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Warum heißt Ihre Firma Biomax Informatics, Herr Heumann?

(07.06.2018) Rede und Antwort steht Klaus Heumann, promovierter Bioinformatiker und Geschäftsführer des bayrischen Bioinformatik-Dienstleisters Biomax Informatics.
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Laborjournal: Herr Heumann, Biomax Informatics gibt es bereits seit 1997. Haben Sie letztes Jahr 20-jähriges Firmenjubiläum gefeiert?

Klaus Heumann: Gegründet haben wir 1997, operativ tätig sind wir allerdings erst seit 1998. Deshalb werden wir das Firmenjubiläum auch erst dieses Jahr feiern.

Damit sind Sie für ein Bioinformatik-Unternehmen schon ganz schön lange auf dem Markt.

Heumann: Richtig, die Bioinformatik hatte ihren großen Boom Mitte bis Ende der Neunziger Jahre. Nach meinem Informatik-Studium an der TU München, mit den Nebenfächern Mikrobiologie und Genetik, bin ich in diese Schnittstelle zwischen Biologie und Informatik hinein geraten. Biomax Informatics habe ich dann gemeinsam mit Hans-Werner Mewes und Dmitrij Frishman gegründet und leite das Unternehmen seit bald 20 Jahren. Ich glaube, damit bin ich einer der dienstältesten CEOs eines Bioinformatik-Unternehmens.

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Erzählen Sie, wie Sie und Ihre Mitgründer überhaupt auf die Idee gekommen sind, eine Firma zu gründen?

Heumann: Ausgangspunkt war damals die Sequenzierung des Hefe-Genoms. Hefe ist ein biotechnologisch hoch-relevanter Organismus. Über das Projekt, geleitet von Hans-Werner Mewes am Max-Planck-Institut für Biochemie und dem Helmholtz-Zentrum, hatten wir Zugang zu führenden biotechnologischen Unternehmen, die sich mit der Hefe beschäftigten und den Bedarf hatten, Bioinformatik in-house zu betreiben. Dafür gab es keine Produkte. Das war der Auslöser, mit Biomax Informatics einen Anbieter für maßgeschneiderte Software zu schaffen, ursprünglich für die Annotation von Genomen. Das hat sich dann weiterentwickelt zu allgemein „Wissensmanagement“. Das ist heute unsere zentrale Aufgabe, das Wissen, welches in den Life Sciences entsteht, experimentell, analytisch oder in Veröffentlichungen, berechenbar, teilbar und letztendlich für Innovationsprozesse greifbar zu machen.

Ganz konkret, wenn ich zu Ihnen komme und sage: 'Helfen Sie mir'. Wie genau helfen Sie mir dann?

Heumann: [lacht] Die erste Frage ist immer: Was ist ihr Ziel, welches Problem wollen Sie lösen? Heutzutage ist es so, dass die meisten Fragestellungen der Life Sciences einen digitalen footprint haben. Das heißt, ich habe Informationen über beispielsweise einen Organismus wie die Hefe damals und möchte wissen, wie sieht die DNA aus und was bedeutet sie. Dazu braucht man Informationstechnologie.

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Ich gebe Ihnen also eine DNA-Sequenz und Sie sagen mir hinterher, was diese Sequenz kann?

Heumann: Welche Gene sind darauf, genau. Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie einen Patienten haben, gibt es über den sehr viele unterschiedliche Informationen, wie die Klinik-Akte oder molekulare Daten, die den Patienten beschreiben. Und Sie wissen: Es gibt verschiedene Therapien, die man bei anderen Patienten schon angewandt hat. Wie hoch ist die Chance, dass auch dieser Patient von einer Therapie profitieren wird? Dafür haben wir heute die Technologieplattform BioXM, die wir für unterschiedliche wissenschaftliche Fragestellungen konfigurieren können: Biotech-, Agrar-, Pharma- oder Lebensmittel-Unternehmen. Aber eben auch für klinische Anwendungen.

