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Kaum zu bremsen

(19.04.2018) Ob Mikroskop-Hersteller oder Reagenzglas-Produzent, der Labor-Industrie-Branche in Deutschland geht es besser denn je. Ein Rekordjahr jagt das nächste.
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Als Forscher braucht man gute Ideen um voranzukommen. Manchmal reicht das aber nicht. Neben der ein oder anderen kreativen Eingebung ist oft auch eine gute Laborausstattung essentiell. Vor allem in Zeiten von Hightech, in der in so manchem Labor Geräte, Materialien und Reagenzien im Wert von mehreren Einfamilienhäusern oder italienischen Sportwagen stehen.

Forscher und die Labor-Industrie sind also aufeinander angewiesen. Das weiß auch der amtierende Chemie-Nobelpreisträger, Joachim Frank von der Columbia University. „Die Auszeichnung unserer Arbeit durch das Nobelpreiskomitee ist eine wunderbare Anerkennung und ein Nachweis für die entstehende Innovationskraft, wenn akademische Expertise und Industriekompetenz zusammengebracht werden.(...) In meinem Fall gilt das besonders für die Hersteller von Elektronenmikroskopen, die in den vergangenen Jahren sehr viel geleistet haben, um die Kryo-Abbildung zu ermöglichen,“ schreibt er in einem Grußwort des aktuellen SPECTARIS-Trendreports, der letzte Woche pünktlich zur analytica-Messe veröffentlicht wurde. In dem Report analysiert SPECTARIS - der deutsche Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien - die Entwicklung der Branche und stellt fest: noch nie ging es den Labor-Ausstattern in Deutschland so gut.

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Satte Prozente

Im Jahr 2017 erzielte die deutsche Labor-Industrie ein sattes Umsatzplus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt erwirtschafteten die über 300 Hersteller von Analysen-, Bio- und Labortechnik einen Umsatz von 8,71 Milliarden Euro. Die Anzahl der Beschäftigten stieg um 2,6 Prozent auf 44.200. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2009 lag der Umsatz bei 6,2 Milliarden Euro; die Anzahl der Beschäftigten betrug 34.400. Seitdem geht es stetig bergauf.

Noch ein paar Fun Facts am Rande. Berlin ist die Stadt und Baden-Württemberg das Bundesland mit den meisten Laborgeräteherstellern. Wenige bis gar keine Laborgeräte-Industrie hat sich bisher in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und im Saarland angesiedelt.

„Auch für das laufende Jahr sind die Prognosen ausgesprochen gut,“ sagte der SPECTARIS-Vorsitzende Mathis Kuchejda auf der analytica-Pressekonferenz. „Wir rechnen mit einem Umsatzplus für 2018 in ähnlicher Größenordnung.“

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Rekordverdächtige Prognose

SPECTARIS schätzt, dass der Gesamtumsatz auf 9,68 Milliarden Euro steigt und das Exportgeschäft weiter zulegt. Auch die Anzahl der Beschäftigten soll sich weiter erhöhen, auf über 46.000. „Eine wesentliche Voraussetzung dieser erfolgreichen Entwicklung ist der Fortbestand und Ausbau des freien internationalen Warenverkehrs. Hier ist die Politik gefordert, den derzeitigen protektionistischen Tendenzen einiger Länder konsequent entgegenzutreten,“ ergänzt Kuchejda.

Um die genannten Zahlen zu überprüfen, haben wir uns die Geschäftsberichte einiger Labor-Ausstatter genauer angesehen. Und in der Tat bestätigt sich der SPECTARIS-Befund. Zeiss machte im letzten Jahr (vor allem durch Exporte) einen Rekord-Umsatz von 5,3 Milliarden Euro (+ 9,4% zum Vorjahr). Auch die Zahl der Mitarbeiter im In- und Ausland stieg um 6% auf fast 27.000. Auch beim Spezialglas-Hersteller Schott klingelten die Kassen. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von 2,05 Milliarden Euro – ein plus von 3% zum Vorjahr. Und auch hier gibt‘s Rekorde zu vermelden: „Beim Konzernjahres­überschuss konnte mit 197 Millionen Euro ein Rekordergebnis erzielt werden“ heißt es im Jahresbericht.

Höchststände auch in der Hauptstadt. Die Berliner Glas Gruppe, die sich auf die Entwicklung und Fertigung optischer Systeme unter anderem für die Medizintechnik (Endoskopie, Mikroskopie) spezialisiert hat, vermeldet ein „weiteres Rekordjahr“ mit einem Umsatzplus von 15,6% (zum Vorjahr) auf 193 Millionen Euro. Wachstum auch bei den Mitarbeitern, deren Zahl um 12,7% auf 1.334 stieg. Und die Berliner sind weiter händeringend auf der Suche nach Fachkräften: „Neben einem spannenden Aufgabenbereich, modernen und zukunftssicheren Arbeitsplätzen sowie einer offenen Unternehmenskultur bietet Berliner Glas eine Vergütung nach Tarif, Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie übertarifliche Zahlungen, 30 Tage Urlaub und viele weitere Benefits.“ Auch von Herolab und Analytik Jena erhielten wir auf Nachfrage positive Rückmeldungen zur Umsatzentwicklung.

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Industrie im Wandel

Es läuft also für die Analysen-, Bio- und Labortechnik in Deutschland. Was aber sind die Herausforderungen der Zukunft? Schon jetzt befinden sich die Geschäftsmodelle der Labor-Industrie im Wandel, konstatiert der SPECTARIS-Trendbericht: „Vom klassischen Anbieter von Gerätetechnik in der letzten Dekade über den Lösungsanbieter im aktuellen Jahrzehnt hin zum Anbieter übergreifender, digitaler und ganzheitlicher Kundenlösungen in der kommenden Dekade.“

Geformt wird der Wandel letztlich von den Ansprüchen und Bedürfnissen der Kunden, den Forschern und Wissenschaftlern. Wenn die Wünsche der Kunden entsprechend umgesetzt werden, dann steht wohl weiteren Rekordjahren und/oder Nobelpreisen nichts im Weg.

Kathleen Gransalke



Letzte Änderungen: 19.04.2018

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