreiberei sind?

Frank: Auf jeden Fall. Paperschreiben ist eine der Grundlagen, wie auch die genutzten Medien und das erforderliche Zusammenarbeiten.


Elisabeth Frank und ihr Mann Christian Homma freuen sich über eine besondere Publikation…

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Herausgekommen ist ein Krimi. Wissenschaftler neigen dazu, Wissenschaft in ihren Romanen zu verarbeiten. Haben Sie auch mal darüber nachgedacht, eher in die Richtung Wissenschaftsroman oder Science Fiction zu gehen?

Frank: Wir haben lange überlegt. Christian ist Physiker, ich bin Neurobiologin. Daher war zuerst unsere Idee, einen Science-Thriller zu schreiben, etwas über das CERN zum Beispiel. Aber irgendwann dachten wir: Was wir eigentlich am liebsten gelesen und in guter Erinnerung haben, sind TKKG, 5 Freunde und Die drei ???. Es gibt so viele harte, blutige Thriller, das sind tolle Bücher. Aber die Protagonisten sind oft kaputte Charaktere. Wir wollten lieber Feel-Good-Bücher schreiben, und so sind die V.I.E.R. entstanden. Wir haben uns einfach gefragt: Wie ergeht es einer Jugendbande, wenn sie sich nach 40 Jahren wiedertrifft und zu neuen Abenteuern aufbricht?

V.I.E.R. steht für die Anfangsbuchstaben der Protagonistennamen. Wie kommt man auf so etwas?

Frank: Das ist eine gute Frage. Wir haben am Anfang nach einem Akronym gesucht, so etwas wie TKKG. Wir haben etwa 10.000 Akronyme durchgeschaut, auf englisch, deutsch, lateinisch. Das war also sehr systematisch, wie Wissenschaftler so etwas eben angehen. Dem Verlag haben wir dann etliche Akronyme vorgeschlagen, auf V.I.E.R. haben wir uns letztendlich geeinigt.

Die V.I.E.R. gehen auf große Fahrt, genauer Kreuzfahrt. Sie beide haben diese Casablanca-Kreuzfahrt selbst absolviert. Feldforschung?

Frank: Ja genau, wir hatten uns die Geschichte überlegt und fragten uns, wie man am besten Elfenbein schmuggeln kann. So kamen wir auf die Kreuzfahrt. Bei aller Fiktion wollten wir einen gewissen Realismus ’reinbringen und haben deshalb im Internet geschaut, welche passenden Routen es gibt. Zufällig war noch eine Kabine auf der Casablanca-Route frei, die haben wir gebucht, und drei Wochen später sind wir gefahren. Das war fantastisch. Wir können anders darüber schreiben, wenn wir selbst dort waren. So etwas kann man sich nicht theoretisch anlesen. Deshalb machen wir das jetzt immer und veröffentlichen die Reiserouten auf unserer Homepage.

Immer? Gibt es Folgeprojekte?

Frank: Ja! Band zwei haben wir schon fast fertig, dafür waren wir in Venedig, London und Celje, für‘s dritte Buch waren wir gerade in Irland. Wir wollen die Charaktere natürlich weiter entwickeln, es steht nicht alles direkt im ersten Band. Das wäre ja langweilig.

Die Fragen stellte Sigrid März



Letzte Änderungen: 09.10.2018

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