Kommen wir zum Namen. Ich habe bei meiner Suche eine Reihe von Unternehmen gefunden, die Biomax in ihrem Namen tragen - vom US-amerikanischen Histologie-Dienstleister über einen Kompostier-Beschleuniger in Singapur bis hin zum kolumbianischen Biokraftstoff-Hersteller. Verfolgen Sie, dass andere Firmen den Namen nutzen?

Heumann: Der Name Biomax wird in der Tat in unterschiedlichen Branchen genutzt und es spricht dafür, dass es wohl sehr eingängig ist. Wir haben die Namensrechte und auch die Domäne Biomax.com. Natürlich legen wir Wert darauf, dass der Name Biomax in der Bioinformatik allein mit unserem Unternehmen assoziiert ist und setzen das auch durch. Alle anderen Branchen beobachten wir manchmal eher mit einem Schmunzeln.

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Und warum nun Biomax?

Heumann: Uns war wichtig, dass Biologie im Namen vorkommt. Als wir damals das Unternehmen gegründet haben, war die Domäne verfügbar und so passte alles zusammen. Max ist ein nicht gerade seltener bayrischer Vorname, zwei der Gründer haben Söhne, die Maximilian heißen. So hatten wir gleich einen Bezug zu Bayern hergestellt.

Das Max in Biomax ist doch aber nicht wegen des bayrischen Vornamens dabei, oder?

Heumann: Nein, aber das ist eine nette Anekdote. Zu einem Namen gibt es immer eine ganze Reihe von Geschichten und Interpretationen, die man über die Jahre so mitbekommt. Das ‚Max‘ steht für maximieren. Unser Gedanke war, einen griffigen Namen zu haben, der verfügbar und langfristig tragfähig ist und hinter dem sich die Unternehmensidee versammeln kann. Bioinformatik in Bayern in hoher Qualität, so könnte man das zusammenfassen.

In Ihrem Firmenlogo kraxelt ein Frosch das B hinauf. Was hat es mit diesem Getier auf sich?

Heumann: Die Idee mit dem Frosch stammt ebenfalls aus der Gründungszeit. Damals sagte ein sehr kreativer Designer: 'In 20 Jahren, Herr Heumann, werden Sie immer noch darauf angesprochen, was es denn mit dem Frosch auf sich hat, und deswegen ist das eine gute Idee.' [lacht] Ich kann nur sagen, damit hat er Recht gehabt. Mit den Jahren ist der Frosch schlanker und agiler geworden, was auch unserem Firmencredo entspricht. Wir wollen schnell und agil sein und damit unserem Kunden einen maximalen Wert zur Verfügung stellen.

In Ihrem Frühjahrs-Newsletter habe ich erfahren, dass Ihre Projektleiterin Elisabeth Frank einen Krimi schreibt. Eine solche doch recht private Nachricht in einem Firmen-Newsletter zu lesen ist ungewöhnlich. Warum haben Sie das gemacht?

Heumann: Wir haben in dem Newsletter seit einiger Zeit eine Rubrik, in der wir einzelnen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ihr Profil und ihre Arbeit herauszustellen. Unsere Mitarbeiter sind ein wesentlicher Gewinn für das Unternehmen. Sie interagieren mit unseren Kunden, müssen verstehen, was der Kunde möchte, müssen interpretieren und umsetzen. Ein Mensch ist ja nicht allein durch seine Arbeit definiert, das Schreiben und die Kreativität ist Teil von Frau Franks Persönlichkeit. Die Informatik in den Life Sciences erfordert heute auch viele Soft Skills und ist nicht so technisch, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint, das wollen wir damit zum Ausdruck bringen. Das ist Teil unserer Firmenphilosophie.

Die Fragen stellte Sigrid März

    Steckbrief Biomax Informatics

  • Gründung: 1997
  • Sitz: Planegg
  • Mitarbeiter: etwa 50
  • Produkt: Software und Dienstleistungen zum Wissensmanagement


Letzte Änderungen: 07.06.2018

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